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Geschrieben von Laurita am 07.09.2020, 11:03 Uhr

Schwieriges Kleinkind

Hallo zusammen,

Habe mich jetzt doch mal angemeldet weil ich nach einem Rat suche.

Mein 2 Jähriger ist eigentlich schon immer ein extrem Willensstarkes Kind gewesen.
Erziehung? Funktioniert nicht.
Er macht nur was und wann er es möchte.
Spiele ich nicht mit flippt er aus.

Nun ist es soweit dass sich alle Eltern der anderen Kinder bei der Tagesmutter über seinen negativen Einflzss auf die anderen Kinder beschweren.

Ich weiss nicht mehr weiter.
Wie es aussieht kann er dort nicht mehr lange bleiben und wir versuchen gerade ihn vorzeitig in den Kindergarten unterzubringen.

Was macht man mit solchen "schwierigen" Kindern?

Er hört wirklich gar nicht.
Bestes Beispiel die Straße.
Er geht nicht an die Hand er läuft einfach los.
Wenn ich ihn festhalten (es ist nun mal gefährlich) macht er sich steif und legt sich mitten auf die Straße.

Und ich denke nicht es ist nur eine Trptzphase.
Er ist schon immer so gewesen.

Ich weiss wirklich nicht mehr weiter denn es raubt auch mir den letzten Nerv:(

LG

 
16 Antworten:

Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Baerchie90 am 07.09.2020, 11:47 Uhr

Ich habe auch so einen hier zu Hause

Hier half es immer mehrere Optionen zu lassen, damit Kind sich das geringste Übel aussuchen kann. (An der Hand laufen oder tragen?)

Auch half es den Alltag zu visualisieren, also beispielsweise mit Bildkarten arbeiten und einen Ablaufplan damit basteln, damit sofort ersichtlich ist, dass jetzt Zähne putzen oder Baden ansteht. (Da konnte Kind sich dann auch die Reihenfolge aussuchen).
Ich bin immer noch fasziniert davon, wie super er auf Bilder reagiert. :-)

Und möglichst immer einen Schritt voraus sein. Gerade unterwegs im Straßenverkehr war meine Hand permanent am Kind, da ich sonst die Befürchtung hatte, dass er mir stiften geht. Wirklich alleine gelaufen ist er erst mit 5 - 6 Jahren (!), da ihm vorher jegliches Gefahrenbewusstsein fehlte.

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Laurita am 07.09.2020, 11:52 Uhr

Danke für deinen Input.

Möglichkeiten zum aussuchen Lassen versuche ich so gut es geht.
Glaube nur meist versteht er es nicht leider.
Er spricht auch nicht.

Und an der Hand lassen ist leider unmöglich.
Er hasst es. Ich müsste so fest zupacken dass ich ihm am Ende das Handgelenk breche :-(

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von sunnydani am 07.09.2020, 11:52 Uhr

Du musst konsequent sein und dein Kind eben nicht das machen lassen, was es will, sondern dich durchsetzen, egal wie sehr es brüllt.

Mein Großer ist auch ein sehr forderndes, willensstarkes Kind, aber bei uns gab es von Anfang an eben gewisse Dinge, die er nicht durchsetzen und entscheiden durfte. Und wenn er eine Stunde lang deshalb gebrüllt hat, hab ich nicht nachgegeben und mich konsequent durchgesetzt.
Es gibt viele Dinge, die er selbst entscheiden durfte, aber nicht alles und es gibt einen Rahmen, den ich vorgegeben habe. Innerhalb dieses Rahmens durfte er dann entscheiden, aber wirklich wichtige Dinge muss der Erwachsene entscheiden.

Kinder sind damit überfordert, wenn man sie alles machen lässt, was sie wollen. Kinder brauchen Grenzen, sie fordern sie ja auch ein, wie du siehst. Sie brauchen eine sichere Führung, eine Mama, bei der sie wissen, die hält das aus, wenn sie sich aufführen, die da ist, sie da durch begleitet und auffängt, sieht, dass sie toll sind, die aber auch authentisch und konsequent ist und zu dem steht, was sie sagt und sich durchsetzt.

