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Geschrieben von Maikäferchen2017 am 09.11.2019, 22:21 Uhr

2,5 jährige treibt mich gerade in den Wahnsinn...

Kennt ihr das auch? "Alleine machen"... Aber wirklich alles alleine?! Wir lassen unsere Kleine wirklich schon vieles alleine machen/versuchen, aber so doof kann ich manchmal gar nicht denken, weswegen sie dann anschließend einen Aufstand bis zum Gehtnichtmehr macht.
Licht im Raum an- oder ausmachen, Teller und Besteck hinlegen, Saft einschenken, Klamotten sowieso alleine ausziehen... Alles muss sie alleine machen bzw. darf auch kein anderer. Manches machen wir so in Gedanken wie zB beim in die Küche gehen das Licht anmachen... Oder wenn sie einen Joghurt gegessen hat, beim Tisch abräumen diesen Joghurt dann in den Gelben Sack schmeißen. Sie dreht z Zt. bei ALLEM durch, wenn sie das nicht gemacht hat. Lässt sich auch durch nichts beruhigen , erst wenn sie zB das Licht wieder aus und dann selber angemacht hat. Oder den Joghurt wieder aus dem Sack geholt hat und selbst weggeschmissen hat.
Es ist ja schön, wenn sie vieles ausprobieren und selber machen will, aber der normale Tagesablauf daaaauuuuert.... Sie macht mich gerade echt fertig, gerade wenn es morgens mal etwas zügiger gehen muss...
Kennt ihr solche Geschichten oder ist sie da echt schon extrem? Und wie reagiert man am besten? Sie machen lassen, bei allem und immer? Oder auch mal strickt gegenan gehen (mit anschließendem Tobsuchtsanfall)?

 
6 Antworten:

Re: 2,5 jährige treibt mich gerade in den Wahnsinn...

Antwort von Mystical am 10.11.2019, 0:14 Uhr

Huhu,
ja, wir kennen das auch nur zu gut.
Unsere große Tochter hat uns mit solchen Aktionen wahnsinnig gemacht. Eines ihrer ersten Wörter war vermutlich "Selber".
Jeden Tag gab es Wutausbrüche und Tränen, weil Mama die Treppe zuerst hoch gegangen ist. Oder weil Papa ihr einfach die Mütze aufgesetzt hat. Usw.
Am längsten ging das Theater mit den Farben von Besteck und Geschirr. Wehe, es lag ein blauer statt einem pinken Teller da. Denn wir mussten schließlich ihre Gedanken lesen können und den richtigen hinlegen. Schlimm wars auch, wenn Teller und Gabel gleiche Farbe hatten.

Eine richtige Lösung gibt es da, glaube ich, nìcht. Nur durchstehen, vorausdenken und solche Situationen bestmöglich vermeiden.
Wir haben versucht, ihr ihre Freiheiten zu lassen, so gut es ging.
Beim Licht anmachen zum Beispiel haben wir ihr eben den Vorrang gelassen. Sie durfte es auch aus und wieder anmachen, wenn es denn unbedingt sein musste. Wir haben uns nur nie was von ihr sagen lassen. Das heißt, ohne nachdenken das Licht angemacht, sie getobt und wollte, dass wir es wieder ausmachen. Aber nix da.

Ja, es gab viele mühsame Kämpfe und Diskussionen, aber ich muss sagen, es verblasst alles im Nachhinein.
Heute ist sie eine brave und sehr selbstständige 4,5-jährige. Die meisten dieser "Spinnereien" hat sie abgelegt, hin und wieder kommt es noch durch.
Vor kurzem frühs Theater, weil sie ja am Tisch am Fenster sitzen wollte, wo aber ihre Schwester bereits saß.
Wir haben ihr von Anfang an immer wieder eingebläut, wenn sie etwas möchte, muss sie es vorher sagen. Wir wissen nicht was sie denkt.
Naja, letztendlich stand sie an dem Morgen zehn Minuten neben dem Tisch, bis ihre Schwester mit essen fertig war. War uns auch recht.

Es ist nervenauftreibend, wenn die Kleinen so eifrig und versessen drauf sind, alles alleine zu machen, aber es lohnt sich für später.
Gutes Durchhaltevermögen wünsch ich dir

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Re: 2,5 jährige treibt mich gerade in den Wahnsinn...

Antwort von Maikäferchen2017 am 10.11.2019, 7:44 Uhr

Danke, das beruhigt, dass es nicht nur uns so geht/ging. Das mit den "richtigen" Farben oder aus welcher Tasse heute getrunken werden "muss" gibt's hier auch zu genüge

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Re: 2,5 jährige treibt mich gerade in den Wahnsinn...

Antwort von maskottchen79 am 10.11.2019, 9:50 Uhr

Mein Sohn war und ist noch in vielen Dingen genauso wie deine Tochter. ;)
Ich hatte da vor einiger Zeit mal etwas dazu gelesen , ich weiss nur nicht mehr wo.
Und ich versuch's mal wieder zu gehen.

Kinder planen ihre Abläufe, der dann z.b. auch beinhaltet das zuerst das Licht angemacht wird , zum Mülleimer gegangen wird , Mülleimer auf, Sache rein und Deckel wieder zu. Das ist dann also deren Plan der schon vor betreten des Raumes im Kopf steht . Nun kommen aber die unbekannten Variablen ins Spiel, nämlich wir Mamas ;) die einfach das Licht anmachen, bevor es das Kind kann.
Das bringt natürlich den ganzen Plan völlig durcheinander und das Kind dreht dann in diesen Moment durch , weil es noch garnicht in der Lage ist damit umzugehen wenn ein ausgemachter Plan plötzlich gestört wird. Das Lernen die Kids erst nach und nach , und auch dann mit der Situation umzugehen wenn ihn einer zuvorkommt.

