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Geschrieben von JuliaZ_90 am 10.02.2021, 20:47 Uhr

Wie Eifersucht vermeiden?

Hallo liebe Mamas,

Ich bräuchte mal Eure Hilfe: ich hab 2 Jungs. Der Große ist 2 Jahre und der Kleine ist 6 Monate alt.
Der Große liebt seinen kleinen Bruder abgöttisch und ist wirklich sehr sehr lieb mit ihm. Eifersucht gab es bis jetzt keine aber es wird langsam ein Thema und ich frage mich, wie ich mich verhalten soll:

Mittlerweile bekommt der Kleine das "Spielzeug" vom Großen in die Finger. Es handelt sich nicht um das Lieblingskuscheltier sondern eher um meine Küchenutensilien die sich der Große zum Spielen holt. Igendwann verliert er dann das Interesse an den Gegenständen und der Kleine angelt danach. Dann kommt der Große und will es ihm wieder wegnehmen (obwohl er gerade garnicht damit spielt).

Wie gehe ich damit um?
Dem Kleinen die Tuppaschüssel erst einmal wegnehmen (was kein Problem wäre für den Kleinen) und den Großen bitten, die Schüssel doch freiwillig herzugeben?
Oder für den Kleinen einstehen und dem Großen sagen, dass er ja jetzt nicht damit spielt und das nun sein Bruder haben darf? Aber damit würde ich doch die Eifersucht eher schüren, oder?

Leider spricht mein Großer noch nicht wirklich viel aber versteht ganz gut.

Was würdet ihr machen?

 
7 Antworten:

Ruhig, aber klar und nachvollziehbar reagieren

Antwort von Hexhex am 11.02.2021, 14:20 Uhr

Hallo,

Geschwister-Eifersucht und Geschwister-Konkurrenz sind ja normale Gefühle und Verhaltensweisen, die alle Geschwister zeigen. Sie sind nicht zu vermeiden, man kann sie allenfalls lindern, aber auch das klappt oft nicht.

Wichtig ist, dass Du gelassen bleibst. Man neigt nämlich als Mutter schnell dazu, Partei für das Schwächere Kind zu ergreifen und mit dem größeren zu schimpfen – und DAS schürt die Eifersucht des älteren wirklich. Mir fiel es damals auch manchmal schwer, nicht auf die Palme zu gehen, wenn das ältere Kind das jüngere dominierte, triezte, ärgerte, ihm Sachen wegnahm etc.

Aber es ist wichtig, zum einen neutral, dabei gleichzeitig aber auch gerecht und straight zu sein. Eiere nicht herum, versuche nicht, es beiden Kindern recht zu machen. Sondern sei klar: Wenn der Große dem Kleinen etwas wegnimmt, muss er es herausrücken, notfalls kannst Du es auch nachdrücklich an Dich nehmen. Umgekehrt: Wenn der Kleine ins Krabbelalter kommt und an die Sachen des großen Bruders geht, muss er sie loslassen und sie werden dem rechtmäßigen Besitzer gegeben.

Das ist wirklich wichtig, denn eine Wischiwaschi-Mutter ist für Kinder nicht berechenbar und verunsichert deshalb beide Seiten sehr. Und das fördert Eifersucht, weil jedes Kind sich benachteiligt fühlt und keine Regeln darin erkennen kann.

Natürlich bedeutet es Konflikte, wenn Du hier eine glasklare Linie vorgibst, aber Konflikte sind in der Familie und zwischen Geschwistern normal, oft auch nötig und nicht vermeidbar.

Von daher: Klar vorgeben, was geht und was nicht geht. Der Große darf lernen und es aushalten, dass er dem Kleinen nichts einfach wegnehmen darf. Umgekehrt wird der Kleine in den nächsten Jahren lernen, dass der große Bruder sein eigenes Revier hat (Zimmer, Spielzeug), das tabu ist.

LG

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Re: Wie Eifersucht vermeiden?

