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Geschrieben von HeikeF am 09.11.2007, 11:43 Uhr

Einzelgänger, was mach ich nur?

Hallo zusammen,

ich weß mir einfach nicht mehr zu helfen. Unser Sohn (6 1/2 Jahre alt) geht in die 1. Klasse. Er mutiert, wie auch schon zu Kindergartenzeiten zum Einzelgänger. Mal MIT dem Strom schwimmen kann er nicht, er schwimmt IMMER dagegen.
Andere Jungs, so auch heute früh am gemeinsamem Treffpunkt für den Schulweg haben sich zwei Jungs zum spielen verabredet. Er stand daneben und hörte nur stumm zu. Wenn ich da nicht die Fäden in die Hand nehme und für ihn was "ausmache" kommt da gar nichts.
Er scheint es aber auch nicht wirklich zu vermissen. Ich versteh das nicht. Er ist und wird Einzelkind bleiben. Daher finde ich den Kontakt zu anderen Kindern wichtig.
Wenn er dann sich mit einem anderen Kind trifft, will er immer der Bestimmer sein, das geht natürlich auf Dauer nicht gut... ach man, was mach ich nur?

LG
Heike

 
9 Antworten:

Re: Einzelgänger, was mach ich nur?

Antwort von RenateK am 09.11.2007, 11:57 Uhr

Hallo,
da kannst und sollst Du meiner Meinung nach nichts machen, wenn Dein Sohn das nicht vermisst. Mein Sohn ist auch so ein Einzelgänger, es gibt vielleicht insgesamt 2 oder 3 Kinder, mit denen er sich hin und wieder verabredet. Ansonsten spielt er mit, wenn draußen gespielt wird (bei uns wohnen sehr viele Kinder), aber verabreden ist ihm nicht wichtig. Auch Sachen wie Sportverein oder so interessiert ihn nicht, muss er ja auch nicht. Ich war und bin auch so, das ist nicht schlimm, die Menschen sind eben verschieden.
Nimm auf keinen Fall die Fäden in die Hand und arrangiere was für ihn, wenn er das nicht will, das wäre sicher gar nicht gut. Er geht ja in die Schule, ist da unter Kindern und solange es da nicht zu Probleme kommt, besteht meiner Ansicht nach gar kein HAndlungsbedarf.
Gruß, Renate

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@RenateK

Antwort von Pauline04 am 09.11.2007, 12:09 Uhr

Das stimmt schon, was Du sagst. Jeder ist anders usw. und so lange er es nicht vermisst...

Und in der Schule ist er unter Kindern.
Meiner ist nur "Einzelgänger" was die Schule betrifft. Gibt verschiedene Gründe. Die Ergotherapeutin brachte es mit dem Satz auf den Punkt:
"ich kann mir vorstellen, das die viele Kinder einfach zu blöde sind? und das ist in Ordnung - wir Erwachsenen mögen auch nicht alle leiden und uns gerne mit ihnen unterhalten".

Heißt: die Jungs in der Klasse liegen ihm nicht. Es ist überraschend (sagt die Lehrerin) das in dieser KLasse ALLE Jungs die GLEICHEN Interessen haben, also es keine Gruppen gibt. Es gibt eine Gruppe. Und wer da nicht mitmacht, ist eben außen vor.

Wäre ja nicht schlimm, wenn das Kind nicht leidet - NUUUUUUUUUR:
Das steht bei uns im Zeugnis:
- zieht es vor alleine zu arbeiten
- es sind viele pers. Gespräche notwendig ..
- der Junge leidet darunter.

lauter so Zeug. Ich dachte ich fall aus allen Wolken !!

"Anders sein" als die Masse kommt heutzutage gar nicht gut an. Und ich
versteh schon warum HeikeF versucht, Freundschaften zu arrangieren.

Denn die Kluft kann unter Umständen immer größer werden.

Und irgendwann leiden sie dann doch. Spätestens wenn sie in der 3. Klasse schwarz auf weiß lesen müssen, das sie soziale Probleme haben.

