Dr. Almut Dorn

Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn

Psychologische Psychotherapeutin

Frau Dr. phil. Almut Dorn ist als Psychotherapeutin seit über 20 Jahren im Bereich der Gynäkologischen Psychosomatik tätig. Sie studierte Psychologie in Bielefeld, Paris und Mannheim. Nach ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Psychotherapeutin in der Gynäkologischen Psychosomatik des Universitätsklinikums Bonn leitete sie die Gynäkologische Psychosomatik im Endokrinologikum in Hamburg. Seit 2010 ist sie in eigener Privatpraxis in Hamburg tätig und ist neben der Patientenversorgung als Dozentin und Supervisorin tätig.

mehr über Frau Dr. Almut Dorn lesen

Dr. Almut Dorn

2. Kind bereuen

Antwort von Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn, Psychologische Psychotherapeutin

Frage:

Hallo Frau Dorn,
unsere große Tochter ist 5,5 und unser Sohn 6 Monate alt. Meine Tochter ist die Liebe meines Lebens. Sie war als Baby zwar auch anstrengend aber ein Leben ohne sie kann ich mir nicht vorstellen. Unser Sohn ist zwar sehr pflegeleicht aber ich finde keinen Zugang zu ihm. Des öfteren frage ich mich warum wir noch ein Kind bekommen habe. Irgendwie bereue ich es. Das hört sich schrecklich an und so fühle ich mich auch. Er ist so ein lieber Bub aber ich bin regelrecht froh wenn es sich der Papa um ihn kümmert und ich mich um die Große kümmern kann. Dieses Babygeschrei, weinen, tragen, Schlafmangel- das alles nervt mich zurzeit total. Manchmal wünschte ich, ich könnte die Zeit zurück drehen. Ein schrecklicher Gedanke, der mich aber zurzeit oft begleitet. Was kann ich tun?

von Rebecca0710 am 02.06.2021, 05:37 Uhr

 

Antwort auf:

2. Kind bereuen

Ihre Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, weil ich zuvor gerne gefühlt 99 Fragen Ihnen stellen würde. Es kann so viele Gründe für Ihr geschildertes Problem geben. Eventuell haben Sie depressive Symptome, was eine Mutter-Kind-Bindung stören kann, dann würde ich Ihnen eine Mutter-Baby-Psychotherapie empfehlen, es gibt dafür spezialisierte TherapeutInnen. Vielleicht ist es aber auch ein recht normaler Anpassungsprozess, den viele Mütter mit dem 2. Kind durchmachen. Ist es nicht die größte Herausforderung für Eltern, zu erkennen, dass die Kunst darin liegt, jedes Kind, das einem geschenkt wird zu begleiten, egal mit welchen Eigenschaften, Eigenarten, Ausprägungen es sich entwickelt? Gleichzeitig sind diese Herausforderungen meist das, an dem man selber wachsen kann, gerade wenn man an seine eigenen Grenzen gebracht wird. Sich mit diesen Grenzen zu beschäftigen, warum - weshalb - wieso löst dieses Kind diese Gefühle oder nicht-Gefühle in mir aus, wäre eine psychotherapeutische Arbeit wert. Vielleicht gilt es auch Jungs (Männer) nochmals ganz anders zu verstehen und kennen zu lernen. Es gibt extra Elternratgeber für Jungs - das kann sehr hilfreich sein. Gehen Sie nicht in den Rückzug, holen Sie sich gegebenenfalls Hilfe in einer Beratungsstelle, versuchen Sie sich beide (oder sie alle vier) zu verstehen!

von Dr. Almut Dorn am 02.06.2021

Antwort auf:

2. Kind bereuen

Guten Morgen. Mich hat deine Frage beschäftigt und ich wollte dir gerne schreiben. Ich hoffe so sehr und bete, dass ihr einen Weg findet und dass du lernst, dein Baby so zu lieben, wie er es braucht und verdient hat.
Meine Idee: Du könntest versuchen, so viel wie möglich zu Bonden. Du mit Unterwäsche, dein Baby in Windeln und gaanz viel Körperkontakt. Zusammen baden oder einfach nur so. Und ganz ungestört. Dabei wird Oxytocin, das Bindungshormon, freigesetzt.
Natürlich nur unterstützend zu den Tips der Expertin. Eine gemeinsame Therapie klingt sehr sinnvoll. Und ich kann dir nur raten, nicht zu warten, sondern es direkt anzugehen, was du aber sicher eh tun wolltest.
Ich wünsche dir alles alles Gute!
Anna

von annarick am 13.06.2021

Stift selbst eine Frage stellen
geöffnet:   Montag | Mittwoch | Donnerstag
Mobile Ansicht

Impressum Team Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.