Chefarzt Dr. med. Jan Matussek

Chiropraktiker

Antwort von Chefarzt Dr. med. Jan Matussek

Liebe Familie, liebe besorgte Eltern,

Natürlich ist dies ein wichtiges Thema und es werden jetzt Weichen gestellt für die spätere Entwicklung des Kindes.

Wichtig ist mir noch mal eine Begriffsklärung: Ein osteopathische im besten Falle ein Krankengymnast, der eine spezielle Ausbildung bei der Behandlung von Kleinkindern und Säuglingen hat. Ein Chiropraktiker ist eine alte Bezeichnung und betrifft auch Leute, die eine zweifelhafte Ausbildung haben, im besten Fall natürlich auch sich auskennen. Für die gymnastische Behandlung eines Schiefhalses und einer Schiefstellung im Nackenbereich ist die Erfahrung eines Krankengymnasten oder Physiotherapeuten notwendig, der viel mit Säuglingen und Kleinkindern arbeitet. Die Aufgabe kann auch eine Osteopath mit entsprechender Ausbildung übernehmen.

Jetzt zu ihrem Kind:
Aus ihren Aufzeichnungen entnehme ich, dass bis zur 8. Woche diese Schiefstellung des Köpfchens nicht sichtbar war oder? Das spricht dafür, dass es sich um einen erworbenen Schiefhals handelt, der entweder auch wieder mit dem Begriff "Schokoladenseite" zu beschreiben wäre oder aber der eine tatsächliche Blockierung in den Kopfgelenken darstellt. Letzteres ist ein Phänomen, wenn das Köpfchen z.B. zur Nahrungsaufnahme hauptsächlich in eine Richtung gedreht wird: Zum Beispiel beim Anlegen an die Brust.
Oder bei generellen Lagerungen im Bettchen oder in einer Tragetasche. Wie es auch beim Erwachsenen vorkommt der längere Zeit seinen Kopf immer in eine Richtung gedreht oder geneigt hält, so ist dieses Phänomen auch beim Kind zu sehen, und meist mit Verspannungen und Blockierungen quittiert.

Der Therapeut muss also zunächst vorsichtig unter Zug das Köpfchen bewegen und schauen, wo das Problem liegt, das heißt, wo die Blockierung lokalisiert ist. Das macht man manual mit den Händen und mit seinem Fingerspitzengefühl. Hierbei ist wichtig, dass der Therapeut eine ausgewiesene Erfahrung mit Säuglingen hat. Hier im Berliner Raum könnte ich Ihnen Leute wärmstens empfehlen, in ihrer Region kenne ich mich natürlich nicht aus.

Ob die betreuende Ärztin nun freundlich oder nicht ist, tut hier nichts zur Sache. Versuchen Sie durch Rücksprache mit der Hebamme, die meistens wissen, wer solche Dinge behandelt in ihrer Region, die richtigen Personen ausfindig zu machen. Natürlich müsste das auch der Kinderarzt wissen. Ein Erwachsenen Orthopäde ist im Allgemeinen für diese Tätigkeiten nicht ausreichend ausgebildet.

Mit freundlichen Grüßen und der sicheren Überzeugung, dass ihrem Kind geholfen werden kann, Ihr Jan Matussek

von Dr. J. Matussek am 27.01.2021

 
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