Antwort von Monroe am 11.02.2021, 16:24 Uhr

Wie wäre es mit dem Prinzip "abwechseln"? Streiten sie sich um das gkeiche Teil, bekommt es erst der eine 5 Minuten (das ist in dem Alter eine kleine Ewigkeit) danach der andere. Achte darauf, dass es mal der eine, mal der andere zuerst bekommt.
Sachen mit denen aktuell niemand spielt, durften hier immer von einem anderen genommen werden ohne den Anspruch es zurück zu verlangen, sobald es jemand anders in den Fingern hat.
Du kannst deinen Großen natürich auch mit einem weiteren Küchenutensil darüber trösten, dass der Kleine das vorige bespielt. Bei uns gab es immer die Möglichkeit "was cooleres" zu finden.
Gab es mal keine friedliche Einigung, weil jeder ein Teil ZUERST für sich beanspruchen wollte, habe ich es weggenommen und Alternativen für beide gleichzeitig angeboten.
Die Sachen werden ja immer erst dann spannend, sobald sie ein anderes Kind in den Fingern hat
Das ist aber keine wirkliche Eifersucht, sobdern eigentlich nur der Gedanke "wenn xy damit spielt, sieht das total interessant aus" und dann wollen Kinder das für sich selbst beanspruchen.

Gerechtigkeit war (und ist) hier immer Thema unter den Kids. Wer bekommt zuerst ein Brot geschmiert, wer bekommt zuerst Nudeln aufgefüllt, wem hört Mama zuerst zu, etc.
Abwechseln habe ich für mich als passend deklariert ubd auvh immer wieder betont, dass xy gestern zuerst dran war mit bspw Zähneputzen und heute yx zuerst an die Reihe kommt. Das verstehen Kinder allgemein ganz gut.

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Re: Wie Eifersucht vermeiden?

Antwort von JuliaZ_90 am 11.02.2021, 21:43 Uhr

Vielen Dank ihr beiden für Euren Input! Das hilft mir wirklich weiter.

Gerechtigkeit ist ein gutes Stichwort. Ich bin jemand, der gerne für Andere zurücksteckt. Aber die Kinder verstehen das natürlich nicht und müssen ersteinmal "Gerechtigkeit" lernen. Ob sie diese dann immer einfordern muss dann aber ihre Entscheidung sein.
Und ja: Manche Situationen werden Kompromisse und Schlichtung erfordern. Hier immer abzuwechseln ist eine gute Idee die sich bei uns wahrscheinlich gut umsetzen lassen wird, da wir einen relativ geringen Altersabstand haben.

Cool! Danke Euch nochmal!

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Re: Ruhig, aber klar und nachvollziehbar reagieren

Antwort von Monroe am 12.02.2021, 13:59 Uhr

Das klingt aber sehr anstrengend. Warum darf ein Kind nicht an die Sachen der Geschwister? Hier hat jedes Kind irgendwelche Dinge, die für alle interessant sind. Die Großen haben auch mal mit der Motorikschleife vom Baby gespielt und das Baby hat natürlich noch keinen Besitzanspruch gestellt.
Da kam bei uns wieder die Sache mit der Gerechtigkeit. Das ist auch heute noch so, wo alle schon lange aus dem Babyalter raus sind. Instrumente z.B. dürfen von allen benutzt werden, ich kann ja nicht jedem Kind eine eigene Gitarre und ein eigenes Schlagzeug kaufen, damit jeder auf "seins" beharren kann.
Auch andere Spielsachen sind hier irgendwie für alle interessant und das Prinzip teilen und nur Dinge zu bespielen, die gerade kein anderer benutzt, klappt ganz gut. Spielsachen wegnehmen (=aus der Hand nehmen) ist klar verboten.
Mit Baby damals habe ich natürlich darauf geachtet, dass keine Türme aus Bauklötzen der Geschwister zerstört wurden und von kleinem Lego habe ich es auch ferngehalten, schon zum Schutz des Babys. Ansonsten wäre es mir wirklich zu anstrengend immer darauf zu achten wem gehört was und wer darf damit spielen. Ehrlich gesagt habe ich manchmal selber auch nicht mehr den genauen Überblick wer welche Stifte bekommen hat oder welches Legoset wer zum Geburtstag bekommen hat.
Aber das muß jede Familie ja für sich selbst entscheiden. Egoismus kann man jedenfalls erziehen.

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Re: Ruhig, aber klar und nachvollziehbar reagieren

Antwort von JuliaZ_90 am 12.02.2021, 21:09 Uhr

Ich glaube (aktuell ), man kann schon bei den meisten Dingen unterscheiden, ob sie einem Kind gehören oder beiden/allen Kindern. Das kann man ja auch so beim verschenken/kaufen kommunizieren ("Das wird aber geteilt weil du ja auch mit dem Lego vom Bruder spielen darfst").
Die Tuppadosen aus meinem Beispiel gehören der Mama und damit dürfen beide Kinder spielen. Wegnehmen ist nicht erlaubt. Aber das Lieblingskuscheltier gehört dem Kind und muss zurückgegeben werden wenn es stibizt wird (+ vom Kind zurückgefordert wird).
Das wäre jetzt meine Linie, die ich mir so durch Eure Beiträge überlegt habe. Ob das so funktioniert kann ich dann wohl erst in 18 Jahren berichten.