Wenn dein Kind auf der Straße nicht an die Hand will, dann muss es in den Kinderwagen. Punkt aus. Die beiden Entscheidungen hat es, es kann sich entscheiden, ob es an die Hand oder in den Kinderwagen will. Eines davon musst du dann durchsetzen.
Und das musst du eben bei allem, was dir wichtig ist, machen.

Du überlegst dir, welche Prioritäten du setzt und was dir weniger wichtig ist. Bei den Dingen, die dir am wichtigsten sind, fängst du an.

Genauso wenn du nicht spielen willst, weil du etwas anderes machen musst, dann sagst du das so und lässt dein Kind eben bocken und schreien.
Kinder können nur so lernen, dass sie auch mal warten müssen, es geht nicht immer, dass jeder sofort alles nach den Wünschen deines Kindes macht. Du siehst ja selbst an der Tagesmutter, dass es nicht mehr klappt, sobald eine Gruppe zusammen ist. Wenn jedes Kind so ist, wie soll das Spielen in der Gemeinschaft da funktionieren.
Man muss den Kindern schon auch beibringen, dass jeder Mensch Bedürfnisse hat und nicht nur die eigenen gelten und dass man auch mal warten muss.
Das kannst du ihm lernen, indem du eben die Wartezeiten immer weiter ausdehnst.
Wenn dein Kind will, dass du mit ihm spielst, sagst du, dass du z.Bsp. zuerst noch den Geschirrspüler ausräumen musst. Wenn du damit fertig bist, spielst du mit ihm. Er kann dir dabei helfen oder schon mal alleine vorgehen. Du kannst ihn auch anleiten, was er in der Zwischenzeit machen kann, aber du musst sicher auftreten und ihm zeigen, dass du das jetzt machst.
Und dann machst du das, egal was dein Kind tut. Egal, wie sehr es brüllt und sich aufführt.
Irgendwann lernt es, dass es mit seinem Verhalten nicht erreicht, was es will und hört auf damit. Du bist die Mama und du entscheidest wichtige Dinge, dein Kind ist auf dich angewiesen und kann nicht mehr machen, als du mit dir machen lässt.

So geht das mit allem. Wenn du dir selber zu unsicher bist oder du das Gefühl hast, du schaffst es alleine nicht, dann gibt es Familienhilfen, an die du dich wenden kannst.
Es ist sehr wichtig, dass ihr diesen Teufelskreis unterbrecht, damit dein Kind die Chance hat, sich in Gruppen integrieren zu können und nicht überall als "das schlimme, schwer erziehbare Kind" abgestempelt wird.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft!

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Baerchie90 am 07.09.2020, 12:05 Uhr

Ja, das Problem hatten wir auch, daher auch mehrere Optionen. Auf den Arm, auf die Schultern, bei mir oder den Papa an die Hand, in den Kinderwagen, in die Tragehilfe, auf ein Dreirad mit Stange zum Festhalten, einen Rucksack mit Sicherheitsleine tragen, in den croozer (Fahrradanhänger), in den Bollerwagen...
Wir testeten uns da lustig durch, immer 1-2 Optionen, manchmal eine noch eine dritte. Irgendwann kristallisierte sich welche Methode "blöd, aber geduldet" ist.

Anfangs wechselte er alle 3 Schritte seine Meinung, das war dann auch okay, wir wechselten dann einfach. Nachdem er verstanden hatte, dass er da selbst entscheiden darf, ließ das dann auch recht schnell nach. :-)

Das Sprechen war hier ebenfalls lange problematisch und es auch heute noch. Da würde ich die Unterstützte Kommunikation ans Herz legen. :-)

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Esmeralda am 07.09.2020, 18:32 Uhr

Ich meine das nicht vorwurfsvoll und ich bin auch keine Expertin und nicht sicher.
Aber bei einem Zweijährigen zu sagen, das ist keine Phase, er war schon immer so - ich meine, er ist ja erst zwei?
Im ersten Lebensjahr ist er ein Neugeborenes gewesen, das man nicht erziehen kann.

