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Geschrieben von Katsore am 19.08.2019, 13:02 Uhr

Ein wenig verzweifelt

Hallo,

Ich bin gleich wegen mehreren Dingen etwas verzweifelt.
Wir haben unser erstes Kind am 12.07.19 bekommen.
Sie ist jetzt also 5 Wochen alt.
Von Anfang an also direkt vom ersten Tag an leidet meine Maus an Blähungen, die ihr anscheinend auch weh tun.
Gegen die Blähungen haben wir schon so vieles versucht, natürlich nur nach Rücksprache mit unserer Hebamme.
Bigaia erfolglos
Espumisan erfolglos
Sab Simplex erfolglos
Vitamin D3 Tabletten gegen Öl getauscht
Wir machen viel Bauchmassage mit Windsalbe und fahren viel Fahrrad.
Aber das scheint ebenfalls nicht zu helfen.
Fliegergriff und auf dem Bauch liegen löst nur ein riesen Geschrei aus.
Das einzige was ein wenig beruhigt ist tragen und dabei laufen.
Da kommen wir auch schon zu dem zweiten Problem.
Wir bzw. Ich muss sie den ganzen Tag tragen und dabei laufen. Sobald ich mich setze wacht sie auf und weint. Wenn ich sie hinlege das gleiche. Beim Papa schreit sie nur, egal ob er sie trägt und läuft.
Wir haben eine Trageberatung gemacht und darauf hin einen Bondolino erworben. Bei der Beratung war sie entspannt und hat darin Stunden geschlafen. Jetzt schreit sie darin, es sei denn ich laufe noch 10 Minuten mit dem Staubsauger Rum, bis sie eingeschlafen ist.
Aber auch mit Trage kann ich mich nicht setzen, auch dann wird Sie wach.
Problem 3 ist Abends und Nachts das Einschlafnuckeln an der Brust.
Sie schläft nur so ein. An sich kein Problem aber das geht über mehrere Stunden bis ich sie ohne Probleme lösen kann.
Dies geht auch in der Nacht so.
Erst ist sie und dann nuckelt sie sich in den Schlaf.
Teilweise lässt sie dabei versehentlich los und dann weint sie wieder. Nucki verweigert sie.
Ohne nuckeln schläft sie nicht ein und schreit sich hoch.
Kuscheln, vorlesen, singen haben wir alles probiert.
Sogar ein myhummy haben wir geholt.

Im Beistellbett schläft sie gar nicht.
Selbst wenn sie sich darin in den Schlaf nuckelt. Sobald ich mich entferne geht alles von vorne los.

Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps geben um mir zu helfen.
Meine Kräfte sind am Ende.

Beim Osteopathen waren wir bereits.
Laut Hebamme lege ich sie auch korrekt an.

Ich fasse nochmal kurz zusammen.

-wie können wir die Blähungen erleichtern
-wie schaffe ich es, das ich sie Tagsüber auch mal ablegen kann, bzw das sie auch mal im Stubenwagen schläft
-wie unterbinde ich nachts das Dauernuckeln
-wie bringe ich sie auch ohne Dauernuckeln zum Einschlafen
-wie schaffen wir es, das sie sich auch beim Papa beruhigt und überhaupt mal tragen lässt.

Sorry für die vielen Probleme.

 
17 Antworten:

Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Kasi88 am 19.08.2019, 13:20 Uhr

Meine Tochter ist auch 5 Wochen alt, sie kämpft auch viel mit Blähungen, völlig normal und mehr als verschiedene Hilfsmittel, die du ja schon versucht hast, kann man nichts machen... der Darm muss erst völlig reifen und das führt zu Bauchschmerzen und Blähungen...
Achte vielleicht mal darauf, was du isst und welche Lebensmittel es schlimmer machen und welche es vielleicht sogar verbessern...
Ablegen darf ich die kleine tagsüber auch nicht, sie weint sobald sie lügt, egal wie fest sie geschlafen hat... ich lasse sie, trage viel, versuche aber auch immer mal wieder sie zu legen, manchmal gibt’s dann einen kurzen Erfolg... ich nehme sie wieder sobald sie weint, so merkt sie, dass ich da bin...
Schnuller wird hier auch nicht genommen, sie nuckelt sich ebenfalls an der Brust in den Schlaf, abends schreit sie viel und da hilft meist nur die Brust oder tragen...
Allerdings schläft sie nachts gut und auch im Beistellbett, hier kann ich sie nach dem stillen meist problemlos ablegen... die letzten beiden Nächte hat sie auch über 6 Stunden geschlafen, dann lieber abends Unruhe...
Der Papa kann sie auch gut beruhigen und ist abends auch meist viel mit ihr zu Gange...wir haben uns von Anfang an alles aufgeteilt und Papa war den ersten Monat auch in Elternzeit...
Ich würde sagen, sie hat zu ihm genauso eine Bindung, wie zu mir und bis auf das stillen kann Papa auch alles...