(Nicht anderes haben die Sätze doch ausgesagt, oder?)

LG
Pauline

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Re: @Pauline

Antwort von RenateK am 09.11.2007, 13:08 Uhr

Hallo,
ja das stimmt, aber es gibt eben Menschen die anders sind, die dazu stehen und nicht darunter leiden. Mein Kind ist so - ich wahrscheinlich irgendwie auch - und dann werde ich nicht versuchen es zu ändern, sondern zu unterstützen, so wie es ist glücklich zu werden. Arbeitet gern allein, finde ich kein Problem, wenn es im Zeugnis steht. Wenn soziale Probleme tatsächlich auftreten -war bei uns teilweise so - dann muss daran gearbeitet werden unter Einbeziehung der Lehrer, was manchmal schwierig ist. Unser Sohn hatte in den ersten drei Klassen eine Lehrerin, die völlig auf das Mittelmaß fixiert war. Alles was davon - wohin auch immer - abgewichen ist, hat sie offenbar überfordert. Davon waren übrigens auch Kinder betroffen, die leistungsmäßig Probleme hatten, hat mein Sohn nicht, im Gegenteil. Jetzt hat eine Lehrerin, die sagt, ihm muss klar sein, dass er in vielerlei Hinsicht anders ist als die meisten (ist ihm aber auch), ihm muss auch klar sein, warum das manchmal zu Reaktionen führt, aber die anderen müssen auch lernen ihn zu akzeptieren. Und so muss es auch sein. Und da unterstütze ich meinen Sohn.
Zu versuchen, das Kind zu ändern, halte ich für grundfalsch und ich hatte das Gefühl, dass HeikeF in diese Richtung tendiert und das sollte ich sagen und da stehe ich dazu. Ich hab ja nun irgendwie unfreundlich geantwortet.
Gruß, Renate

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Re: Einzelgänger, was mach ich nur?

Antwort von Tathogo am 09.11.2007, 13:37 Uhr

Ich finde du solltest aufhören"die Fäden in die Hand zu nehmen",ich denke nämlich damit erreichst du garnix.

Deinen Sohn stört es doch offenbar auch nicht-wo ist also das Problem?
´
Versuch ihn mal so zu sehen wie er offenbar ist:Ein Eigenbrödler oder(negativer formuliert) ein Einzelgänger...

Ist das so schlimm?
Ich finde nicht-es gibt auf dieser Welt viel zu viele die immer "mit dem Strom schwimmen";o)

Meine Tochter ist auch so:Hauptsache anders als alle anderen-damit ist sie auch schon des öfteren"angeeckt"...Zitat ehemaliger Erzieherin:"Wenn alle einen Kreis malen sollen,dann malt deine Tochter ein Viereck"*lol*...ja und???

Diese "anders sein" Linie zieht sich schon durch ihr ganzes Leben(sie ist immerhin 10 Jahre alt)...und ich sag dir was:Sie ist trotzdem recht beliebt,hat Freunde usw...aber nur weil SIE die haben möchte-nicht weil ich die Regie übernommen hab.
Sie hat da auch die Fäden in der Hand und sucht sich ganz genau aus wann sie mit wem spielt-aber keiner nimmts krumm...


Lass deinen Sohn mal ne Weile ganz in Ruhe damit und guck was passiert.

LG
Tanja

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Re: @Pauline

Antwort von pauline04 am 09.11.2007, 13:59 Uhr

Ich finde nicht das du unfreundlich geantwortet hast. Mir hat deine Antwort gefallen.
Im Endeffekt leben wir das auch so - nur die Begleiterscheinung (mit dem Zeugnis) die hat ihm schon weh getan.

Von daher versuch ich ihm schon zu zeigen, das es manchmal besser ist kompromisse einzugehe und auch an andere nicht all zu hohe Anforderungen zu stellen.

