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Geschrieben von Maikäferchen2017 am 20.06.2020, 1:39 Uhr

Trotz - u. Eifersuchtsphase, in der ich wohl gerade alles verkehrt mache.

Hallo,
ich muss euch mal um Rat fragen. Vielleicht hatte ja mal jm. ähnliche Probleme:
Bis zum Alter von ca 2 ¾ hat unsere Tochter mit bei uns geschlafen, danach hat sie freiwillig zu 70/80% in ihrem Zimmer geschlafen. Das war so 2 Monate vor der Geburt unseres Sohnes jetzt im April. Immer wenn sie wollte, hat sie bis dahin halt weiterhin mal bei uns geschlafen. Seit der Geburt hat mein Mann die ersten 3 Wochen (als er Urlaub hatte) mit bei ihr im Zimmer geschlafen, ging auch recht gut. Danach wollte sie nicht mehr alleine dort schlafen, haben's also bei uns wieder probiert. Bei uns im Bett ging's einfach aus Platzmangel nicht (der Kleine schläft auch mit im Bett). Haben dann ihr Gitterbett rübergeholt und sie hat da ein paar Nächte geschlafen. Ging aber nicht lange gut, da sie das Stillen immer mitbekommen hat und dann wollte sie zugucken, hat mir Löcher in den Bauch gefragt und hatte dann natürlich Schwierigkeiten wieder einzuschlafen. Also seit ungefähr Mitte Mai schläft sie wieder ausschließlich bei sich im Zimmer. Ging bis vor kurzem sogar mal für 2 Wochen richtig gut. Kein Gezicke, ist sogar abends alleine eingeschlafen, aber seit ca. 2 Wochen, ganz schlimm seit 1 Woche (da hat sie ihren letzten Schnulli abgegeben), schreit sie nachts los "ich will nicht mehr". Nicht nur, dass ich mit Herzklabaster nebenan senkrecht im Bett sitze, nein...sie schreit auch richtig wütend los, wenn ich zu ihr gehe und frage, was los ist. Sie "will einfach nicht mehr" ist ihre Antwort. Ich geh dann wieder zu mir ins Schlafzimmer und sie schläft nach kurzem weinen oder schreien (mal so, mal so) weiter... Bis zur nächsten Schreiattacke. Wir haben schon mehrfach mit ihr gesprochen, dass sie nicht so laut losschreien soll... Bringt nichts... Diese Wutausbrüche hat sie tagsüber leider ständig und immer. Alles passt ihr nicht, sie geht nur noch gegen an, lässt sich nichts mehr sagen, und brüllt und brüllt und brüllt. Ach ja, und es darf alles nur noch die Mama machen, mein Mann darf nichts mehr. Manchmal will sie ihn sogar aus dem Raum schicken.
Es scheint mir, als wenn es die typische Eifersucht auf ihren Bruder ist, die wohl viele Erstgeborene haben. Nur wieviel ist da noch normal, wieviel sollten wir locker sehen und durchgehen lassen? Was davon ist vielleicht auch schon die Trotzphase? Kommt wahrscheinlich gerade alles zusammen. Sie ist mit ihrer kleinen Welt wohl auch überfordert (nicht mehr die Nr. 1, neues Baby da, Schnuller abgegeben, seit 3-4 Wochen tagsüber relativ trocken (bis auf Aa)... Kommt also gerade alles auf einmal) und Mama hat nicht mehr so viel Zeit für sie, sie darf nicht mehr bei Mama schlafen,... Und ich fühle mich am Ende des Tages so schäbig, hab das Gefühl, ihr gerade keine gute Mutter zu sein... Sie möchte abends nicht alleine einschlafen, ich kann aber nicht ewig bei ihr liegen bleiben (sie braucht immer lange zum Einschlafen), weil der Kleine in der Zeit alleine im Laufgitter ist (Papa ist noch auf Arbeit). Sie fordert regelrecht Nähe und Aufmerksamkeit und ich kann sie ihr nicht so geben, wie sie sie vielleicht bräuchte. Oder ist es doch nur Getrotze und Willen durchsetzen? Ich hab jedenfalls das Gefühl, ich mach bei ihr gerade so ziemlich alles falsch...
Hat vielleicht jm. Tipps? Oder ist nur tief Durchatmen und Durchhalten angesagt?
Sorry für den ewig langen Text...

 
7 Antworten:

Re: Trotz - u. Eifersuchtsphase, in der ich wohl gerade alles verkehrt mache.

