Dr. med. Vincenzo Bluni

Beckenvenenthrombose in Grav bei meiner Mutter

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Sehr geehrte Herr Doktor,

ich bin aktuell in der 38 ssw und habe in der 12ten ssw Thrombo Ass in der Dosierung 150mg bis zur 36ssw täglich genommen. Das Präntaldiagnosehaus hatte es mir verschrieben, da ich ein erhöhtes Gefahr für Präeklampsie und Plazentainsuffizienz hatte. Damit habe ich auch in der 36ssw, ( 35+6 letzte Einnahme) aufgehört, so auch im Befund.

Nun sagt aber mein Frauenarzt, ich solle wieder in der 38 Ssw damit anfangen und bis zur Geburt nehmen, da meine Mutter in ihrer Schwangerschaft die Beckenvenenthrombose bekommen hatte, damals im 2ten Schwangerschaftsmonat.

Und mein Frauenarzt davor auch Angst, dass ich es auch bekommen könnte. Er hat mich zum Labor geschickt um besser die Werte zu checken , dennoch möchte er nicht warten, und sagt ich solle die gleiche Dosierung 2x 75mg täglich = 150mg Thrombo ass nehmen. Auch wenn die Werte gut aussehen sollten, soll ich es bis Ende der Schwangerschaft nehmen. Er sagte tritt eine Beckenvenenthrombose auf, so kann er nichts dagegen tun. Aber ein Verbluten kann er stoppen so mein Frauenarzt.. ((( PS : er wird auch der Arzt sein, der bei der Geburt dabei sein wird )))
Ich möchte PDA bei der Geburt nehmen. Und könnte durch einen Kaiserschnitt bzw. normal Geburt doch verbluten, er sieht es nicht schlimm weil er es stoppen kann, sagte er ?

Er sagte auch, er hätte mit einem Anästesisten gesprochen, und es sei kein Problem Thrombo Ass mit PDA zu bekommen, aber wenn ich auf Lovenox Spritze umsteige dann kann ich keine PDA bekommen, daher möchte er nicht das ich umsteige, sondern Thrombo Ass weiternehme.

1. Wie kann man denn das Verbluten stoppen ?

2. Thrombo Ass, nimmt man soviel ich gelesen habe, nicht zum Vorbeugen der Thrombose bzw. Beckenvenenthrombose oder etwa schon ?

3. Soll ich tatsächlich bis Ende der Geburt Thrombo Ass vorbeugend nehmen, so wie mein Frauenarzt es sich wünscht, weil mein Arzt Angst vor der Beckenvenenthrombose hat, weil ich es in der Familie habe ?

4. Hat es eine negative Auswirkung auf das Baby ?

5. Stimmt es, dass ich PDA bekommen kann trotz Thrombo Ass und wenn ich verbluten sollte ?

Können Sie mir bitte helfen? Ich bin echt verzweifelt :(
Was soll ich denn nun tun ??

Freundliche Grüße

von Melis1992 am 17.05.2018, 06:36 Uhr

 

Antwort:

Familiäres Thromboserisiko

Hallo,

1. wenn auch die Mutter eine Thrombose hatte, ist bei Ihnen ja offensichtlich nicht erwiesen, dass eine angeborene Gerinnungsstörung vorliegt.

2. sofern das nicht der Fall ist, gibt es aktuell keine Empfehlungen einer Fachgesellschaft zu einem Vorgehen, wie beschrieben mit ASS.

3. Im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte die ASS-Gabe (bei hoher Dosierung) wegen des möglichen vorzeitigen Verschlusses des Ductus botalli zurückhaltend durchgeführt werden. Darüber hinaus muss eine ASS-Therapie spätestens mit Abschluss der 37.SSW beendet werden, um Blutungskomplikationen unter der Geburt zu vermeiden (Gynäkologe: 2009, 42:219)

4. wenn hier anders verfahren wird, dann sollte das im Vorfeld im Rahmen eines Planungsgespräches mit der Frauenklinik und der Klinik für Anästhesie abgestimmt werden.

5. vorbeugende Maßnahmen bei angeborener Gerinnungsstörung bedeuten eine Blutverdünnung mit einem niedermolekularen Heparin und nicht mit ASS.

6. Was die Frage Periduralanästhesie und Heparin angeht, so finden Sie zu dieser Frage sehr umfangreiche Ausführungen in unserem Antwortenarchiv unter der Adresse

https://www.rund-ums-baby.de/schwangerschaftsberatung/Heparin-Kaiserschnitt-PDA_343457.htm

Liebe Grüße

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 17.05.2018

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