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Schniesenase am 19.08.2019, 13:23 Uhr

Hallo Katsore,

In einem Satz:

Das bekommst Du hin, indem Du entspannst, ihr Fels in der Brandung bist und ihre Bedürfnisse erfüllst, bis sie es von selbst schafft.

Wir haben leider vorher oft ganz falsche Vorstellungen vom Leben mit kleinen Babys. Die Mäuse benötigen, je nach Typ, ganz viel Körperkontakt und Hilfe, um hier anzukommen und sich sicher und wohl zu fühlen. Was Du erlebst, das geht sehr vielen Müttern so. Die gute Nachricht ist: Das geht auch vorbei, ohne dass Du dem Baby alles Mögliche anerziehen musst.

Die "Blähungen" sind oft auch keine "Blähungen", sondern schlicht die Anpassung ans Leben draußen, die Probleme macht. Mit viel Nähe, mit viel Körperkontakt und bedarfsorientiertem Stillen (wenn frau denn stillt) geht das vorbei. Stell Dir vor, Du hast Blähungen. Das kann höllisch weh tun. Du aber weißt, dass das nur Blähungen sind und sie vorbei gehen. Das Baby hat schreckliche Schmerzen und sucht Trost und Hilfe. Wenn Du dann da bist, sie trägst und stillst, dann ist sie getröstet, und dieses Gefühl braucht sie eben noch ganz viel. Das ist normal für die meisten Babys. Die Kleinen verarbeiten sehr viel Neues in den ersten paar Monaten. Das müssen sie im wahrsten Sinne des Wortes "verdauen", wie ein Schulkind mit Problemen in der Schule auch Bauchweh hat. Bauch und Seele sind so eng verbunden.

Und manchmal müssen sie einfach auch klagen dürfen, damit weinen sie sich aus, und auch wenn das schwer für uns Mütter ist, so können wir manchmal einfach nur halten und trösten und signalisieren: "Kind ist verstehe Deinen Kummer. Es geht vorbei. Ich halte dich und bin bei dir und begleite dich da durch."

Im Beistellbett muss ein Baby nicht schlafen. Es kann bei Dir schlafen. Informiere Dich doch mal auf der Seite von Dr. Renz-Polster zum Thema Babyschlaf. Die vorherigen Anweisungen zum Schlafen bezüglich des Plötzlichen Kindstods sind überholt.

Ich habe das ganz genauso erlebt wie Du. Für mich war die Entschleunigung mit dem Baby schwer. Stillen nach Bedarf bedeutete bei uns, dass ich die erste Zeit (ca. 3 Monate) gefühlt fast den ganzen Tag stillen musste. Schlafen ging nur auf oder an uns, weglegen klappte oft nicht. Sitzen mit Kind im Tuch ging nicht, und auch Ablegen nach dem Einschlafen endete in Geschrei.

All das aber verging. Es hat alles seine Zeit. Jetzt will Dein Baby ganz sicher sein, dass es bei Dir und in Sicherheit ist. Gib ihm, was es braucht, dann wird es von selbst immer standfester werden und seine Ablösungsschritte machen, wenn es selbst so weit ist.

Mit dem nächtlichen Dauernuckeln regt Dein Baby die Brust zu mehr Produktion an. Auch das kann sich bald wieder geben. Zugleich gibt die Brust so viel Sicherheit. So lange sie da ist, kann Baby entspannen. Hier kann man sehr behutsam und langsam später beibringen, dass es auch ohne geht. Zum Einschlafen bringen ohne Dauernuckeln: Das geht nur mit viel Geschrei, damit mehr "Blähungen" und viel Stress für alle. In den Schlaf stillen ist einfacher. Zumindest noch in diesem Alter. Wenn das Kind älter wird, wirst Du sehen, was möglich ist.