Antwort von Baerchie90 am 20.06.2020, 10:17 Uhr

Da hat deine kleine Maus ja wirklich viel auf einmal zu verarbeiten.
Ich denke, ich würde nochmal gucken, ob sich die Schlafsituation nicht doch irgendwie anders regeln lässt. Wir haben die im ersten Jahr des Babys gefühlt ständig geändert, je nachdem wie es aktuell am besten passte.
Mal saß ich stillend im Kinderzimmer, während ich neben Sohnemann wartete, bis er einschlief. Mal lagen wir zu dritt im Schlafzimmer im Bett, einer links, einer rechts von mir (mein Mann hat dafür extra unser Bett auf 2,40 x 2 Meter vergrößert ).
Mal blieben wir im Wohnzimmer, bis einer einschlief, der wurde dann entweder schlafend liegen gelassen, bis ich das andere Kind zu Bett gebracht hatte, oder wurde kurzerhand mitgenommen.
So wie es halt am stressfreisten für alle war.

Wenn die Probleme da sind, seit der Schnuller weg ist, würde ich wohl überdenken, ob sich der nicht doch ersetzen lassen könnte. Da ist ja gerade so viel los.. muss der Schnuller unbedingt zu dieser Zeit abgeschafft werden? Da würde ich persönlich eher einen späteren Zeitpunkt wählen bzw einen, an dem einfach weniger los ist, wenn es denn sein muss.

Hier sind zwischen den Geschwistern 2 Jahre und 3 Monate Unterschied. Die ersten Monate ging hier vieles drunter und drüber. Sohnemann wurde nochmal wesentlich anhänglicher und brauchte viel Mama. Wenn es möglich war, hab ich ihn dann auch umsorgt und betüddelt, auch wenn er Dinge schon alleine konnte wie beispielsweise an- und ausziehen. Ich glaube darüber hat er sich einfach die nötige "Nähe" und "Sicherheit" geholt, dass er auch noch wichtig ist und Hilfe bekommt, wenn er sie braucht.
Als die kleine 4-6 Monate alt war, hatte ich das Gefühl, dass wir uns langsam "sortiert" hatten in unseren neuen Rollen, ab da lief der Alltag dann auch wieder flüssiger. ^^

PS: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen :-) du bist auch nur ein Mensch und kannst dich nicht zerreißen, mit der Zeit findet ihr aber sicher Lösungen, die für alle passen. Sei nicht zu hart mit dir selbst, du machst das sicher toll.
(Das muss ich mir auch regelmäßig ins Gedächtnis rufen )

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Re: Trotz - u. Eifersuchtsphase, in der ich wohl gerade alles verkehrt mache.

Antwort von Maikäferchen2017 am 20.06.2020, 11:29 Uhr

Danke für deine liebe Antwort.
Das mit dem Schnulli war mehr oder weniger von ihr selbst gekommen. Der Zahnarzt hatte im Februar schon bemängelt, dass sie vom Schnulli einen Überbiss hat und wir ihn ihr langsam angewöhnen sollen. Haben dann immer wieder die Geschichte von der Schnullerfee erzählt und dann vor etwas über einer Woche wollte sie halt ihren letzten Schnulli der Schnullerfee geben. Sie hat danach auch nie wieder nach dem Schnuller gefragt oder deswegen geweint. Deswegen bin ich mir gar nicht so sicher, ob sie deswegen nachts so drauf ist?! Hätte sie ihn jetzt öfter erwähnt und danach gefragt, hätte sie ihn vielleicht auch nochmal wieder bekommen, aber so mag ich jetzt eigentlich nicht den Schritt zurück gehen...

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Re: Trotz - u. Eifersuchtsphase, in der ich wohl gerade alles verkehrt mache.

Antwort von Summer80 am 20.06.2020, 12:37 Uhr

Ein Geschwisterkind stell die Welt der Kleinen komplett auf den Kopf. Das ist für viele Kinder allein schon erstmal ein Schock und muss bei aller Liebe zum Geschwisterkind trotzdem verarbeitet werden. Sie lieben ihr Geschwisterchen, können sich aber gegen ihre Gefühle nicht wehren. Das ist komplett normal. Jetzt habt ihr aber kurz vorher noch den Wechsel ins eigene Zimmer vollzogen. 2 Monate ist von der Zeit her gar nichts. Das ist noch alles neu für sie und sie ist mit dieser Situation noch nicht angekommen. Desweiteren musste sie jetzt auch noch ihren Schnuller abgeben. Das ist einfach alles zu viel auf einmal! Damit kann sie nicht fertig werden.

