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Geschrieben von Maman88 am 22.07.2021, 8:11 Uhr

Primäre Bezugsperson

Hallo,

ich hoffe, Sie können mir etwas weiterhelfen… zur Zeit zweifle ich an meinem „Status“ als primäre Bezugsperson für unseren fast 2 jährigen Sohn (23 Monate).
Von Anfang an haben mein Mann und ich uns gleichermaßen um den Kleinen gekümmert, ich ein wenig mehr da mein Mann tagsüber arbeiten musste. Als unser Sohn 6 Monate alt war, mit dem Beginn von Corona, hatte mein Mann 1 Monat Elternzeit und war in Kurzarbeit, sodass er sich vermehrt um den Kleinen gekümmert hat - da ich aber noch immer in Elternzeit war, habe natürlich auch ich mich weiterhin gekümmert. Dadurch hatte unser Sohn immer eine starke Bindung zu uns beiden, wir konnten ihn beide beruhigen, trösten, ins Bett bringen usw.

Mit etwa 18 Monaten hatte unser Sohn aber eine starke Papa-Phase, etwa 6-8 Wochen lang, danach war alles wieder wie vorher und nun seit ca. 4 Wochen wieder eine Papa-Phase.

Nun habe ich gelesen, dass ein Kind nur eine primäre Bezugsperson hat, kann das sein, dass diese der Vater in diesem Fall übernommen hat?

Er gab dazwischen ein paar Situationen, in denen unser Sohn sich lieber von mir hat beruhigen lassen, ansonsten ausgeglichen, außer eben in den Papa-Phasen.

Ich fühle mich als Versagerin

Vielen Dank im Voraus

 
8 Antworten:

Re: Primäre Bezugsperson

Antwort von albaconi am 22.07.2021, 8:55 Uhr

Ich verstehe nicht, warum man ein Versager sein muss, weil das Kind sich auch dem Vater zuwendet. Wie du schreibst, wechselt das ja.
Andere Familien wären damit mehr als zufrieden, weil so jeder Elternpart entlastet wird.
Nur weil man Mutter ist, heißt das ja nicht, die alleinige seligmachende Bezugsperson zu sein oder sein zu müssen.
Nicht so viel lesen, sondern genießen und auf das Bauchgefühl hören. Nicht alles, was geschrieben steht, muss auch sinnvoll sein.

Andere Mütter klagen, dass sie nie Ruhe bekommen und das Kind an ihnen "klebt".
Als Baby kann man es aber auch keinem recht machen.

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Re: Primäre Bezugsperson

Antwort von sunshine59 am 22.07.2021, 9:40 Uhr

Wie albaconi bereits schrieb; es ist eine Phase die dauernd wechseln kann. Sei froh, dass du dadurch etwas Luft hast wenn euer Sohn mal wieder lieber den Papa zum trösten will. Je älter der Kleine wird umso differenzierter wird er euch "benutzen". Dann bist vielleicht eher du für Verletzungen und Unwohlsein/Krankheit hauptsächlich zuständig und für wilde Spiele etc. der Papa. Meistens sind die Jungs eher Mamakinder und die Mädchen Papakinder. Aber nicht immer und manchmal wandelt sich das mit dem Alter. Oder wenn der beste Kitafreund das anders macht. So what.

Bleib ganz ruhig. So wie es derzeit bei euch ist, ist es okay. Kann morgen aber schon wieder anders sein.

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Re: Primäre Bezugsperson

Antwort von Aixoni am 22.07.2021, 11:42 Uhr

Mein Kollege hat drei Kinder und hat mal erzählt, dass sie alle um den zweiten Geburtstag rum angefangen haben, sich eine ganze Weile auf ihn zu fixieren.

Generell entscheiden sich die Kleinen über die Jahre immer mal wieder um, sofern es zwei enge Bezugspersonen gibt, da kann man weder etwas für noch etwas dagegen tun

Mach dir also keine Sorgen, irgendwann wird er sich wieder unentschieden und dann bist du wieder seine primäre Bezugspersonen.

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Re: Primäre Bezugsperson

Antwort von Maman88 am 22.07.2021, 12:29 Uhr

Vielen lieben Dank für die netten Worte :)
An sich finde ich es sehr toll, dass der Kleine eine so tolle Bindung zu seinem Papa auch hat, meistens sind es Kommentare von anderen die dazu führen, dass ich ein wenig traurig werde, denn ein Kind „muss Mama Kind sein“…

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Re: Primäre Bezugsperson

Antwort von Fleurdelys am 22.07.2021, 12:41 Uhr

Solche Kommentare sind ja an Dämlichkeit nicht zu überbieten… Wie kommt man auf sowas?
Nur weil mir das Kind nicht am Rockzipfel hängt, heißt das doch nicht, dass es nicht gerne bei mir wäre. Vielleicht heißt es sogar eher, dass Mama so ein Fels in der Brandung ist, dass man sich ihrer Fürsorge nicht ständig rückversichern muss!

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Re: Primäre Bezugsperson

Antwort von weekend am 22.07.2021, 14:36 Uhr

Du bist sicher keine Versagerin.