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Re: Wie Eifersucht vermeiden?

Antwort von KleineMäuse am 12.02.2021, 21:44 Uhr

Meine Kinder haben auch 1,5 Jahre Unterschied und sind mittlerweile 2,5 und 4.
Bei Streitereien um Spielzeug habe ich mich so verhalten: K2 (der Jüngere) hat etwas in der Hand, K1 (der Ältere) nimmt es ihm aus der Hand.
Zuerst hab ich mal geschaut, wie K2 reagiert hat. War es ihm egal und hat sich gleich etwas neues genommen, hab ich gar nichts gemacht.
Hat K2 erschrocken geschaut, hab ich das so verbalisiert und die Situation neutral (ohne Bewertung beschrieben): "du bist erschrocken, weil dir K1 etwas aus der Hand genommen hat" (nicht: weggenommen).
Hat K2 ärgerlich geweint, habe ich getröstet: "du bist grantig, weil K1 dir x aus der Hand genommen hat." Und nach dem Trösten eine Alternative gesucht. Der Vorteil daran ist, dass K1 dann die Reaktion ganz real gesehen hat. Ich nehme ihm etwas weg, er weint und ist grantig/traurig/erschrocken. Irgendwann lernen sie dann Empathie und haben schon einen entsprechenden Gefühlswortschatz.

"Für den Kleinen einstehen" finde ich halt problematisch, weil ich ja will, dass das Kind selbst für sich einsteht.
Und für K2 wünsche ich mir, dass er nicht wegnimmt, weil er kein negatives Gefühl (Trauer, Schock, Frust) auslösen will. Und nicht, weil Mama dann schimpft.

Fürs Hauen gilt das übrigens nicht: da bin ich gleich mit einer schützenden Hand eingeschritten. Aber bin ich zu spät gekommen, dann hab ich auch nicht geschimpft sondern nur K2 getröstet. K1 hat ja auch hier eine authentische Reaktion.

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Re: Ruhig, aber klar und nachvollziehbar reagieren

Antwort von Monroe am 13.02.2021, 2:38 Uhr

Auch bei uns gibt es meins und deins und verschmilzt nicht zum Besitz von allen. Die Kinder wissen sehr wohl wer welches Teil geschenkt bekommen hat und es bekommt auch jedes Kind eigene Geschenke zu Weihnachten, Geburtstag etc, falls das nicht ganz durchklang.
Es hat nur kein Kind wirklich den Gedanken "das ist meins und damit darf kein anderer spielen". Das keimt höchstens dann mal auf, wenn die Stimmung vorher gekippt ist - und Geschwister finden wirklich viele Gründe zum streiten, nicht nur Spielzeug und Eifersucht ;)
Das Lieblingsteil, was auch gerne mal wechselt, oder gebaute Legoteile werden natürlich respektiert und der Legoroboter o.ä. wird nicht von Geschwistern zerstört, weil damit gerade keiner spielt.
Ich habe auch nie bewusst im Vorfeld gesagt, dass das Teil aber geteilt wird, es gehört dann eben dem Beschenkten. Just in der Situation, wenn ein Kind seine Sachen beanspruchen wollte, weil ein anderes es genommen hat (wieder das Phänomen, dass die Sachen erst dann interessant sind, sobald sie jemand nehmen möchte) habe ich erklärt, dass es nicht kaputt geht, xy auch mit den Sachen von yx spielen möchte und es unfair wäre es jetzt wegzunehmen. Mittlerweile ist das sehr selten geworden, dass sie sich darüber streiten. wahrscheinlich weil sie eingesehen haben, dass es fair ist auch abzugeben, wenn sie selbst auch von anderen nehmen möchten.
Bei vielen anderen Sachen erheben sie gar keinen Besitzanspruch (bei Bastelkram,Legoteilen in der Kiste - bereits gebaute Sachen sind davon ausgenommen - Stifte, etc).
Ich würde nicht direkt beim Kauf oder beim Schenken sagen, dass das geteilt werden soll. Das vermiest ja auch die Freude irgendwie.

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