Verminderter Spermientransport

Verminderter Spermientransport

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Bei der männlichen Fruchtbarkeit dreht sich alles um die Spermienqualität aber auch um den Weg der Spermien, den sie im Körper des Mannes zurücklegen müssen. 

Bei einer Störung des Spermientransports können die Samenzellen ihren Weg aus den Nebenhoden, in denen sie gespeichert sind, durch den Samenleiter nach draußen nicht zurücklegen. Die Ursachen hierfür können sehr unterschiedlich sein.

Retrograde Ejakulation

Bei einer retrograden, also "rückwärts gerichteten" Ejakulation, findet der Samenausstoß nach innen statt. Damit ist gemeint, dass die Samenflüssigkeit in die Harnblase umgelenkt wird. Bemerkbar wird dies, wenn beim Orgasmus nur sehr wenig oder gar kein Ejakulat austritt. Auch der Urin kann nach dem Verkehr trüb erscheinen, denn die Spermien werden über den Urin ausgeschieden.

Ursachen hierfür sind Probleme am inneren Blasenschließmuskel. Oft ist die retrograde Ejakulation eine Begleiterscheinung bei Prostataerkrankungen oder nach Bauchoperationen. Aber auch Diabetes, Hämorrhoiden oder multiple Sklerose können Auslöser sein oder Medikament, wie Blutdrucksenker oder Antidepressiva. Zu den angeborenen Ursachen zählen Fehlbildungen am Blasenhals oder des Samenleiters oder auch ein gestörtes sympathisches Nervensystem.

Die Behandlung ist oft langwierig und der Erfolg hängt stark vom Auslöser der Erkrankung ab. Elektrostimulation oder Medikamente können manchen Patienten helfen.

Fehlende Samenleiter (CAVD)

Sollten im Ejakulat keine Spermien zu finden sein, kann dies auch an fehlenden Samenleitern liegen. Bei ein bis zwei Prozent der unfruchtbaren Männer ist das die Ursache der Infertilität. Mediziner sprechen dann auch verkürzt von CAVD, für "congenitale Aplasie des Vas deferens", also einem angeborenen Fehlen der Samenleiter. Die Samenzellen werden zwar im Hoden gebildet, gelangen jedoch nur bis zum Nebenhoden, weil die Verbindung nach außen über den Samenleiter fehlt.

Fehlende Samenleiter, können auch ein Anzeichen für eine milde Form der Mukoviszidose (Cystische Fibrose) sein, bei der die Lunge nicht beteiligt ist. Bei zwei Dritteln der Männer mit CAVD findet man Mutationen im Gen für Mukoviszidose.

Hodenkrampfader (Varikozele)

Die Samenstränge sind in den Hoden von einem Venengeflecht umgeben. Sind die Venen vergrößert, spricht man von einer Hodenkrampfader (Varikozele). Sie ist die häufigste Erkrankung der Blutgefäße am männlichen Geschlecht. Etwa acht bis zehn Prozent aller Männer sind davon betroffen. Aus anatomischen Gründen tritt die Varikozele in den allermeisten Fällen linksseitig auf. Aufgrund eines Blutrückstaus im Hodenbereich kommt es zu einer verstärkten Wärmeentwicklung, die sich wiederum negativ auf die Spermienproduktion auswirkt. Oft verursacht die Varikozele keine Beschwerden, es gibt aber Fälle, in denen betroffene Männer besondes beim Stehen Schmerzen am Hodensack empfinden. Unbehandelte Hodenkrampfadern sind bei 30 bis 40 Prozent aller unfruchtbaren Männer die Ursache für Fertilitätsprobleme. Wird die Hodenkrampfader verödet, kann sich die Fruchtbarkeit wieder erhöhen.

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