Schlafwandeln - wenn Kinder nachts umherwandern

Schlafwandeln - wenn Kinder nachts umherwandern

Nächtliche Wanderung durch den Garten, waghalsige Kletteraktionen über Fenstersimse und Balkone oder mitten in der Nacht das Spielzimmer umräumen - das klingt spektakulär, ist aber zum Glück die absolute Ausnahme!

Schlafwandeln ist bei Kinder zwar häufig, äußert sich aber meistens vergleichsweise harmlos: Die Kinder setzen sich vielleicht kurz mal im Bett auf, nesteln am Bettzeug herum und blicken dabei etwas verwirrt um sich. Oder sie erzählen etwas im Schlaf. Gefährlich kann es allerdings werden, wenn der kleine Schlafwandler tatsächlich aufsteht und durchs Schlafzimmer oder gar die Wohnung spaziert. Deshalb möchte ich im Folgenden kurz erklären, wie Sie als Eltern dann am besten reagieren sollten, um Verletzungen zu vermeiden. Und wie es überhaupt zu diesen nächtlichen Wanderungen kommt.

Wie kommt es zum Schlafwandeln?

Schlafforscher wissen inzwischen, dass es eine erbliche Veranlagung gibt. Aber: Schlafwandeln an sich ist keine Krankheit und - mal abgesehen von möglichen Verletzungen - auch völlig harmlos. Häufig tritt das Phänomen zum ersten Mal im Alter von 4 bis 6 Jahren auf und zwar meistens im ersten Teil der Nacht während der Tiefschlafphase. Dabei kommt es zu ungewöhnlichen und teilweise sogar komplexen Bewegungsabläufen wie z.B. Umhergehen. Dinge eben, die man normalerweise nur im Wachzustand macht. Und am nächsten Morgen hat der kleine Wanderer keinerlei Erinnerung an seinen nächtlichen Spaziergang.

Ursache für den Somnambulismus - so der medizinische Fachbegriff - ist bei Kindern ein noch unreifes Nervensystem. Deshalb verwächst sich das Schlafwandeln auch buchstäblich mit der Pubertät. Zum Vergleich: etwa 20 bis 30 Prozent aller Kinder zwischen 5 und 12 Jahren wandeln ab und zu oder regelmäßig im Schlaf umher. Bei den Erwachsenen sind es dann nur noch etwa 1 bis 2 Prozent.

Vorsicht Verletzungsgefahr!

Von wegen schlafwandlerische Sicherheit! Der kleine Wanderer läuft nämlich in den meisten Fällen einfach gerade aus, egal ob da ein Hindernis kommt. Vor allem Abgründe können da sehr gefährlich werden. Wenn Ihr Kind öfters nachts das Bett verlässt, sollten Sie deshalb in erster Linie dafür sorgen, dass Treppen, Fenster oder Balkontüren gesichert sind und sich rund ums Bett keine spitzen Gegenstände, Kanten oder andere Gefahrenquellen befinden.

Wie sollten sich Eltern verhalten, wenn sie ihr Kind beim Schlafwandeln entdecken?

Früher hat man gesagt: Auf keinen Fall aufwecken. Aber keine Sorge, dabei passiert eigentlich nichts Schlimmes. Allerdings sind die Kleinen meist völlig verstört, wenn sie plötzlich in einer fremden Umgebung, fernab vom ihrem Bettchen, aufwachen. Denn bewusst bekommen sie ja gar nicht mit, dass sie überhaupt aufgestanden sind. Deshalb ist es am besten, wenn Sie Ihr Kind möglichst vorsichtig und behutsam zurück ins Bett führen, möglichst ohne es aufzuwecken. So vermeiden Sie, dass es sich erschreckt und aufgrund einer unbedachten Bewegung womöglich verletzt.

Achten Sie auf regelmäßige Schlafenszeiten

Kinder schlafwandeln besonders häufig, wenn sie übermüdet sind, nachts gestört werden, insgesamt unter Stress stehen oder krank sind. Deshalb können Sie hier am besten mit regelmäßigen Schlafenszeiten und einem möglichst stressfreien (Schul-)Alltag entgegenwirken. Auch eine volle Blase kann zum nächtlichen Wandern animieren - deshalb am besten vor dem zu Bett gehen noch mal kurz auf die Toilette schicken.

Wo bekommen Eltern von kleinen Schlafwandlern Hilfe?

Wenn das nächtliche Schlafwandeln zum Problem wird, sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt darüber. Der wird untersuchen, ob eventuell organische Ursachen oder eine Schlafstörung für die nächtliche Unruhe verantwortlich sein könnten. Für Auswärts-Übernachtungen bei Freunden oder beim Schulausflug gibt es für den Notfall sogar ein Medikament, das das Schlafwandeln kurzzeitig verhindern kann. Wichtig ist aber vor allem bei größeren Kindern, die sich vielleicht deswegen schämen, dass das Schlafwandeln nicht zu sehr thematisiert wird, denn Druck und Stress verschlimmern die Problematik nur. Haben Sie etwas Geduld, ab etwa 12 Jahre - also wenn Ihr Kind in das Alter kommt, wo es öfters woanders schlafen möchte - hört das Schlafwandeln meist ganz von selber auf.

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