Wissenswertes über den Eisprung

Eisprung

© fotolia, Sebastian Kaulitzki

Der Eisprung - oder auch Ovulation genannt - bezeichnet jene Zeitspanne im Zyklus, in der eine Frau am fruchtbarsten ist, bzw. eine Schwangerschaft am wahrscheinlichsten ist.

Hat die Frau ungeschützten Geschlechtsverkehr, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kinderwunsch in Erfüllung geht, bei rund 15-25 Prozent. Bei einem Kinderwunsch ist es deshalb wichtig, dass beide Partner wissen, was bei einem Eisprung im weiblichen Körper passiert.

Welche Hormone sind beteiligt?

Der reibungslose Ablauf des Eisprungs wird erst durch die Produktion von GnRH (Gonadotropine Releasing Hormon) im Zwischenhirn möglich. Denn GnRH fördert die Freisetzung des follikelstimulierenden Hormons (FSH) und des luteinisierenden Hormons (LH) aus der Hirnanhangsdrüse.

FSH und LH bewirken nicht nur das Wachstum der Eibläschen, sondern lösen letztendlich den eigentlichen Eisprung aus. Zusammen mit einer Vielzahl anderer Hormone, wie beispielsweise dem Gelbkörperhormon Progesteron und Östrogenen, sorgen sie dafür, dass sich das Muskelgewebe der Eierstöcke zusammenzieht. Dadurch platzt das feine Häutchen (Epithel) des dominanten Follikels auf und die Eizelle wird herausgespült. Zeitgleich stülpt sich das trichterförmige Ende des Eileiters über den Eierstock und fängt die Eizelle mithilfe feiner Fransen auf.

Was geschieht nach dem eigentlichen Eisprung?

Das Epithel des Follikels geht dem Körper nicht verloren, sondern bildet sich zum sogenannten Gelbkörper um, der das Gelbkörperhormon Progesteron produziert. Progesteron gewährleistet, dass die Schleimhaut der Gebärmutter für eine mögliche Schwangerschaft und die Einnistung einer befruchteten Eizelle gewappnet ist. Wird die Frau nicht schwanger, schrumpft der Gelbkörper innerhalb der nächsten 10 Tage wieder und ist schließlich nur noch als winziges Narbengewebe auszumachen.

Die reife Eizelle verbleibt nach dem "Schlüpfen" etwa 24 Stunden im Eileiter. Wird sie in dieser Zeit befruchtet, wandert sie zur Gebärmutter weiter und nistet sich dort in die Schleimhaut ein. Unterbleibt die Befruchtung, stirbt sie ab. Weil sich in diesem Fall auch der Gelbkörper zurückbildet und die Progesteron-Produktion zurückgeht, nimmt der Menstruationszyklus seinen Verlauf und endet schließlich mit dem Eintritt der Periode.

Wann findet der Eisprung statt?

Sowohl für die Familienplanung mit Kinderwunsch als auch für die natürliche Verhütung ist die Frage des richtigen Timings entscheidend. Frauen, die mit ihrem Zyklus vertraut sind, können ihre fruchtbaren Tage relativ genau eingrenzen und damit die Chancen, schwanger zu werden, erhöhen.

Bei einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus stellt sich der Eisprung ungefähr am 14. Tag des Menstruationszyklus ein. Bei einem kürzeren oder längeren Zyklus findet er entsprechend früher oder später statt. Wann es genau so weit ist, lässt sich leicht mithilfe eines Ovulationstests feststellen. Der Frauenarzt hat außerdem die Möglichkeit, den Eisprung mit einer Ultraschalluntersuchung oder anhand einer Blutprobe nachzuweisen.

Ist der Eisprung spürbar?

Gerade Frauen, die schwanger werden wollen, reagieren sehr feinfühlig auf jede körperliche Veränderung, die darauf hindeuten könnte, dass sich ihr Kinderwunsch endlich erfüllt. 40 Prozent aller Frauen benötigen hingegen keine geschärfte Beobachtungsgabe. Bei ihnen äußert sich der Eisprung allmonatlich durch ein schmerzvolles Ziehen im Unterleib, den sogenannten "Mittelschmerz". Auch empfindliche, spannende Brüste oder Rückenschmerzen können zu den unangenehmen Begleiterscheinungen der fruchtbaren Tage zählen.

Nur mit dem Thermometer lässt sich ein weiteres typisches Anzeichen aufspüren. Ausgelöst durch die vermehrte Produktion des Gelbkörperhormons steigt die Körpertemperatur in der Zyklusmitte um bis zu 0,7 Grad an. Auch die Libido kann jetzt in die Höhe klettern. Viele Frauen beobachten außerdem, dass sich Menge und Konsistenz des Gebärmutterschleims ändern. Um den Zeitsprung des Eisprungs herum ist der Ausfluss besonders klar und lässt sich zwischen den Fingern zu Fäden ziehen.

Wie zuverlässig ist der Eisprung?

Bei einem regelmäßigen Menstruationszyklus ist es recht wahrscheinlich, dass sich auch der Eisprung zuverlässig jeden Monat einstellt. Bei unregelmäßigen Zyklen hingegen ist es möglich, dass Menstruationsstörungen unterschiedlichen Ursprungs einen Eisprung verhindern. Klarheit bringt nur eine Untersuchung beim Frauenarzt.

Die Menstruation ist übrigens kein Garant dafür, dass ein Eisprung stattgefunden hat. Denn auch wenn er ausbleibt, wird die Schleimhaut der Gebärmutter regelmäßig abgebaut. Andersherum gibt es keinen Eisprung ohne Periode, es sei denn, eine Befruchtung hat stattgefunden.

Zuletzt überarbeitet: Dezember 2018

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