Ich hoffe das war verständlich

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Re: 2,5 jährige treibt mich gerade in den Wahnsinn...

Antwort von maskottchen79 am 10.11.2019, 9:55 Uhr

Ich habe mich dann meistens entschuldigt beim Kind , und ihm gesagt , das Mama gerade nicht aufgepasst hat , das er doch diese Sache gerade machen wollte und es nächstes mal dann machen darf.
Das hat nach einigen malen dann auch schon gereicht und ich bekomm heute noch von ihm zu hören, ich hätte mal wieder nicht aufgepasst , weil er es machen wollte aber es wird dadurch nicht mehr geschrieen.

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Re: 2,5 jährige treibt mich gerade in den Wahnsinn...

Antwort von Lovie am 10.11.2019, 13:17 Uhr

Ja, das kennen wohl alle mit Kindern in dem Alter...

Seid mal froh, wenn "zurückspulen" klappt. Wir hatten kürzlich eine Phase, da war das nicht akzeptabel, dass das Licht dann nochmal aus gemacht wurde damit sie es an machen kann...

Hier ist der Alltag durchaus manchmal eine Wissenschaft für sich, die leider nur ich studiert habe und die den Papa am Wochenende einfach total irritiert.

So müssen wir, um kreischfrei durch den morgen zu kommen, zuerst im Dunkeln durch die Wohnung, damit das Kind das Licht anmachen kann, dann wird nach mir unbekannten Kriterien das Geschirr und Besteck ausgewählt (bis das passiert ist kann ich die Spulmaschine ausräumen!)...
Anschließend wird im Bad der Kampf des zahnpasta auf die Zahnbürste drücken ausgefochten (ganz allein geht das nicht, da sonst die halbe tube im Bad verteilt ist...) gefolgt von "ich ziehe mich selbst an".

Ganz ehrlich ist mir das mittlerweile wurscht, ich sage ihr sie kann es so lange versuchen bis ich mir die Zähne geputzt und mich angezogen habe und dann mache ich weiter. Das klappt dann auch, weil sie genug Zeit hatte es selbst zu versuchen.

Beim aus dem Haus gehen müssen dann alle Türen übrigens 2 mal auf bzw zu gemacht werden, da ich 2 Kinder habe, die unbedingt die Tür öffnen bzw schließen wollen und ich keine Lust auf Streit habe. Die zeitsparende Variante ist tatsächlich, die Türen doppelt zu öffnen bzw. Zu schließen...
Und so geht das den lieben langen Tag... Wobei ich mittlerweile diese selbermachenphase auch ausnutzen und das Kind für "boten gänge" durch die Wohnung jage, hol mir dies, bring das weg usw. Da fühlt sie sich groß, wichtig und gebraucht. Und wenn der selbermachentank gut gefüllt ist, dann darf ich bei dem einen oder anderen auch mal wieder helfen.

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Re: 2,5 jährige treibt mich gerade in den Wahnsinn...

Antwort von Bagari am 12.11.2019, 1:07 Uhr

Genau so läuft es bei uns auch. Das gehört zu dieser Autonomie phase dazu. Ich hab auch erst gedacht mein Gott wie kann man wegen so einem Blödsinn gleich ausrasten, aber mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt mitten im Supermarkt zu stehen und seelenruhig einzukaufen während meine Tochter wie eine Furie durch den Laden rennt weil sie die Limetten nich selbst in den Einkaufskorb gelegt hat sondern ich das aus Routine getan habe.
Zuhause schreibt sie mir vor wann und wo ich mich hinsetzen darf, wann ich wieder aufstehen soll, ob ich meine Brille tragen darf oder nicht, sie will ALLES bestimmen. Natürlich mach ich da nicht mit. Bloß motzen hilft gar nicht weiter.ich hab gelesen man soll den Kindern ihre Wutanfälle lassen und nicht versuchen sie davon ab zu bringen oder selbst wütend werden. Kinder in dem Alter lernen erst mit ihrer Wut und ihrem eigenen Willen klar zu kommen und vorallem damit, dass sie ihren Willen nicht immer kriegen. Diese "Niederlage" müssen sie erleben um zu lernen Frustration auszuhalten. Deshalb gilt für Eltern: Ohren auf Durchzug, Kleinkind toben lassen, irgendwann ist die Zeit vorbei.
Was auch manchmal hilft (wenn sie noch nicht komplett ihrem Frust erlegen ist): Kompromiss anbieten wenns geht. "Ok du ziehst deine Hose aus, dafür zieht Mama den Pulli aus, sonst dauert das zu lange".
Lange Erklärungen usw bringen auch nichts, es steht ja überall man soll die Kinder "begleiten", d.h. nix anderes als ruhig bleiben und dem Kind beim ausrasten zusehen. Und wenn es sich abreagiert hat ganz gelassen (besten auf Augenhöhe) nochmal kurz das Nein von vorhin bestätigen, z.b. "der Becher bleibt im Müll,den hat Mama jetzt schon weggeschmissen, nächstes mal kannst du das wieder machen" und evtl einen zweiten Wutanfall in Kauf nehmen. Oder einen Kompromiss anbieten wenn die Situation das her gibt.
Ich hole keine Becher wieder aus dem Müll, meine Tochter muss damit leben dass sie nicht alles entscheiden darf. Ich lebe dann mit dem Wutanfall, aber sie lässt sich gut auf Kompromisse ein.

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