Ich fände es schade, wenn er so jung schon abgestempelt wird als "schwieriges Kind".
Du sagst ja selbst, es raubt dir den letzten Nerv. Das verstehe ich zwar gut. Jeder ist mal am Ende, ich auch.
Aber er ist zwei, da muss man doch den liebevollen Blick auch in solchen "Erziehungsfragen" irgendwo behalten. Immerhin hat er einen starken Willen und ist nicht eingeschüchtert, das kann man teilweise positiv sehen.
Klar, bei der Tagesmutter sollen die Kinder funktionieren.

Meine Tochter (23 Mo) hatte bisher auch schon zumindest ähnlich anstrengende Phasen, aber wir haben den Vorteil, dass wir noch selbst betreuen und sie sprachlich sehr weit ist. Über viel Bilderbücher (wie läuft es beim Kinderarzt, im Straßenverkehr) vorlesen, Gespräche, und frühzeitiger Ankündigung von auch Unangenehmemen kriegen wir das immer wieder hin.
Vielleicht kann ich dir da wenigstens Hoffnung machen, dass es viel besser werden könnte, wenn dein Sohn besser verbal kommunizieren kann.

Ich würde gern das Buch empfehlen:
"Liebe und Eigenständigkeit" von Alfie Kohn

Alles Gute.

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Regina87 am 07.09.2020, 19:35 Uhr

Erstmal muss ich Esmeralda recht geben, ebenfalls ganz ohne Vorwurf. Er ist erst 2 Jahre, da zu sagen er ist schon immer schwierig ist hart. Damit hat er ja quasi einen Stempel, den man nur schwer wieder los wird. Das führt aber auch dazu, dass man sein Verhalten auch entsprechend "anpasst". Es fallen nur noch negative Dinge auf. Man ist weniger konsequent, weil man "Angst" vor der Reaktion hat. Und wenn du jetzt schon sagst, dass Erziehung bei ihm nicht funktioniert, hast du ihn schon aufgegeben. Du bist fest in der Negativ Spirale.

Also würde ich erst an mir arbeiten, bevor ich von meinem 2 jährigen Kind bestimmte Verhaltensweisen erwarte.

Der Frust ist groß bei dir, was ich nachvollziehen kann. Daher ist es auch wichtig, dass du auf dich achtest. Du musst versuchen wertfrei mit ihm zu agieren. Kann es sein, dass du an dir als Mutter zweifelst, weil er so willensstark ist? Das ist ja zunächst eine gute Eigenschaft. Du musst nur mit ihm gemeinsam lernen, dass dieser Willen Raum hat aber eben einen begrenzten, den du in gewissem Maße vorgibst. Und dann immer konsequent bleiben und dadurch auch transparent für dein Kind sein.

Meine Tochter ist auch 2 Jahre und mitten in der Autonomiephase. Sie hat ebenfalls einen sehr starken Willen. Ich biete ihr alternativen und ziehe angekündigte Konsequenzen auch stur durch, wenn es nötig ist. Beobachte aber auch und lasse ihr viel Raum zum austesten und zum selber Grenzen finden.

Bzgl Straße : wenn meine Tochter nicht an die Hand will, wird sie getragen oder kommt in den Buggy. Sie hat genau diese 3 Dinge zur Auswahl. Das wird im Vorfeld kommuniziert "gleich kommt die Straße mit vielen Autos. Willst du an die Hand, tragen oder Buggy?" Ihre Entscheidung. Wenn aber eines davon nicht klappt, wähle ich eine Alternative und ziehe diese auch durch. Ich habe sie auch schon steif und schreiend über die Straße getragen. Du muss man dann drüber stehen und einen Pups drauf geben, was die anderen Leute denken könnten.

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von janthu am 07.09.2020, 19:48 Uhr

Hier unterschreibe ich mal.

Natürlich sind Kinder unterschiedlich, dass sehe ich ja bei meinen. Es gibt Kinder die sind schon fast unheimlich brav und es gibt kleine Rebellen...

Aber eine Sache sollte allen Kindern auch schon mit 2 Jahren klar sein:
Es gibt Sachen, die entscheidet Mama!

Und dazu gehört sowas wie z.B im Auto anschnallen, Zähne putzen und nicht auf die Straße rennen ( sei es durch an der Hand laufen oder im Buggy sitzen).

