Ätherische Öle: Hände weg bei kleinen Kindern

Baby hat Schnupfen

© Adobe Stock, Alexandr Vasilyev

Schnupfnase, Halsweh und Husten – die Beschwerden einer Erkältung können kleinen Patienten ziemlich zu schaffen machen. Ätherische Öle sind bei erkälteten Kleinkindern aber tabu.

Im Notfall: Notarzt rufen und den Giftnotruf wählen

Sprays, Diffuser, Einreibepräparate, Bäder oder Inhalationsmittel, die ätherische Öle wie zum Beispiel Kampfer, Eukalyptus und Menthol enthalten, sollten Eltern nicht bei Babys oder Kleinkindern anwenden. Außerdem müssen diese Präparate für Kinder unzugänlich aufbewahrt werden.

Bei Unsicherheit, ob ein Präparat für Kinder geeignet ist, sollten Eltern besser den Kinderarzt um Rat fragen, bevor sie es verabreichen. „Falls dennoch ein Kind versehentlich ätherisches Öl zu sich genommen hat, sollten Eltern zuerst den Notarzt rufen und sich bei einer Giftnotrufzentrale über mögliche Maßnahmen informieren“, empfiehlt Dr. Ulrich Fegeler, Mitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Eukalyptus, Menthol und Kampfer – Präparate vor Kindern sichern

„Kleine Kinder reagieren besonders empfindlich auf ätherische Öle, viel empfindlicher als Erwachsene“, warnt Kinderarzt Dr. Fegeler. Pur eingenommen können die Öle dem zentralen Nervensystem, den Nieren und den Atemwegen schaden. „Sehr giftig sind beispielsweise Kampfer, Eukalyptus- (Cineol) und Pfefferminzöl (Menthol), etwas weniger giftig sind u.a. Terpentinöl, Orangen-/Zitronenschalen-, Teebaum- und Nelkenöl.“

Da ätherische Öle biologische Barrieren leicht überwinden, können chemische Bestandteile über den Verzehr, über die Haut oder über das Einatmen/Verschlucken konzentriert in den Körper gelangen. Schon nach kurzer Zeit zeigt sich eine Giftwirkung. Dabei können bereits kleine Mengen, etwa 5 ml für kleine Kinder lebensbedrohlich sein. Haut- und Mundrötungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, Unruhe, Zittern bis hin zu Bewegungsstörungen, Krämpfen und Atemstörungen können auftreten.

Nächtliche Atemnot - mögliche Folge bei Fichten- oder Kiefernnadelöl

Speziell bei Kindern mit Asthma, Keuchhusten oder Pseudokrupp sind ätherische Öle, wie z.B. Fichten- oder Kiefernnadelöl, die schleimhautreizend wirken, zu vermeiden. Denn ätherische Öle wie Lavendel, Eukalyptus und Teebaum sollen unter anderem Terpene, Toluol und Benzol in die Luft freisetzen, Terpene können nächtliche Atemnot und Überempfindlichkeit der Bronchien begünstigen.

Durch Einreiben mit ätherischen Ölen können Reizungen und Entzündungen der Haut auftreten. Manchmal befeuert Sonnenlicht diesen Effekt noch, so dass starke Reaktionen, Pigmentierung, Blasenbildung oder gar schwere Verbrennungen, ausgelöst werden. Ursache sind häufig Bestandteile von Zitrusschalenölen, etwa Bergamotteöl, Bitterorangenöl, Zitronenöl oder Limettenöl. Nicht zuletzt können Öle, beispielsweise Lavendelöl oder Teebaumöl, bei regelmäßigem Gebrauch auch eine hormonähnliche Wirkung entfalten.



Quellen:
Kinderärzte im Netz: Ätherische Öle eignen sich nicht als Heilmittel bei kleinen Kindern

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