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Geschrieben von Ani123 am 01.11.2019, 21:01 Uhr

Erfahrungen Elterninitative-Kitas?

Ich habe in einer Eigeninitiative gearbeitet. Jede Familie hatte 2,5 Std./mtl. abzuleisten. Die Stunden konnten gesammelt werden, so dass es 30 Std./Jahr sind. Jede Stunde die nicht abgeleistet wurde, wurde mit 15€ in Rechnung gestellt. Für manche Eltern war das ein Schock, weil es 450€ sind. Für Andere die optimale Lösung.
Als Aufgaben gab es Kita putzen (nur wenn die Reinigungskraft nicht da war und das ist bei 3 Gruppen, Nebenräume, Waschräume nicht wenig.) Kochen für 37 Kinder (nur wenn der Koch nicht da war. Inkl. Einkaufen dafür - Geld für Lebensmittel gibt es wieder.). Ausflüge begleiten, Vertreten wenn Erzieher ausfallen, handwerkliche Tätigkeiten, Garten, Feste mit planen und umsetzen, ...... Dann gibt es den Vorstand, welcher aus mehreren Personen besteht. Die 4-5 Personen (weiß gerade nicht mehr wieviele es genau waren) haben ihre 30 Std./Jahr immer voll bekommen und meist noch mehr Stunden abgeleistet.
Vieles passiert spontan (Reinigungskraft oder Koch krank). Dann muss schnell Ersatz her. Beim Kochen gab es, wenn kein Elternteil kochen wollte, nur die Alternative selber "kaltes" Essen mitbringen oder bei Urlaub eine Caterer zu bestellen. Das kostete dann zusätzlich (Caterer nimmt im Durchschnitt 2,50€/pro Gericht und bei 10 Tagen Urlaub kommen 25€ zusammen). Das reguläre Essengeld wird natürlich weiter gezahlt. Auch Erzieher fallen spontan aus und dann muss jemand einspringen oder als Alternative Notgruppe oder Schließen der Gruppe. Natürlich gibt es auch die Situation, so habe ich es auch gehabt: jemand mag die Gartenarbeit und investiert gerne seine Stunden da rein. Das Gleiche beim Handwerken. "Ach das ist kaputt. Das repariere ich" so ein Vater und hat das am Wochenende gemacht. Gleiches bei rechtlichen Fragen, da gab es den Vater der Anwalt ist. Mit der Zeit wusste ich auch wen ich für was anspreche, aber wenn man nichts gerne macht und dann soll, dann ist es das falsche Konzept.
Öffnungszeiten waren von 7:30-17 Uhr. Kostenmäßig lag ein Kitaplatz dort beim Preis gleich wie bei der Stadt.
Zu den Stunden die abgeleistet werden kommen Mitgliederversammlungen, Elternabende,......

Vorhin schrieb ich vom Konzept. Die Kita kann noch so toll sein, wenn Eltern da nicht mit dahinterstehen bringt das nichts.
Die Gruppen sind kleiner. Wir hatten 1 Krippengruppe (12 Kinder, 4 Erzieher, wovon 3 immer da waren, 1 Heilpädagogin für 2 Std./tgl.), eine altersübergreifende Gruppe für Kinder ab 1 Jahr (18 Kinder, 4 Erzieher, wovon 3 immer da waren) und eine Kindergartengruppe (10 Kinder, 3 Erzieher, wovon 2 immer da waren). Zudem gab es 1 Jahrespraktikant, im Wechsel 1 Auszubildende Erzieherin im letzten Jahr, welche immer 3 Monate blieb, und pro Gruppe 1 Auszubildende zur Sozialassistentin, welche 2 Tage/Woche da war.
Gegessen haben 28 Kinder zusammen, was gut ging. Gearbeitet wurde im Kindergartenbereich nach dem Offenen Konzept; in der Krippe Teiloffen. Die Räume waren schön, lichtdurchflutet, groß. 1 Erzieher mit wenig Kinder in einem Bereich. Es war familiär.
Doch es funktioniert nur so lange gut, wie das Konzept auch funktioniert. Es gab Tage, da habe ich 28 Kinder alleine betreut und das nicht nach dem Offenen Konzept, sondern Geschlossenen. Wie sollte es sonst auch gehen, denn ich kann nicht in 6 Räumen zeitgleich sein. Eltern kamen stundenweise zur Hilfe (ich war über jede Hilfe dankbar). Die Eltern wussten von der Situation. Die Eltern waren dafür zuständig, dass neues Personal gesucht und gefunden wird. Leider übernahm die Aufgabe dort erst jemand nach Wochen, als sie merkten, dass ich nicht wieder komme (ich habe gekündigt). Die Situation gibt es natürlich in anderen Kitas auch, aber mal eben die Stadt oder Kirche um Hilfe bitten geht da nicht.

Ich bin nicht abgeneigt davon mein Kind in eine Elterninitiative zu geben, aber ich mache mir vorher bewusst: Kann ich die Stunden ableisten, regelmäßig abends zu Terminen gehen, am Wochenenden auf Festen helfen, ggf. zusätzlich Geld für den Caterer ausgeben und vor allem bei Bedarf mein Kind eher abholen oder auch zu Hause lassen, weil Erzieher ausfallen? Wenn das geht, dann kommt mein Kind dahin. Wenn nicht und ich habe die Möglichkeit auf einen anderen Platz, dann nicht. Es gibt auch andere Kitas, welche gut arbeiten.

 
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