Glückwunsch zum Baby! Genieße es! Diese Zeit ist so kurz und kehrt NIE zurück!

Alles Gute!

LG Sileick

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von TwinnnnyMum am 19.08.2019, 13:28 Uhr

Ojeee... das kenne ich nur zu gut. Meine Zwillinge hatten auch die 3 Monats Koliken.
Geholfen haben die Karum Carvi Zäpfchen von Wala. Die sind Pflanzlich und bestehen aus Kümmel. Und Kirschkernkissen auf den Bauch.
Das mit dem Nuckeln, probier es mal mit einem anderen Schnuller.
Was das tragen und beruhigen angeht. Babys gewöhnen sich sehr schnell sowas an. Da bekommst du später echt Schwierigkeiten. Du solltest auch an dich denken. Denn wenn du nicht zur Ruhe kommst dann bist du gestresst und dein Kind spürt das und wird auch unruhig. Der Papa soll sie in den Arm nehmen und einen Weg finden sie zu beruhigen. Klar wird es deiner kleinen Maus nicht gefallen aber sie wird sich auch daran gewöhnen. Auch wenn sie schreit. Mit der Zeit legt sich das wieder.
Kann es sein dass sie evtl nicht richtig satt wird? Vielleicht ist das ein Grund das sie nicht schlafen will. Oder aber sie ist zu warm eingepackt. Das Problem hatte ich nämlich.
Ich weiß, es ist sehr schwer und nervenaufreibend aber, glaube mir, 3 Monate und alles wir besser. Also die ersten 3 volle Monate und dann wird von heute auf morgen besser. Ich wünsche euch viel Geduld und Kraft.

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Katsore am 19.08.2019, 13:30 Uhr

Vielen Dank für die lieben und aufmunternden Worte.
Dann werde ich das alles erstmal so weitermachen wie bisher.
Auch wenn besonders das tragen auf Dauer auf die Arme geht. :) aber für die kleine steh ich das durch. Ein Vorteil hat es, ich werde später super Armmuskulatur haben :D

Der Papa ist nur sehr traurig, das er sie nicht ohne Geschrei halten kann.

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Katsore am 19.08.2019, 13:33 Uhr

Satt wird sie eigentlich.
Sie darf trinken solange sie möchte.
Zunahme ist auch super.
Temperatur prüfe ich regelmäßig, das sollte auch passen.

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von zwergchen84 am 19.08.2019, 13:58 Uhr

Irgendwann kommt bei den meisten Kindern die Papa Phase ;) da geht NUR Papa und Mama ist dann abgeschrieben. Dein Mann braucht nur Geduld zu haben, auch seine exklusive Papa Zeit wird kommen.

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Marylin am 19.08.2019, 15:14 Uhr

Hallo!
Ich antworte hier so selten, aber das was du schreibst, hört sich exakt nach meinem Töchterchen an. Nur dass sie mittlerweile schon 26 Monate alt ist und nicht unser erstes, sondern das zweite Kind ist.

Ich kann dir sagen: heute Nacht hat sie etwa das zweite oder dritte Mal ohne an der Brust nuckeln zu wollen, durchgeschlafen. Herrlich!

Ich war zwischenzeitlich auch so so so fertig mit den Nerven, mir tat einfach alles weh und es war ganz schrecklich. Ich hab mir immer wieder gesagt ich muss einfach versuchen geduldig zu sein, es wird schon irgendwann einfacher. Ich habe mittlerweile eine ganz pfiffige, selbstbewusste und wundervolle Tochter hier. Ich glaube sie ist so geworden, weil sie so viel Nähe und Geborgenheit bekommen hat, weil sie sie einfach brauchte und konsequent eingefordert hat.
Versuch deine Kleine so zu nehmen wie sie ist und versucht beide als Eltern es nicht nur schlecht zu sehen. Die Zeit des Papas kommt ganz sicher. Meine Kleine ist mittlerweile auch extrem auf Papa fixiert.

Und zu den Blähungen. Bei uns wurde es komischerweise ein wenig besser als ich kein Sprudelwasser mehr getrunken habe, sondern nur noch ganz stilles. Vielleicht ist das noch eine Idee.

Ich wünsche euch ganz viel Stärke und ganz schöne Momente, auch wenn es einfach nur anstrengend ist die Kleine ständig an sich kleben zu haben.
Alles Gute!

