Stillen auf Station schwierig: Was kann ich tun?

Stillen auf Station schwierig: Was kann ich tun?

© fotolia, Alik Mulikov

Grundsätzlich legen Wochenstationen großen Wert darauf, Mutter und Kind beim Stillstart zu unterstützen.

Allerdings kommt es immer wieder vor, dass Frauen das Stillen auf Station schwierig finden. Dafür gibt es meiner Erfahrung nach verschiedene Gründe.

1. Es dauert einfach, bis die Milch einschießt

Nach einer normal verlaufenen Geburt schießt die Milch ungefähr zwischen dem dritten und vierten Tag ein. War die Geburt anstrengender oder hatte die Frau einen Kaiserschnitt, braucht der Körper erst einmal Zeit, sich zu erholen. Dann beginnt der Milcheinschuss meistens zwischen dem dritten bis fünften Tag. Es ist gut, das zu wissen, damit Sie sich nicht unnötig unter Druck setzen. Oder von Ihrem Umfeld verrückt machen lassen.

2. Ruhe und Erholung sind sehr wichtig

Kraft und innere Ruhe sind gut fürs Stillen. Verschieben Sie ruhig alle Besuche außer denen der engsten Verwandten! Anfangs brauchen Eltern Zeit, um in der neuen Situation innerlich anzukommen - vor allem die Mutter. Auf Station ist der Tag sowieso schon durchgetaktet mit Visite, Essen, Babypflege ... Bei zu viel Besuch bleibt Ihnen keine Ruhe zum ungestörten Ausruhen.

3. Bei der Stillberatung hakt es

In den letzten Jahre kamen wieder vermehrt Kinder zu Welt. Aber der Stellenschlüssel in den Krankenhäusern hat damit nicht Schritt gehalten. So bleibt den (Kinder)Krankenschwestern, Hebammen oder Stillberaterinnen auf der Station zu wenig Zeit für eine ausführliche Stillberatung. Eine Situation, die auch diese Fachfrauen wirklich unbefriedigend finden. Tipp: Sie können übrigens auch Ihre betreuende Wochenbett-Hebamme um Rat fragen.

4. Sie brauchen mehr zu essen

In der Stillzeit ist es sehr wichtig, dass die Mutter gut isst und genügend trinkt. Auf Station gibt es in der Regel Frühstück, Mittagessen, eine Kleinigkeit zum Kaffee und dann sehr früh Abendessen. Die meisten Frauen essen danach nichts mehr bis zum Frühstück gegen 8:00 Uhr. Das ist viel zu lang; gerade in der Phase, nach der Geburt, wenn der Wochenfluss startet und Ihr Körper sich erholt.

Viele Mütter haben zwar kurz nach der Geburt keinen großen Hunger. Versuchen Sie aber, ausgiebig zu frühstücken, sobald es geht. Und essen Sie ruhig noch eine Kleinigkeit in der Zeit bis zum Mittagessen. Auch den Nachmittagskuchen dürfen Sie jetzt ohne schlechtes Gewissen so richtig genießen. Am besten essen Sie später ausreichend zu Abend und beschließen den Tag mit einem letzten Imbiss vor dem Schlafengehen. Lassen Sie sich doch einfach ein paar Sachen für zwischendurch mitbringen: zum Beispiel Obst, Kräcker, Müsliriegel - oder gleich ein belegtes Brötchen. Und bitte denken Sie daran: Sie brauchen jetzt pro Tag gut drei Liter Flüssigkeit!

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