Ein zweijähriges Kind ist mit zu vielen Entscheidungsmöglichkeiten überfordert. Biete ihm zwei an, an der Hand laufen oder im Wagen sitzen. Und dann musst du konsequent bleiben.
Gib ihm klare Anweisungen: Ich muss erst das hier fertig machen und dann spielen wir.
Dann musst du aber auch dein Versprechen halten und nicht noch etwas anderes anfangen... was ja schnell mal passieren kann (und da rede ich aus persönlicher Erfahrung)

Suche dir sonst Hilfe bei einer Erziehungsberatung.
Wenn dein Kleiner Probleme bei der Tagesmutter hat, wird er womöglich auch Probleme im Kindergarten bekommen. Das auf Dauer zu ertragen, ist für kein Kind erstrebenswert.

Alles gute

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Laurita am 07.09.2020, 22:58 Uhr

Guten abend ihr Lieben,

erst einmal, auch wenn ich gerade nur den letzten Beitrag zitiere, danke für Euren Input!

Ich möchte noch ein paar Sachen hinzufügen bzw. mich besser erklären - hab mich übers handy getippelt sehr unklar ausgedrückt denke ich.

Also erst einmal, weiss ich, dass seine Willensstärke durchaus etwas positives ist, was ihm sicher im Erwachsenenleben auch sehr zugute kommen wird! Und ich finde es sogar eigentlich ganz gut, wenn natürlich im Umgang super anstrengend.
Ich bin da ja sehr optimistisch und hoffe immer noch, dass sich das bessert wenn er versteht was ich ihm erkläre.

Und da kommen wir zu diesem optionen Problem.
Er versteht es nicht mal bzw. hört mir gar nicht zu.
Er ist so drin in seinem Willen.

Ich würde von mir durchaus behaupten schon sehr konsequent zu sein.
Finde es aber nach 1 Jahr in dem er nun läuft und immer noch auf die Straße rennt obwohl ich es 10000000000x erklärt habe/laut wurde/ihn hab schreiend liegen lassen/ihn getragen hab - sollte es doch auch irgendwann ankommen? Versteht ihr wie ich meine?

(Zumal das mit dem Tragen - vor allem zum Auto - wahnsinnig schwierig ist weil ich meist noch bepackt bin wie ein Esel UND er so dringend SELBST auf die Straße laufen will dass er sich mit aller Körperkraft vorneüber fallen lässt)
Und die Straße ist ja leider nur einer der vielen Kämpfe die wir so austragen hier :)


Ich möchte ihn auch wirklich gar nicht so sehr "abstempeln"
Denke allerdings nicht, dass es "nur" auf die Trotzphase zu schieben ist.

Das ganze fing ja bereits früh an.
Er hat als Baby schon nie auf uns reagiert war immer in seiner eigenen Welt. Damals ging der KiA von frühkindlichem Autismus aus.

Das hat sich allerdings etwas gebessert. Zumind schaut er mich in 8/10 mal an wenn ich ihn anspreche :D

Eine Kindertherapeutin habe ich heute schon kontaktiert.

Ich will zumind allen möglichen Input mal erfahren haben.

Mir tut das auch so leid für ihn, denn eigentlich ist er echt ein super Kerl den alle lieben.
Aber ich verstehe natürlich auch die Tagesmutter die (verständlicherweise) sagt bei 5 Jungs und alle anderen 4 schauen sich alles ab, so dass sich die Eltern alle beschweren das geht nicht.

Auch, dass sie nicht mehr mit den Kindern raus gehen kann solang keine 2. Erwachsene Person dabei ist, weil sobald meiner wegläuft die anderen natürlich mit machen ist auch nicht schön.

Und ich will auch nicht, dass er diese Probleme hat und versuche ihm so gut es geht zu helfen.
Bin nur leider wirklich an einem Punkt an dem ich mit meinem Latein am Ende bin.

Ich beziehe ihn in alles mögliche mit ein, zB haben wir heute gekocht das hat ihm kurz spaß gemacht dann wollte er was anderes machen (mit stiften alles voll malen) Danach Wutanfall und ich hab ihn ins Bett gesteckt und sich beruhigen lassen damit ich zu Ende kochen kann.