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von rabe71 am 19.08.2019, 15:31 Uhr

Hallo,
du hast ja schon viele gute Antworten bekommen.
Von mir noch der Tipp: Pezziball!!!
Es ist einfach so viel weniger anstrengend, das Kind in die Trage zu packen und etwas leicht zu hüpfen, anstatt stundenlang mit Baby auf dem Arm herum zu tigern!

Du machst das prima, irgendwie sagt einem keiner, dass es auch so sein kann und völlig normal ist!!! Immer der Spruch: am Anfang schlafen sie ja nur. Dr. Renz- Polsters Buch ist super!

Bei uns ist diese anstrengende Zeit schon sehr lange her. Und er ist das entspannteste Kind geworden, dass man sich vorstellen kann! Nur hat es halt etwas gedauert.
Alles Gute, halte durch,du schaffst das!

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Tini_79 am 19.08.2019, 16:23 Uhr

In 5 Wochen mindestens 10 verschiedene Dinge probiert- wann sollte sich denn da mal eine Wirkung entfalten?

Ich verstehe deine Verzweiflung absolut, Kind 2 war ein Schreibaby über 8 Monate lang. Aber mit 5 Wochen solltest du wirklich versuchen, etwas zu entspannen und dir noch nicht so viele Gedanken zu machen. Das alles stresst euch noch viel mehr, zig Mittelchen schlucken, alles mögliche probieren - du bist ja noch nichtmal aus dem Wochenbett!

Fahr runter, legt euch ins Bett, lass sie dauernuckeln, das ist in dem Alter doch nicht schlimm.

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Anna3Mama am 19.08.2019, 17:09 Uhr

Hallo,

mein Kind, das in etwa so war, wie Du Deines beschreibst, auch vom ersten Tag in der Klinik an, ist jetzt 14. In diesen Jahren habe ich viel zum Thema gelesen, da diese "Phase" bei uns recht lang anhielt und mich wirklich jede Menge Nerven gekostet hat.

Was heute viel stärker im Fokus ist, ist das Nervensystem dieser kleinen High-Need-Babys. Man geht davon aus, dass sie eine Art von Regulationsstörung haben. Blödes Wort, keiner will, dass sein Kind eine "Störung" hat . Nennen wir es also Sensibilität. Ein sensibles Wesen. Oft haben solche Kinder auch eine höhere Intelligenz, immerhin. Das gibt doch neue Kraft ;-) Die Kinder saugen also alles in sich auf, können schlecht filtern, brauchen irgendwelche Hilfsmittel, um sich abzureagieren: schreien, nuckeln...

Was wirklich hilft, ist viel Ruhe, wenig Aktionen. Kein Rumgehüpfe, kein Gewippe, kein Staubsauger und auch keine Waschmaschine.
Da sein, "zuhören" und dem Kind zutrauen, dass es sich selbst (!) reguliert.

Geh zu einer Beratungsstelle für Schreikinder o.ä. . Denn auch wenn Dein Kind vielleicht nicht stundenlang schreit, es würde schreien, wenn Du es nicht ständig ablenkst oder stundenlang nuckeln lässt. Es scheint sich nicht selbst beruhigen zu können. Hilf ihr dabei, indem Du Dich nicht scheust, Hilfe anzunehmen von kompetenten Beratern.

Das wird dann darauf hinauslaufen, dass Du versuchst, die Tage vorhersehbar zu machen. Genau zu takten, Ruhepausen zulässt usw. Aber da reichen nicht ein paar Zeilen im Internet. Es gibt heute tolle Angebote.

Dass das nicht alles Koliken sind, bewies mein drittes Kind. Was das pupste und drückte und schaffte und machte, bis der nächste Pups kam... aber alles im Schlaf oder zufrieden strampelnd im Bettchen.

Die Blähungen sind ganz normal, es wird nur zum Problem, wenn das Nervensystem des Kindes überreizt ist und die Schmerzen extremer wahrnimmt bzw sich mit diesem "grummeln" im Bauch unwohl fühlt.

Ich wünsche Dir und Deiner Kleinen, dass ihr einen guten Weg findet.
Liebe Grüße
A.

