ICSI - Intrazytoplasmatische Spermieninjektion

ICSI

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Die ICSI (sprich "Iksi") ist die häufigste Technik, wenn es um eine künstliche Befruchtung geht. Bei etwa 75 Prozent aller künstlichen Befruchtungen wird dieses Verfahren eingesetzt.

Durch diese Methode haben auch Männer mit schweren Fruchtbarkeitsstörungen die Möglichkeit, Vater zu werden.

Wenn im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung Ärzte von einer ICSI sprechen, ist dies die einfache Abkürzung für ein kompliziert auszusprechendes Verfahren: Bei der "intrazytoplasmatische Spermieninjektion" wird zuerst eine Eizelle dem Eierstock der Frau entnommen. Danach wird eine Samenzelle mit einer sehr feinen Nadel in die Eizelle eingebracht. Die künstlich befruchtete Eizelle wird nach ein paar Tagen wieder der Frau in die Gebärmutter eingesetzt. Diese Methode der künstlichen Befruchtung macht es möglich, dass auch eine Schwangerschaft erzielt werden kann, wenn beim Mann die Spermienqualität unterdurchschnittlich ist.

Wann wird eine ICSI empfohlen?

Wenn das Spermiogramm keine Möglichkeit für eine natürliche Befruchtung anzeigt, sollte man eine ICSI in Betracht ziehen. So kann es beim Mann vorkommen, dass die Zahl oder die Beweglichkeit der Spermien nicht für eine Insemination oder eine In-vitro-Fertilisation (IVF) ausreichen. Eine Spermieninjektion direkt in die Eizelle verspricht dann eine sichere Befruchtung.

Ob sich das befruchtete Ei entwickelt und sich der Embryo in die Gebärmutter einnistet, hängt von vielen individuellen Voraussetzungen des Paares ab. Durchschnittlich 15 bis 20 Prozent aller Paare bekommen pro Behandlungszyklus ein Baby. Damit die Erfolgschancen sich bei einer ICSI erhöhen, ist es empfehlenswert, im Vorfeld die Spermienqualität sicherzustellen.

Eine ICSI wird auch genützt, wenn auf normalem Wege keine Spermien zu gewinnen sind. Etwa bei einem nicht operierbaren völligen Verschluss der Samenwege. Dann gelingt es möglicherweise, mittels MESA oder TESE doch noch Samenzellen zu gewinnen. Den gewonnenen Spermien erleichtert eine ICSI das Ei zu befruchten.

Was wird bei einer ICSI gemacht?

Auch bei einer ICSI muss sich die Frau zuerst einer Stimulationsbehandlung der Eierstöcke unterziehen. Sind genügend Eizellen herangereift, werden sie unter Narkose für die künstliche Befruchtung entnommen.

Bei der natürlichen Befruchtung, aber auch bei der IVF-Behandlung, umschwärmen zahlreiche Samenzellen das Ei. Weil die Spermienqualität nicht ausreicht, damit ein Spermium aus eigener Kraft die Hülle des Eibläschens durchdringt, wird ein Samenfaden ausgewählt und mit einer Kanüle in das Ei eingesetzt. Dabei wir die Eizelle mit einer Glaskanüle unter dem Mikroskop festgehalten. Die Samenzelle befindet sich in einer dünnen Pipette, mit der sie in der Eizelle platziert wird.

Wenn der Eingriff fachkundig ausgeführt wird, nimmt die Eizelle dabei keinen Schaden und regeneriert sich binnen kürzester Zeit. Zwei bis fünf Tage nach der Befruchtung des Eibläschens erfolgt der Embryonentransfer. Dabei wird das befruchtete Ei mit einem dünnen Katheter in die Gebärmutterhöhle der Mutter gebracht. In der Regel ist dies nicht schmerzhaft und kann ambulant erfolgen.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2019

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