Find ich aber auch irgendwie keine dauerhafte Lösung vor allem, wenn keine Besserung eintritt :(

Es gibt wirklich Themen an denen Arbeiten wir schon seit er 8 Monate ist und es fruchtet nicht (nicht auf den Fernseher hauen zB)

Und wisst ihr was das dickste ding ist? Er weiss, dass er es nicht darf und grinst uns auch noch richtig frech an und macht es trotzdem -.-'
Und das seit er stehen kann.


Noch mal, danke Euch für den ganzen Input - einige Sachen konnten mich zumind etwas aufbauen und kann ich eventuell auch in unseren Alltag integrieren.

Ich hoffe, vor allem für den kleinen Jungen Rebellen, dass wir das bestmöglichst für uns alle hinbekommen.


Habt eine ruhige Nacht,


Laura

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Regina87 am 08.09.2020, 0:00 Uhr

Da du es nirgends erwähnt hast: wurden die Ohren bzw das Gehör schon mal untersucht?
Bei einer Bekannten war es so, dass ihr rebellischer Junge schlecht gehört hat. Er hat zwar gewisse Laute gehört aber eben nicht alles. Dadurch sprach er kaum und undeutlich und hat natürlich auch nicht alles verinnerlicht, was ihm gesagt wurde (hat es ja nicht verstanden)
Bzgl "grinst frech" : Aktion Reaktion
Er grinst nicht weil er euch ärgert bzw weil er weiß dass er das nicht darf. Er grinst, weil er eure Reaktionen darauf lustig findet. Es ist ein Spiel für ihn.
Ein Kind in diesem Alter hat kein Verständnis für Richtig oder Falsch bzw für erlaubt und verboten. Das lernt es noch, durch die Interaktion mit den Eltern. Die wird halt leichter, wenn das Kind sprechen und alles hören /verstehen kann.

Du liebst deinen Rebellen aber bist natürlich auch müde von den vielen "Kämpfen" mit ihm. Wege daher immer gut ab welcher Kampf es lohnt ihn anzugehen

Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Baerchie90 am 08.09.2020, 0:02 Uhr

Seid ihr schon mal bei einem Pädaudiologen gewesen? Vielleicht hört er ja tatsächlich schlecht und versteht euch schlichtweg nicht (gut genug). Auch das nicht sprechen würde das erklären.

Hier war es sehr lange sehr wichtig, dass wir VOR der eigentlichen Situation Sohnemann darauf einstimmten, damit er sich darauf einstellen kann. Waren wir erstmal in der Situation drin, schrie er sich komplett weg, notfalls über Stunden bis zur totalen Erschöpfung, da war er wirklich gefangen in seiner Rage und bekam auch nichts mehr mit (unser Kinderarzt vermutete eine regulationsstörung).
"Durchziehen" brachte da in der Regel auch herzlich wenig, abgesehen davon dass es beim nächsten Mal noch mehr Gegenwehr gab. Also ging ich auf Spurensuche, bei jeder Situation die schwierig war: was will ich, was will Sohnemann? Wo können wir uns treffen? Was genau stört Sohnemann? Wie kann ich ihm die Sache erleichtern? Wie kann ich den Tag vorhersehbarer machen? etc

Oftmals waren schon kleine Änderungen hilfreich, auf die wir aber erstmal kommen mussten, da Sohnemann das nicht kommunizieren konnte. Kälteres Wasser beim Baden, weitere / lockere Kleidung zum Anziehen, eine bebilderte To-do-Liste zur Veranschaulichung, kaltes Essen statt warmes, eine extra milde Zahnpasta, mehr "Leerlauf-Zeit einplanen (besonders nach Fremdbetreuung - was wahnsinnig anstrengend ist - braucht Sohnemann Zeit zum runterfahren), generell schauen, dass Kind nicht "überreizt" ist und viel Trubel lieber meiden (hier sorgte oft schon der Einkauf für ein völlig überdrehtes Kind)