Iss nicht einfach, nicht ins Normmaß zu fallen. Bei Dir ist vielleicht der Vorteil, das du dich ein Stück weit in deinem Kind wiedererkennst - ich war völlig anders und muss echt aufpassen, das ich nicht ständig versuche meinen Sohn so hinzubiegen (oder mir zu wünschen) das er ist wie ich war.

:-)

LG
Pauline

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Re: Einzelgänger, was mach ich nur?

Antwort von kiaranina am 10.11.2007, 12:03 Uhr

Hallo,

Tja, hab auch so einen kleinen Jungen (jetzt 3. Kl), der sich von Anfang an von den anderen Jungs distanziert hat. Ist auch ein ganz lieber, netter, schlauer kleiner Kerl. Aber wenn die anderen raufen, sich beim Fangenspiel umschubsen und einfach mal so gegens Bein treten, versteht er nicht so recht warum. Er verabredet sich grundsätzlich nur mit Mädchen. Ich habe da auch schon versucht Jungsverabredungen zu fördern aber irgendwann einfach aufgegeben. Die spielten Kuscheltierweitwurf oder waren "grob" zu seinen Schleichtieren - da hört für ihn der Spaß auf.

Ich habe aber auch das Gegenteil zu Hause: Einen Zweitklässler, der jeden Tag mit anderen Jungs verabredet ist. In dessen Klasse ist auch ein kleiner "Exot" - und weil ich den Jungen so mag, versuche ich meinen Kleinen auch dann und wann zu einer Verabredung zu bewegen. Meistens vergeblich. Der ist ihm zu kompliziert - redet zu viel - denkt sich dauernd neue Regeln auch - irgendwie passt das nicht.

Sagt mal, gibts an euren Jungs auch so krasse Ablehnungen von bestimmten Dingen und Sachen ? - Meiner würde nie etwas mit Kragen, Reisverschluss oder Knöpfen am Hals tolerieren. Er vermeidet es so oft er kann Dinge aus Metall anzufassen. Hat eine abgrundtiefe Abneigung gegen Cargohosen wegen der zusätzlichen Taschen. Und auf der kompletten Bekleidung soll bestenfalls überhaupt kein Motiv drauf sein... .

LG Maria

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Re: Einzelgänger, was mach ich nur?

Antwort von MamaMalZwei am 10.11.2007, 17:57 Uhr

Hallo Maria, das gibt es, diese ich nenn es mal Befindlichkeitsstörungen. Dann ist Dein Sohn im taktilen Bereich (Metall anfassen) überempfindlich. Hat er auch nie gerne flüssige Farbe angefasst oder weigert sich bis heute, zu kneten? Du kannst versuchen, ihn unempfindlicher zu machen, indem Du ihm z.B. die Hände massierst und knetest oder versuchst, die Überempfindlichkeit mit Massagebürsten wegzubürsten. Aber Vorsicht, nur dann, wenn Dein Kind das mag.
Wenn er Schwierigkeiten mit Knöpfen oder Reißverschlüssen hat würde ich Sachen kaufen, die er anfassen und ertragen kann. Zu den "Mädchenverabredungen": Lass ihn, wenn die Mädchen sich noch darauf einlassen und er Freundinnen hat. Mein Sohn ist bis heute (11) noch gerne mit Mädchen zusammen, die erste beste "Freundin" meiner Tochter war ein Junge, dessen Mutter es irgendwann zu peinlich wurde, dass der sich immer mit Mädchen verabredete. Was für ein Quatsch! Er sollte endlich Jungen finden für die Geburtstagseinladung, da war meine Tochter tief getroffen. Inzwischen geht es wieder, sie treffen sich auch in den Ferien. Mal sehen, ob das auch so bleibt. LG

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Re: Einzelgänger, was mach ich nur?