Wenn es nicht möglich ist, dass sie mit bei euch im Zimmer schläft, weil sie durch das Stillen immer geweckt wird, würde ich den Vater wieder bei ihr im Zimmer schlafen lassen. Das ist zwar doof für euch, aber für eure Tochter ist das alles zusammen einfach zu viel. Des Weiteren würde ich überlegen, ob das mit dem Schnuller wirklich jetzt sein muss. Zumindest nachts könnte sie ihn doch zur Beruhigung noch haben. Im Prinzip habt ihr sehr viele vertraute Dinge jetzt verändert. Plötzlich ein Geschwisterkind da, dann im eigenen Bett schlafen und dann auch noch der Schnuller weg.

Daher wahrscheinlich auch die Aussage, sie "will nicht mehr". Eigentlich beschreibt sie damit die Situation für sich ja sehr gut. Es ist ihr alles zuviel und sie will nicht mehr. Sie kommt mit der Gesamtsituation nicht klar. Versucht ihr wieder mehr gewohnte Dinge zu geben. Dann wird sich die Situation bestimmt etwas beruhigen und ihr könnt in einem halben Jahr noch mal schauen und dann gegebenenfalls den Schnuller entwöhnen.

Unser Kinderzahnzentrum sagt: kein Schnuller mehr tagsüber ab 2. Wenn man dann um den 3. Geburtstag den Nachtschnuller abgewöhnt, hat das Gebiss durch den Lippendruck bis zum Zahnwechsel noch genug Zeit, sich wieder zu richten.

Alles Gute euch und der Kleinen!

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Re: Trotz - u. Eifersuchtsphase, in der ich wohl gerade alles verkehrt mache.

Antwort von mia17 am 21.06.2020, 22:27 Uhr

Mein Fünfjähriger schläft immer noch jede Nacht in unserem Bett, der Kleine, jetzt 1, von Geburt an im Babybett im selben Raum. Hatten nie Probleme mit Eifersucht oder dem Einschlafen. Er ist aber halt auch schon viel älter. Vielleicht hilft ein Beistellbett und die Große darf doch wieder bei Euch schlafen wenn sie möchte???

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Zu viel Hin und Her...

Antwort von Lillimax am 22.06.2020, 8:21 Uhr

Hallo,

das war ja ein extremes Hin und Her mit dem Schlafen, mal bei Euch, mal im eigenen Zimmer, mal teilweise bei Euch usw. Ihr habt es gut gemeint, aber keine eindeutigen Signale gesendet. Deine Tochter hat gelernt, dass sie nur genug Rabbatz machen muss, damit Ihr wieder umkippt und nachgebt. Das kann man ihr nicht vorwerfen. Wenn Eltern Lücken lassen und inkonsequent sind, dann nutzen Kinder diese Lücken aus. Und wenn man dann wieder strenger wird, ist das Kind natürlich irritiert und gekränkt - und protestiert.

Ich glaube, Deine Tochter braucht jetzt deutlich weniger Schwammigkeit im Alltag, sondern klarere Botschaften. Sie ist nämlich vielleicht gar nicht mit dem kleinen Bruder überfordert, sondern mit der unstrukturierten Situation. Kinder wollen gar nicht selbst die Regeln bestimmen, sie möchten Halt.

Ich würde Deiner Tochter liebevoll, aber klar und ohne lange Diskussionen sagen, dass sie groß genug fürs eigene Bett und eigene Zimmer ist. Und dann hier auch unnachgiebig bleiben und sie ggf. zurück ins eigene Bett bringen. Das Ganze aber nicht gereizt und autoritär, sondern souverän, gelassen, freundlich und liebevoll. Es ist wichtig, als Eltern seine Entscheidungen nicht endlos zu erklären, damit kann ein kleines Kind nichts anfangen. Es möchte Orientierung, Einfachheit und Klarheit.

Damit es klappt, ist es sehr wichtig, dass Du Deiner Tochter auch zutraust, dass sie mit fast drei Jahren im eigenen Bett schlafen kann. Und das kann sie. Es ist altersgemäß. Mein Mann und ich haben auch bei beiden Kindern das Familienbett praktiziert, weil wir das wichtig fanden. Trotzdem kommt der Moment, wo wir Eltern unsere Kinder ein Stückchen weiter loslassen müssen. Und ihnen auch innerlich zutrauen müssen, dass sie das schaffen. Wenn eine Mutter unbewusst ständig Angst hat, ihr Kind könne das noch nicht, sei zu klein und könne Schaden nehmen, dann sendet sie unklare, missverständliche Signale. Kinder haben sehr feine Antennen und spüren Zweifel sofort.

