Keuchhusten - immer noch relativ weit verbreitet!

Keuchhusten - immer noch relativ weit verbreitet!

Mit dem kalten, ungemütlichen Wetter kommt auch wieder die Hustenzeit. Manche Kinder mit empfindlichen Bronchien "bellen" dann gefühlt den ganzen Winter durch. Doch Vorsicht: bei sehr langanhaltendem und hartnäckigem Husten kann es sich auch mal um Keuchhusten handeln.

Zwar werden bei uns die meisten Kinder im Babyalter im Rahmen der Standardimpfungen gegen "Pertussis" (so der medizinische Fachbegriff) geimpft, trotzdem gibt es immer noch tausende von Keuchhustenfällen jedes Jahr. Besonders häufig sind neben älteren Menschen Kinder und Jugendliche betroffen - und leider immer wieder auch Säuglinge, für die diese Infektion ganz besonders gefährlich ist.

Warum gibt es immer noch so viele Keuchhusten-Fälle?

Seit vielen Jahren ist die Pertussis-Impfung ein fester Bestandteil der Mehrfachimpfung von Babys. Doch trotz einer Impfrate von weit über 90% bei Kindern kommt es gerade im Herbst und Winter immer wieder zu kleinen Keuchhusten-Epidemien. Die Krankheit hält sich wesentlich hartnäckiger als Polio oder Diphtherie, die durch den Impfschutz in Deutschland praktisch ausgerottet sind. Das liegt unter anderem daran, dass Keuchhusten-Bakterien sich buchstäblich fliegend verbreiten.

Keuchhusten ist immens ansteckend

Es gibt wenige Infektionskrankheiten, die so ansteckend sind wie Keuchhusten - außer vielleicht noch die Windpocken. Die Keuchhusten-Bakterien verbreiten sich über Tröpfcheninfektion und werden durch den starken Husten des Betroffenen regelrecht durch die Luft katapultiert. Treffen sie dabei auf einen Menschen ohne Impfschutz, ist eine Infektion fast unvermeidlich. Besonders tückisch: Die Symptome sind in den ersten 1 bis 2 Wochen alles andere als eindeutig. Die kleinen Patienten haben zunächst nur erkältungsähnliche Beschwerden, sind aber bereits hochgradig ansteckend - und haben so oft schon haufenweise andere in der Kita oder in der Schule angesteckt, bevor die Krankheit erkannt wird.

Wie erkennt man Keuchhusten?

Keuchhusten beginnt meist mit ganz normalen Erkältungssymptomen wie Schnupfen, leichtem Fieber, leichtem Husten und Heiserkeit. Erst nach etwa 2 Wochen tritt der typische krampfartige "keuchende Husten" auf, der der Krankheit den Namen gab. Die Hustenattacken sind anfallsartig und können zu Atemnot, Würgereiz und Schleimerbrechen führen. Diese zweite Phase kann sich bis zu 4 Wochen hinziehen - und noch einmal so lange kann es dauern, bis der Husten wieder gänzlich verschwunden ist. Deshalb nannte man ihn früher auch den 100-Tage-Husten. Bei Verdacht sollten Sie bitte unbedingt zu Ihrem Kinderarzt gehen, der Ihrem Kind im Anfangsstadium ein Antibiotikum verschreiben wird. Leider werden dadurch die Hustenanfälle nicht weniger, aber zumindest ist so nach ein paar Tagen die Ansteckungsgefahr gebannt. Der starke Husten ist - trotz Antibiotikagabe - so hartnäckig, da die Bronchialschleimhäute durch das "Gift" der Keuchhustenbakterien stark angegriffen werden und es eben sehr lange dauert, bis sie sich wieder erholt haben.

Impfung muss aufgefrischt werden!

Ein weitere Grund, warum Keuchhusten trotz Impfung noch so weit verbreitet ist: Man kann ihn tatsächlich mehrmals im Leben bekommen. Leider führen weder der Impfstoff noch eine tatsächlich durchgemachte Infektion zu einer lebenslangen Immunität, wie das bei anderen Infektionskrankheiten der Fall ist. Lässt der Schutz nach - im Schnitt nach etwa 10 Jahren -, kann man sich auch wieder anstecken. Deshalb empfiehlt die STIKO nicht nur die Impfung für Babys und Kleinkinder (am besten mit dem 6-fach-Impfstoff ab dem Alter von 8 Wochen), sondern auch eine Auffrischung des Schutzes im Alter von etwa 6 Jahren und dann noch einmal mit etwa 9 - 17 Jahren. Außerdem sollte die Impfung auch im Erwachsenenalter wiederholt werden.

Besonders gefährdet: Babys und ältere Menschen

Gerade bei Babys und Kleinkindern ist eine Keuchhusteninfektion sehr gefährlich, da der krampfende Husten bei ihnen in Form von Atemaussetzern auftreten kann. Außerdem sind Komplikationen wie Lungenentzündung, Mittelohrentzündung und Gehirnhautentzündung mit teilweise schlimmen Folgeschäden gerade bei den Kleinsten besonders häufig. Nachdem Babys von ihrer Mutter keinen Nestschutz gegen Keuchhusten mitbekommen und in den ersten 8 Lebenswochen noch nicht selber geimpft werden können, kann man sie vor einer Infektion nur passiv schützen. Das heißt, alle Personen, die mit einem Neugeborenen zu tun haben - Eltern, Geschwisterkinder, Großeltern, Aupair etc. sollten geimpft sein. Falls Sie ein Baby erwarten und Ihr Impfschutz ungewiss ist, lassen Sie sich bitte direkt nach der Geburt impfen. Und erinnern Sie Oma und Opa daran, denn auch für ältere Menschen, die nicht mehr so ein gutes Immunsystem haben, kann diese Infektion sehr gefährlich werden.

Alle Infos zu Symptomen, Behandlungsmöglichkeiten und zum Impfschutz erfahren Sie im Bereich Infektionskrankheiten unter dem Stichwort Keuchhusten.

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