Antwort von KarolineE.S. am 10.11.2007, 20:11 Uhr

Hallo Heike! :-)
Vielleicht brauchst Du Dir noch gar keine Sorgen machen; Freundschaften kommen plötzlich und unerwartet und das kann auch eine Weile dauern! Wenn er sich wohl fühlt und nichts vermisst, ist es doch ok. Vielleicht genügt ihm der Kontakt in der Schule; vielleicht wollte er sich mit diesen beiden Jungs gar nicht verabreden; oder vielleicht wollte er sich nicht selbst ungeniert miteinladen, sondern hat darauf gewartet, ob sie ihn fragen, ob er mit will... Ich meine, wenn ich den Eindruck habe, irgendwo nicht wirklich erwünscht zu sein, da will ich da auch nicht unbedingt hin...
Ein ständiger Wechsel nicht besonders gut funktionierender "Freundschaften" ist jedenfalls auch nicht besser, das sehe ich an meinem Sohn.
Vielleicht könnt Ihr zusammen Bücher lesen über Freundschaft usw., damit er so ein wenig davon mitbekommt, wie man sich in solchen Beziehungen verhält.
Mach Dir nicht zu viele Sorgen, er muss seinen Weg selbst finden! Du kannst ihm Deine Liebe und Dein Verständnis geben, ihm aufmerksam zuhören und mit ihm über das, was ihn beschäftigt, reden, aber nicht für ihn Freundschaften knüpfen!
Grüße
Karoline

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Re: Einzelgänger, was mach ich nur?

Antwort von RR am 12.11.2007, 16:54 Uhr

Hallo
mein Sohn ist zwar erst knapp 4, aber ich schreib jetzt dennoch mal, denn ich war im Grunde auch ein Einzelgänger.... Im Kiga war ich nur 1/2 Jahr u. hab dort niemanden direkt gehabt sondern bin "nebenher mitgelaufen". Meine Mutter hat mich übrigens - auch später - immer machen lassen, es war nicht wichtig ob ich Verabredungen hatte oder nicht. In der Grundschule war ich dann ab u. an mit einem Mädchen verabredet das bei uns in der Nähe wohnte. Naja, es ging mit spielen, aber so richtige Freundschaft war es nicht, sie war mir zu laut etc. 2 andere Mädchen aus der Klasse spielten immer in der Pause mit mir zusammen u. wir saßen auch oft zusammen im Unterricht - aber die wohnten eben weiter weg u. mit autofahrenden Müttern war das früher nicht so. Also spielten wir halt in den Pausen zusammen u. sonst nie.

Dann kam die Realschule u. es gab eine Mädchen u. eine Jungengruppe die sich immer traf. Und es gab 2 Mädchen (ich u. meine Freundin) die sich immer trafen mittags u. die ALLES zusammen unternahmen. Nebenbei gab es noch 2 einzelgänger-Mädchen die wurden von uns beiden auch ab u. an mitgenommen ins Schwimmbad etc, aber nicht immer, aber doch hin u. wieder, in den Pausen waren wir 4 oft zusammen.

So, letztens war nach 20 Jahren Klassentreffen der Realschule - und die ganzen anderen haben sich NIE mehr nach der Schule weiters getroffen. Meine Freundin u. ich haben bis heute noch Kontakt (nicht mehr regelmäßig aber immer noch hin u. wieder, u. a. übernehme ich die Klamotten ihrer Kinder für meinen Sohn). Darüber haben sich die anderen gewundert.

In der Lehre hab ich dann noch eine andere Freundin kennen gelernt u. sie ist heute meine Schwägerin (Brüder geheiratet also).

Was ich damit sagen möchte: Lass deinen Sohn mal alleine machen! Erzwungene Verabredungen bringen nix, wie du schon festgestellt hast muckt er da höchstens auf u. es wird nix drauf. Wenn er sich nicht verabreden möchte mag er vielleicht gerade diese beiden Kinder nicht so doll leiden - o.k. dann aktzeptiere es. Irgendwann wird für ihn jemand passendes da sein u. dann kannst du dich vor Verabredungen deines Sohnes nicht mehr retten....

Also - nicht überbewerten - wie du bei mir gesehen hast halten Einzelgänger-Freundschaften am Ende länger.....

viele Grüße

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