Ich habe hier ein wahnsinniges Mamakind, sie ist 3 und durchgehend bin ich die unangefochtene Nummer 1. Papa kommt mal besser, mal schlechter durch, aber ohne mich geht eigentlich nichts. Und - den Kommentaren, insbesondere meiner Familie nach zu urteilen, bin ICH die Versagerin, die ihr Kind zu einem Mamakind verzogen hat. Wie man es macht macht man es verkehrt. ;-)

Ich bin schon recht überzeugt, dass ich eigentlich nichts falsch gemacht habe, sie ist einfach so, es passt auch alles zu ihrem Charakter (sie fremdelt z.B. bis heute sehr stark), aber hin und wieder kratzt es doch, weil ich es auch selbst furchtbar finde. Gerade gestern Abend, ich war hundemüde, hatte noch einiges zu tun und eigentlich sollte mein Mann die Schlumpfine ins Bett bringen. Es ging kein Weg rein, sie hat geschrien und hing an meinem T-Shirt, ich musste sie zu Bett bringen (und das dauert bei ihr auch jetzt noch locker 30 Minuten). Sie hatte schon immer einen immens starken Willen, da ist nichts verzogen, die Alternative bei ihr wäre nur "schreien lassen" gewesen, Willen brechen, und das kam für mich nicht infrage.

Mein Mann war immer viel daheim, hat aber gearbeitet, während ich eben 1 Jahr Elternzeit hatte (er 2 Monate parallel). Aber er hat sich immer gleichwertig gekümmert und tut das auch weiterhin, seit Corona arbeiten wir beide im Home-Office, sind also gleichermaßen da. Und trotzdem lehnt sie ihn z.T. recht offen ab (was ihn natürlich auch verletzt).

Genau das Gegenteil haben wir bei Freunden, der Sohn lehnt streckenweise die Mama ab und ist das absolute Papakind, obwohl hier auch die Mama insgesamt sogar fast 2 Jahre in Elternzeit war und der Papa auch beruflich immer wieder unterwegs, Überstunden, Wochenendarbeit ... Das trifft sie natürlich auch ganz arg.

Mir kommt es da bei Euch ja sogar noch halbwegs ausgeglichen vor. Es ist immer für beide besch...eiden, wenn das Kind eine so starke Präferenz hat. Aber da macht keiner etwas falsch, es gibt eben solche und solche Kinder und mit Erziehung lässt sich das nicht wirklich beeinflussen.

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Zwei Hauptbezugspersonen - alles gut!

Antwort von Bela66 am 23.07.2021, 14:21 Uhr

Hallo,

kann es sein, dass Du auch generell ein schlechtes Selbstwertgefühl hast?Sich als “Versagerin” zu fühlen, nur weil Vater UND Mutter Hauptbezugspersonen sind anstatt nur die Mutter allein, ist schon starker Tobak.

Wenn der Vater einen so großen Teil der Pflege eines Kindes übernommen hat, ist natürlich auch er eine Hauptbezugsperson, ebenso wie Du. Es kann auch mal zwischen den Eltern wechseln. Sogar eine Oma, die sich jeden Tag ums Kind kümmert, wenn die Eltern arbeiten, kann phasenweise eine Hauptbezugsperson sein und fast wichtiger als die Eltern.

Den Wettbewerb um die “primäre Bezugsperson” würde ich an Deiner Stelle jetzt sehr dringend aufgeben. Ich würde außerdem eine wissenschaftliche Theorie, die in drei Jahren überholt sein kann, auch nicht zum Maßstab für mein Leben, meine Wirklichkeit und meine Rolle als Mutter nehmen. Viele Wissenschaftler sind ja umgekehrt überzeugt, dass ein Kind mehrere Hauptbezugspersonen hat und auch haben sollte: Eltern, Großeltern usw.

Manche Frauen mit schlechtem Selbstwertgefühl wünschen sich, wenigstens für ihr Kind der allerwichtigste Mensch zu sein. Und sie ertragen es schwer, diese Rolle zu teilen. Oder dass ein Papa, der sich viel kümmert, zeitweise (!) auch mal der wichtigste Mensch fürs Kind ist.
Das aber ist eine sehr ungute Haltung. Denn zum einen ist es nicht die Aufgabe eines Kindes, uns gute Gefühle zu machen. Zweitens können Mütter, die ihr Selbstwertgefühl vom Kind beziehen, schlecht loslassen. Vor allem, wenn das Kind die nötigen und wichtigen Ablösungsschritte machen will und nicht mehr lieb und pflegeleicht ist.

Versuche loszulassen. Freue Dich, dass Dein Partner sich so gut beteiligt. Erlaube Deinem Kind, mal Dich, mal den Papa toller zu finden. Ihr seid BEIDE die Basis, auf der Euer Sohn steht. Das ist wunderbar, oder? Mach das nicht kaputt mit unsinnigen Wettbewerbsideen, wonach Du die Königin für Deinen Sohn sein musst, gell.

LG

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Re: Primäre Bezugsperson

Antwort von rabi am 25.07.2021, 6:56 Uhr

Ich musste über den letzten Satz schmunzeln und stimme dir ansonsten vollkommen zu! Diese Verbissenheit, mit der solchen Situationen begegnet wird, ist für alle Seiten anstrengen.

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