Trau‘ Dich, jetzt die Führungsrolle einzunehmen, die Deine Tochter von Dir erwartet. Entscheide bewusst, wo Deine Tochter schlafen soll. Und steh‘ dazu, dass Du ihr das auch wirklich zutraust. Dann kannst Du das auch so kommunizieren, dass Deine Tochter das (nach einigen Nächten heftigen Protests, der aber altersgemäß und nicht gefährlich für sie ist) akzeptieren kann.

LG

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Re: Trotz - u. Eifersuchtsphase, in der ich wohl gerade alles verkehrt mache.

Antwort von Curcuma am 23.06.2020, 13:26 Uhr

Hallo,

meine Gedanken erst mal zu der Eifersucht:
Drüben bei Dr. Nohr im Forum für Entwicklungspyschologie erklärt er bei Geschwisterfragen, dass das ältere Kind auch was Positives davon haben soll; also ihm erklären und zeigen, dass es jetzt "älter" und "größer" ist und damit schon Dinge kann und darf, die das Baby nicht kann. Außerdem spielt wohl typischerweise der Vater dann eine größere Rolle und hilft damit beim Loslösungsprozess von der Mutter. Das scheint ja bei Euch speziell nicht so einfach machbar zu sein ... (Vielleicht wäre es ja für Dich hilfreich, auch dort in dem Forum Deine Frage zu stellen? --> https://www.rund-ums-baby.de/experten/entwicklung-von-babys-und-kindern/)

Mit "älter" und "groß genug" meine ich aber *nicht* das, was Lillimax geschrieben hat ("groß genug fürs eigene Bett und eigene Zimmer"). Denn wann das soweit ist, kann man meines Wissens nach nicht pauschal vom Alter abhängig machen; sondern so, wie es bei Euch gelaufen ist, es kommt im besten Fall vom Kind, wenn man es lässt. Zum Schlafen braucht jeder ein Gefühl von Sicherheit, damit man entspannen kann. Manchen Kindern reicht es zu wissen, dass die schützenden Eltern in der Nähe sind, andere suchen (wieder/phasenweise) den direkten Kontakt zu den Eltern. Und das ist völlig okay und normal so. Ob dies jetzt durch Schlafen im Elternschlafzimmer ist (Elternbett, Beistellbett oder Matraze) oder durch Anwesenheit/Schlafen (des Vaters?) in ihrem Zimmer ... Da gab es ja schon einige gute Ideen in den vorherigen Beiträgen, wie man vielleicht situationsbedingt und flexibel reagieren kann.
Ich möchte und könnte meinem Kind, das momentan anscheinend ein Bedürfnis nach Schutz und Unterstützung hat, dieses nicht verwehren, indem ich es immer wieder wegbringe, egal wie "liebevoll" und geduldig ich das machen würde. Dr. Nohr schreibt bei ähnlichen Fragen, dass man Kinder nicht "verzieht", wenn man sie bei den Eltern schlafen lässt, sondern ihnen in dieser Zeit ihr Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit erfüllt. Sie verlassen das Bett dann schon wieder irgendwann von selbst. ;)

Ich glaube, folgender Artikel spiegelt ein bisschen Deine Situation wider, vielleicht kannst Du Dir ja auch was für Dich rausholen?
"Was unsere Kinder nach der Geburt des Babys wirklich brauchen, um die Krise zu bewältigen und wie wir die Eifersucht auf das Geschwisterchen mindern können"
https://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2014/06/entthronung-der-erstgeborenen-was-kinder-nach-der-geburt-des-babys-brauchen-und-wie-die-eifersucht-auf-das-baby-gemindert-werden-kann.html

Und noch eine allerletzte, hoffentlich tröstende Bemerkung:
Niemand ist perfekt, und niemand ist eine perfekte Mutter oder ein perfekter Vater. Alle machen Fehler. Es reicht, wenn Du versuchst, gut genug für Dein Kind zu sein. :)

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Re: Trotz - u. Eifersuchtsphase, in der ich wohl gerade alles verkehrt mache.

Antwort von Minztee am 30.06.2020, 18:32 Uhr

Würde Dir von Jesper Juul "Dein kompetentes Kind" nahelegen, damit ijr zumindest besser durch den Teil mit der Trotz- genauer gesagt Autonomiephase kommt.

Willen durchsetzen ist eine sehr negative und veraltete Bewertung. Ihr Geschrei drückt sicherlich einen Konflikt aus, aber den muss man finden und lösen, nicht sie einfach unterbinden.

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