Dr. med. Vincenzo Bluni

Bakterielle Vaginose nach einer Fehlgeburt ohne Abstrich festgestellbar?

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Hallo, ich habe vor etwa 3 Monaten in der 19. SSW mein Baby verloren. Warum, das konnte mir keiner erklären. Während der Schwangerschaft war ich des Öfteren beim Frauenarzt, da ich immer wieder leichte Schmierblutungen oder Ausfluss hatte. Nach Untersuchungen hieß es immer wieder, dass ich mich schonen soll, sonst könne man nichts tun. In der 15. SSW machte meine Frauenärztin einen Abstrich. Am nächsten Tag kam ein Anruf, dass ich Bakterien hätte und Fluomizin nehmen soll. Diese hab ich mir dann aus der Apotheke geholt und 6 Tage lang eingeführt. In der 18. SSW war ich dann wieder zur Kontrolle beim Arzt. Sie stellte diesmal fest, dass mein Gebärmutterhals verkürzt war; der Wert war wohl grenzwertig mit 2,5 cm. Aufgrund der anstehenden Feiertage (Weihnachten) schrieb sie mich erstmal krank und verordnete mir Bettruhe. Eine Woche später sollte ich dann wieder zur Überprüfung kommen. Ich informierte mich noch wegen der Bakterien bei ihr und sie meinte, dass dieses nun in Ordnung war (ohne jeglich weitere Untersuchung wie Abstrich oder Ähnliches). Zudem Zeitpunkt wusste ich leider nicht, dass die bakterielle Vaginose einen Zusammenhang mit der Verkürzung des Gebärmutterhalses haben kann. Über mögliche Folgen von Bakterien wurde ich aber auch zu keinen Zeitpunkt informiert. Weihnachten (19. SSW) stand ich dann morgens auf mit leichten Schmerzen und ging zur Toilette. Es war etwas Blut im Slip und beim Urinieren plötzlich kam die Fruchtblase hervor und zerplatzte. Wir sind direkt ins Krankenhaus, aber dort war schon alles zu spät und ich musste unser Baby still zur Welt bringen mit anschließender Ausschabung. Bis heute frage ich mich, wie so etwas passieren konnte. Laut meinem Frauenarzt war der Befund vom KH unauffällig. Da ich nun 2,5 Monate später aber wieder eine bakterielle Vaginose festgestellt habe (pH-Wert gemessen) und der Ausfluss nie wirklich weg war, frage ich mich, ob das Krankenhaus bzw das Labor ohne Abstrich bei mir hätte feststellen können, dass die in der 15. SSW festgestellte bakterielle Vaginose immer noch da war und vielleicht sogar die Verkürzung des Gebärmutterhalses hervorgerufen hat und somit die Fehlgeburt. Ich weiß, dass mir die Antwort unser Baby nicht wieder bringt, aber ich zweifle gerade an meiner Ärztin und frage mich, ob man es hätte verhindern können, wenn sie nochmal untersucht hätte, ob die Bakterien wirklich weg sind oder weiter behandelt werden muss. Schließlich habe ich ja nur die 6 Tabletten eingeführt.

Es war meine erste Schwangerschaft und sollten wir es irgendwann nochmal versuchen schwanger zu werden, dann hätte ich wie zum jetzigen Zeitpunkt kein Vertrauen zu meiner Ärztin und würde den Arzt wechseln was ich wirklich schade finden würde, weil ich immer gern dort hingegangen bin.

Der lange Text tut mir Leid, aber ich wollte Ihnen so viel Information geben, wie mir möglich ist, damit Sie richtig urteilen können.

Vielen Dank im Voraus. LG

von Wie23041990 am 10.03.2020, 15:40 Uhr

 

Antwort:

Bakterien als Ursache einer späten Fehlgeburt?

Hallo,

Zunächst einmal ist das natürlich ein sehr trauriges Ereignis und das Bedürfnis, hier eine mögliche Ursache zu finden, kann ich sehr gut verstehen.

Die Tatsache, dass offensichtlich Bakterien in der Scheide gefunden wurden, bedeutet aber noch lange nicht, dass diese die alleinige Ursache oder ein Teil der Ursache gewesen sind.

Schließlich gibt es für dieses traurige Ereignis sehr viele Ursachen.

Entzündliche Prozesse an den Eihäuten werden meistens überhaupt nicht in der Scheide nachgewiesen. Hier wird aber bei den Informationen gerade aus dem Internet eben häufig ziemlicher Unsinn berichtet.

Sehr umfassende Informationen zu den möglichen Ursachen einer solch späten Fehlgeburt finden Sie bei uns in der Stichwortsuche unter der Adresse

https://www.rund-ums-baby.de/schwangerschaftsberatung/fehlgeburt-in-der-spaetschwangerschaft.htm

( bitte den Link kopieren und in den Browser einfügen)

Und hier ist dann mein Tipp, dass sie mit der Frauenärztin/Frauenarzt vertrauensvoll über diese Empfehlungen zur weiteren Abklärung sprechen.

Dazu können natürlich auch je nach Alter und nach Befund des Pathologen eine genetische Beratung im Vorfeld einer Schwangerschaft und dann entsprechende pränataldiagnostische Untersuchungen gehören.

Herzliche Grüße

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 10.03.2020

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