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Re: Gibt es eigentlich noch NICHT-Scheidungskinder?

Hi!
Ich les eher still mit in diesem Unterforum, aber das Thema beschäftigt mich oft, deswegen geb ich mal meinen Senf dazu :)

Mein Mann und ich kennen uns seit wir um die 20 waren. Waren vier Jahre zusammen, jetzt zehn Jahre verheiratet. War bei uns beiden der erste Partner.
Hier im Freundeskreis gibt es kaum Scheidungspaare, dafür im weiteren Bekanntenkreis sehr viele. Ich mache mir viel Gedanken drum, weil ich eben nicht glaube, dass früher so wahnsinnig viel mehr geschieden worden wäre. Ich meine nicht, dass die Leute unbedingt glücklicher waren, weil Glück nicht so sehr von den äußeren Umständen abhängt. Meine These ist, dass wir uns heute so sehr daran gewöhnt haben, an einmal getroffenen Entscheidungen nicht festzuhalten. Es gibt immer einen Plan B, C und D. In der Ausbildung fängt das ja an - ich muss doch meinen Studiengang nicht zuende machen, ich kann auch wechseln, wenn es mir nicht passt. Man kann die Ausbildung ohne Probleme abbrechen und eine andere anfangen. Man muss sich nicht festlegen. Warum sollte das in der Partnerwahl nicht genauso sein?
Ich überspitze, ja. Aber diese Grundhaltung: Ich kann mich immer noch umentscheiden, es ist nicht verbindlich, es kann sich noch alles ändern... begegnet mir immer wieder.
Dazu kommt glaube ich eine Sache, die wir gerne vergessen: Die Männer, die sich heute der Midlife-Crisis nähern, hatten Väter, die selbst keine Väter hatten - die sind entweder im Krieg gestorben oder waren traumatisiert. Das zieht sich bis heute durch.

Nicht falsch verstehen, ich will hier über niemandem ein Urteil fällen - jede Trennung hat ihre ganz eigenen persönlichen Gründe, die man nicht von außen beurteilen kann. Mich macht es nur so traurig zu sehen, wie viele Paare ihre Ehe hinschmeißen, ohne dafür zu kämpfen. Ich glaube, ganz viele dieser Beziehungen hätten noch eine Chance gehabt, wenn die Leute gelernt hätten, sich mal auf den Hintern zu setzen und eine Krise durchzukämpfen. Und sie wären gestärkt und auf einem besseren Level herausgekommen.
Klar, hätte hätte Fahrradkette - man weiß nie. Aber ich sehe genau das in den Beziehungen (auch in meiner eigenen), die sich dieser Anstrengung stellen.
Deswegen - ich glaube nicht, dass auf einmal alle Männer (oder Frauen) verrückt werden und abhauen oder dass Ehen plötzlich kaputt gehen in unserem Alter. Wir haben in unserer "Phase" einfach sehr viele Herausforderungen, auf die viele nicht vorbereitet sind und wo sie nicht wissen, wohin.

Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass ich nie aufhören möchte, an unserer Ehe zu arbeiten und unseren Kindern ein besseres Krisen-Kit mitzugeben, als die Erwachsenen heute oft im Gepäck haben.

LG,
ConnyJ

von ConnyJ am 28.09.2017, 12:44 Uhr

 

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