Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen
Warum Kinder Schutz und Orientierung im Umgang mit Medien brauchen
Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zum Aufwachsen – doch zu viel, zu früher oder unbegleiteter Medienkonsum kann Kinder schnell überfordern. Gerade junge Gehirne reagieren empfindlich auf Reizflut, ständige Verfügbarkeit und Inhalte, die sie emotional noch nicht einordnen können. Deshalb brauchen Kinder klare Regeln und eine liebevolle Begleitung. Die neue Richtlinie zur Prävention von dysreguliertem Medienkonsum unterstützt Familien genau dabei.
Kinder unter drei Jahren sollten keine Bildschirmmedien nutzen, weil ihr Gehirn in dieser sensiblen Entwicklungsphase vor allem echte Erfahrungen, Bindung, Sprache und Bewegung braucht. Die Aktion „Bildschirmfrei bis drei“ erinnert Eltern daran, dass Erwachsene durch klare Regeln und Vorbildverhalten entscheidend dazu beitragen, Überforderung, Reizstress und Entwicklungsrisiken zu vermeiden.
Wie viel Zeit sollten Kinder maximal pro Tag vor einem Bildschirm zubringen
Kinder zwischen 3 und 8 Jahren sollten nur kurze, klar begrenzte Bildschirmzeiten haben, damit Medien nicht andere wichtige Entwicklungsbereiche verdrängen. Kinder sollten nie allein vor dem Bildschirm sitzen, weil sie Inhalte emotional noch nicht sicher einordnen können und die begleitende Regulation durch Erwachsene entscheidend ist, um Überforderung, Angst oder falsche Vorbilder zu vermeiden.
Kinderarzt Dr. Brügel rät übrigens dazu, Kindern bis Ende der Grundschulzeit kein eigenes Smartphone zu geben. Es ist unter anderem erwiesen: Ein zu hoher Medienkonsum korreliert mit der Gefahr für Übergewicht, auch das Risiko für Schlafstörungen steigt. Es wird vermutet, dass die Entwicklung von Fein- bzw. Grobmotorik gestört wird und dass die Gefahr einer Fehlsichtigkeit zunimmt.
Was musst du zur Handynutzung deines Kindes und zu Phubbing wissen?
Ältere Kinder und Jugendliche brauchen auch klare Regeln zur Handynutzung – dazu gehört unbedingt eine abendliche Schlusszeit, weil das Gehirn sonst nicht zur Ruhe kommt und Schlaf, Konzentration und Stimmung leiden. Weiter sollten Eltern sich aktiv dafür interessieren, was ihr Kind online macht. Suchttendenzen zeigen sich nicht in „1–2 Stunden zu viel“, sondern darin, dass Schule, Freundschaften, Hobbys oder sogar Hygiene vernachlässigt werden.
Sehr besorgniserregend ist das Phänomen "Phubbing" - was es genau bedeutet und welche Auswirkungen Phubbing auf Kinder und vor allem auf die Bindung zu den Eltern hat, erklärt Dr. Brügel im 6. Videobeitrag.
Welche Auswirkung hat es, wenn Eltern mehr mit ihrem Handy als mit ihrem Baby beschäftigt sind?
Übrigens deine individuelle, persönliche Frage kannst du Dr. Brügel und seinem Kollegen/seiner Kollegin im Rund ums Baby-Expertenforum stellen.