Aua, mein Kopf! Was tun, wenn Kinder Kopfschmerzen haben?

Aua, mein Kopf! Was tun, wenn Kinder Kopfschmerzen haben?

Kopfschmerzen, meint man, haben nur Erwachsene. Aber weit gefehlt! Immer häufiger klagen schon die Kleinsten darüber, dass es in ihrem Kopf hämmert, klopft und sticht. Bereits im Vorschulalter haben 20 Prozent der Kinder regelmäßig Kopfschmerzen, im Grundschulalter sind es sogar doppelt so viele.

Oft ist Kopfweh natürlich nur eine Begleiterscheinung von fiebrigen Infekten. Aber auch Migräne oder Spannungskopfschmerz, also sogenannte "primäre Kopfschmerzen" bei sonst gesunden Kindern, sind inzwischen sehr häufig. In leichten Fällen können Sie ihrem Kind dabei recht gut selber helfen. Wenn die Kopfschmerz-Attacken sich aber häufen oder sehr stark ausfallen, sollten Sie zum Kinderarzt gehen, damit er nach den Ursachen forscht. Unter Umständen kann der Schmerz nämlich auch mal ein Zeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein.

Woher kommen die Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Ein wichtiger Grund dafür ist sicher der Stress, unter dem unsere Kinder heute stehen. Hohe Anforderungen in der Schule, Leistungsdruck und haufenweise Freizeitaktivitäten setzen teilweise schon die Kleinen so unter Druck, dass sie sich regelrecht gestresst fühlen. Hinzu kommt, dass sich die Kinder zu wenig draußen bewegen, zu wenig Sport treiben und zu viel vor dem Fernseher oder Computer sitzen. Dies begünstigt Haltungsschäden und Verspannungen und führt damit zu Kopfweh.

Was kann man vorbeugend tun?

Am besten helfen Sie Ihrem kleinen Kopfweh-Patienten, indem Sie ihm den Stress nehmen und für Entspannung und ausreichend Bewegung sorgen!

  • Versuchen Sie den Leistungsdruck in der Schule so niedrig wie möglich zu halten. Wenn sich Ihr Kind überfordert fühlt, ist manchmal ein Schulwechsel die beste Lösung.
  • Auch Freizeitaktivitäten können Stress auslösen. Gönnen Sie Ihrem Kind deshalb immer wieder Zeit, die es frei für sich selber gestalten kann.
  • Regen Sie es dazu an, sich viel draußen an der frischen Luft zu bewegen und gehen Sie am besten mit gutem Beispiel voran.
  • Schränken Sie den Computer- und Fernsehkonsum ein. Machen Sie mit Ihrem Kind feste Zeiten dafür aus, die dann auch eingehalten werden.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genügend trinkt!
  • Sorgen Sie für regelmäßige Mahlzeiten. Empfindliche Kinder reagieren oft mit Kopfschmerzen, wenn der Blutzuckerspiegel zu stark sinkt.
  • Achten Sie doch mal darauf, was Ihr Kind zuletzt gegessen hat. Manche Kinder reagieren auf bestimmte Lebensmittel mit Migräne.
  • Auch Schlafmangel kann Kopfschmerzen verursachen.
  • Schauen Sie demnächst auch mal beim Augenarzt vorbei. Oft ist nämlich auch eine Fehlsichtigkeit der Grund für Kopfweh in der Schule.

Was hilft bei akuten Kopfschmerzen?

Bei einer akuten Kopfschmerz-Attacke können Sie Ihrem Kind am besten mit einem altersgerechten Schmerzmittel helfen. Hier kommen Paracetamol oder Ibuprofen in Frage, je nach Alter als Zäpfchen, Saft oder Tabletten. ASS oder Aspirin sollten Kinder unter 12 Jahren überhaupt nicht nehmen!
Außerdem hilft Ruhe und Entspannung, bei leichten Kopfschmerzen eventuell auch ein Spaziergang an der frischen Luft. Bei Migräne - die äußert sich durch Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit - hilft es oft, wenn das Kind sich in einem abgedunkelten Raum ausruhen darf mit einem feuchten Waschlappen über Stirn und Augen.

Wann zum Kinderarzt?

Wenn Ihr Kind über einige Wochen häufiger unter Kopfschmerzen leidet, sollten Sie zum Kinderarzt gehen. Nur er kann nämlich entscheiden, ob es sich um Migräne, Spannungskopfschmerz oder eine andere Art von Kopfschmerzen handelt. Und danach richtet sich dann auch die optimale Behandlung. Sollten die Schmerzen allerdings sehr stark sein oder länger als drei Tage andauern, gehen Sie bitte sofort zum Arzt. Alarmzeichen sind auch Kopfschmerzen in Verbindung mit hohem Fieber und steifem Nacken. Das deutet auf eine gefährliche Hirnhautentzündung hin. Auch Kopfschmerzen, die nach einem Sturz auftreten, müssen abgeklärt werden. Dann hat Ihr Kind vielleicht eine Gehirnerschütterung.

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