Hier war der Fernseher auch lange ein Ziel-Objekt, einfach weil Sohnemann gelernt hat, dass ihm so unsere Aufmerksamkeit garantiert ist. Er tat es für sich, nicht gegen uns. Er wollte uns damit nicht ärgern, sondern sofort gesehen werden. Und das klappte recht zuverlässig. Als uns das auffiel, achteten wir verstärkt auf ihn, meistens versuchte er vorher nämlich anders unsere Aufmerksamkeit zu bekommen und griff erst zum TV, wenn das nicht klappte. (Schlechte Aufmerksamkeit ist immer noch besser als keine.. da war es auch egal, ob wir vorher ausgiebig spielten, wenn er was von uns wollte, dann direkt)
Funktioniert das bei euch nicht, würde ich schauen, ob ich das ganze besser absichern kann, so dass das Kind gar keine Chance mehr hat, das zu machen. (Hier war zeitweise echt alles verrammelt, anders wäre ich wohl durchgedreht entgegen aller Befürchtungen haben die Kinder dennoch mit der Zeit gelernt, dass sie nicht überall bei dürfen, so dass die Sicherungen auch alle wieder verschwunden sind. )

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Chip am 08.09.2020, 13:38 Uhr

Hinterfrag dein Verhalten bevor du deins bemängelt. Ihn ins Bett stecken, weil er alles Anmalen wollte. Da wäre doch eine logisvhr Lösung, dass du ihm etwas gibst,was er bemalen kann: Papier, Karton, Malbuch, Schuhkarton, Müsliverpackung oder irgendwas anderes.
Du bist nicht konsequent sondern unlogisch in deinem Handeln, so wird er auch weiterhin nicht verstehen, was er darf und was nicht. Da musst du erstmal an dir arbeiten und dann wird er dich auch verstehen.

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Laurita am 09.09.2020, 21:04 Uhr

Huhu,

sorry für die späte Antwort - naja zu 100% wissen wir es nicht. Hörtest war alles gut, weitere Tests konnten nicht gemacht werden, da er hätte ruhig und still sitzen sollen mir Kopfhörern :D

Das war so ziemlich gar nicht möglich, leider

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Laurita am 09.09.2020, 21:06 Uhr

Liebe Baerchi90,

ja, beim Pädaudiologen waren wir. Habs ja eben oben schon mal geschrieben.
Über den normalen Hörtest kamen wir nicht raus. Er hätte ruhig und still mit Kopfhörern dasitzen müssen. Ding der unmöglichkeit würde ich sagen :D

Und ja, Barrikaden haben/hatten wir hier auch so einige.
Unser Fernseher war SEHR lange komplett abgeriegelt mit Tisch etc.
Aber das half nichts mehr als er groß genug war um drauf zu klettern :D


LG

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Laurita am 09.09.2020, 21:08 Uhr

Hey,

naja, ich hätte es dazu sagen sollen. Aber NATÜRLICH habe ich ihm keine Stifte hingehalten und gehofft er macht damit nichts.

Er war neben mir mit 4 weissen Malblockblättern.
Die waren aber leider nicht so interessant wie meine Wand.

Und ich habe mich natürlich auch bevor ich ihm die Stifte endgültig abgenommen habe auch mit ihm hingesetzt und gemalt.
Aber wenn er nicht mehr will will er nicht mehr.

Und wenn er stattdessen wahnsinnige Freude hat die ganze Bude vollzukritzeln dann kann er die Stifte leider nicht mehr haben.
Dass daraus ein Wutanfall resultiert war mir im vorhinein klar.

LG

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Laborguppy am 10.09.2020, 11:22 Uhr

Hi,
@Esmeralda: Du hast sicher Recht, wenn du schreibst dass man sein Kind mit 2 Jahren nicht als „schwierig“ abstempeln soll. Allerdings habe ich auch so eine 5 Jährige kleine Bombe daheim, die bei jeder kleinsten Situation hochgeht und sich auch nur schwer wieder beruhigt. Und das seit ihrer Geburt. Ihr Rekord lag damals bei 11 h durchgehendem Geschrei. Würde sie trotzdem nicht als Schreikind bezeichnen. Sie hat einfach Probleme mit der Selbstregulation.
Gesprochen hat sie erst mit 2,5 Jahren, dann allerdings gleich richtig. Vorher hatte sie schlicht und ergreifend keine Lust. Mit drauf zeigen ging ja auch. Sie hat alles verstanden und in der Kita auch etwas geredet, nur daheim nicht. Erst als wir sie in einem „schwachen“ Moment erwischt haben, hat sie plötzlich mit uns gesprochen. Und dann gleich ganze Sätze.
Zur Beruhigung an Laurita: Es wird mit der Zeit besser. Im Moment tickt sie zwar immernoch extrem schnell aus. Sei es weil etwas nicht sofort funktioniert oder weil Andere nicht sofort das tun was sie sich gerade gedacht hat. Sie will immer bestimmen. Andererseits wenn sie Lust hat, kann sie super mit anderen spielen und auch deren Meinung akzeptieren. Aber eben nur, wenn sie das in dem Moment will. Und das hängt nicht unbedingt mit der Willensstärke der Eltern zusammen. Wir sind mittlerweile bei einer Kinderpsychologin (auch weil ADHS im Raum stand). Selbst sie kommt nur schlecht zu unserer Tochter durch wenn sie nicht will.
Darüber hinaus solltet ihr ggf doch nochmal Ohren und auch Augen kontrollieren lassen. Hat euer Sohn den Mund beim schlafen oft auf? Bei unserer Tochter waren die Rachenmandeln zu groß und daher der Gehörgang meist zu (hat alles wie durch Watte gehört). Meist merkt man es dass sie nuscheln wenn sie sprechen oder oft falsch verstehen was man sagt. Da sie sehr intelligent ist, hat das der Kinderarzt vorher nicht bemerkt (oder merken wollen trotz mehrfachem Hinweisen, dass da was nicht stimmt und sie mehrfach durch die U-Untersuchungen „durchgefallen“ ist). Genauso mit den Augen: Nach Langem hin und her Augenklinik und oh Wunder, starke Hornhautverkrümmung. Jetzt wo beides korrigiert ist, ist sie viel aufnahmefähiger. Der starke Charakter ist noch da, aber sie kann sich jetzt länger auf etwas konzentrieren und „hört“ besser. Soll heißen, macht eher was man sagt. 1-2 Alternativen sind eine gute Idee, allerdings funktionieren die oft auch nicht und es gibt Geschrei, wenn Mama dann am Ende entscheidet. Aber auch das klappt von mal zu mal besser. Wahrscheinlich klappt es dann kurz vor dem Teenageralter, wo dann wieder alles auf Anfang gestellt wird.
Und wie vorher schon gesagt: Alleine auf der Straße laufen lassen geht auch erst jetzt mit 5 Jahren, da sie einfach „furchtlos“ ist und auf alles und jeden zurennt (durch Corona jetzt nicht mehr so doll ). Da kamen Sätze wie: „Super dann überfährt mich das Auto und ich bin tot.“ Tod ist einfach schwierig den Kleinen zu erklären.
@Laurita: Wenn du wirklich nicht mehr weiter weißt, würde ich mir die Frühförderstelle in deiner Gegend suchen. Die können dann schauen, ob ggf Ergo, Art Spieltherapie o.ö. für deinen Sohn sinnvoll ist oder auch Familientherapie für die ganze Familie um zu lernen mit dem starken Charakter deines Kindes besser umzugehen oder ggf auch die verschiedenen „Erziehungsstile“ der Eltern in Übereinstimmung zu bringen. Das ist bei solchen Kindern essenziell (spreche da aus Erfahrung ). Und nur am Rande: Wir haben auch noch einen kleinen Sohn, der die Ruhe und Ausgeglichenheit in Person ist. Also liegt es nicht nur an den Eltern, wenn ein Kind „anstrengend“ ist.
Verliere nicht den Mut und behalte die Einstellung, dass aus deinem Sohn eine starke Persönlichkeit wird. So sehe ich es bei unserer Tochter auch.

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Re: Schwieriges Kleinkind

Antwort von Lottilotti am 15.09.2020, 20:37 Uhr

Es tut grade so gut deinen Beitrag zu lesen . Uns geht es hier genauso . Wir geben uns wirklich die größte Mühe ihn liebevoll aber auch mit regeln und Konsequenzen zu erziehen aber es zieht alles völlig an unserem 2 jährigen vorbei . Er verhält sich so als hätte er nie eine Art Erziehung kennengelernt :( er hört null , macht nur was er will . Selbst nach eine Bestrafung macht er direkt wieder den selben Mist. Ich kann dir leider nicht helfen . Wir suchen auch nach Lösungen

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