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Meeresschildkröte am 19.08.2019, 17:49 Uhr

Ich weiß, es werden manche ganz schrecklich finden, so etwas überhaupt zu denken, aber: Könnte es sein, dass sie dauernuckelt und weint, wenn du die löst, weil sie nicht richtig satt wird? Wir hatten das Problem, dass unsere Kleine nicht effektiv getrunken hat, ständig hungrig und unzufrieden war... Nachdem wir auf Fläschchen umgestiegen sind, war sie bis auf die gelegentlichen Bauchschmerzen zufrieden, könnte schlafen, ließ sich auch mal ablegen.
Eine andere Option wäre eine Stillberaterin, die sich das Ganze mal ansieht.

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Schniesenase am 19.08.2019, 22:37 Uhr

Mir ist noch ein Tipp eingefallen:

Eine Trageberaterin, die auch Schreibabyberatung macht, hat mir seinerzeit folgendes beigebracht:

Wenn das Kind sauber, satt und bei Mama ist und dennoch schreit, dann nimm es ins Tuch (ich hatte ein tolles elastisches Tuch von MAM und habe auch das über zweijährige Kind später in Krankheitszeiten noch mal drin getragen, ein Jahr lang wohnte sie fast im Tuch) oder leg es neben dich, halte Dein Kind (im Liegen), sag ihm, dass alles gut ist, du bei ihm bist und es hältst und beschützt. Und dann lass es schreien, zappeln, was auch immer, während du immer nur in den Bauch atmest, dich ganz auf die Atmung konzentrierst.

Der Grund: Sensible Kinder haben superfeine Antennen für ihre Umwelt. Wenn sie ohnehin schon voll mit neuen Reizen und Erlebnissen sind und müde und fertig, sie aber nicht abschalten können, weil ihr Nervensystem weiter auf "aufnehmen" geschaltet ist, kommt es irgendwann zum Breakdown. Das Baby kann nur noch schreien, wechselt zwischen ruhen und aktiv sein wollen und kann das nicht beenden. Indem Du den Fokus vom Kind nimmst und Dich auf Dich selbst konzentrierst, sendest Du keine Beunruhigung mehr, die das Baby auch wahrnimmt, sondern Ruhe. Und damit kann Dein Kind dann auch langsam runterfahren. Bei uns hat es das erste Mal 12 Minuten gedauert, aber es ging immer schneller, dass die Kleine in den Runterfahrmodus ging. Das hat sie so wirklich richtig gut gelernt.

Ich fand das sehr schwer, immer nur auf die Atmung zu achten, half mir aber, nicht ewig um das Babygeschrei zu kreiseln. Sie hätte so oder so geschrien. Entscheidend ist: Sie war bei Mama, sie war satt, sauber, gut temperiert, kein Säbelzahntiger drohte, keine Gefahr, und durch meine Ruhe konnte sie das schließlich auch verstehen.

Noch heute, mein Kind ist fast acht Jahre alt, geschieht es, dass ich in der Nacht wach werde. Wenn ich dann denke "Hoffentlich wacht sie jetzt nicht auch auf.", dann passiert es tatsächlich immer mal wieder, dass genau das passiert, aber erst, wenn ich mit meinen Gedanken beim Kind bin (sie schläft meistens bei uns). Wenn ich an andere Dinge denke, wacht sie nicht auf.

Schön, dass Du so viele ermutigende Antworten bekommen hast!

Alles Gute weiterhin!

VG Sileick

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Mamamaike am 19.08.2019, 23:01 Uhr

Hallo,

hast Du ein Tragetuch? Mein Sohn hat die Trage gehasst, bis er den Kopf selbst halten konnte (da haben wir es erst wieder versucht, nachdem er schier übergeschnappt ist in dem Ding), aber das Tuch hat Wunder gewirkt: ohne = 90 Minuten Einschlafschreien, mit = vielleicht noch 10 Minuten.
Setzen durfte ich mich auch nicht, was aber oft funktioniert hat war auf due Armlehne vom Sofa Setzen, dass seine Beinchen weiter runterhingen, und weiterschaukeln, bis er eingeschlafen war.
Und er liebt heute noch, wenn ich ihm in meinem Herzschlagtempo leicht auf den Rücken klopfe, das wirkt beruhigend.

Viele Grüße

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Aubergine123 am 20.08.2019, 10:54 Uhr

Ging mir genauso. Meine hat ganze Nächte fast nur genuckelt, die Schlaflosigkeit hat mich wahnsinnig gemacht.
Es ist ganz normal was du beschreibst.
Ich denke wir gehen oft mit einer Erwachsenenlogik an Babys heran: Baby weint, es muss Schmerzen haben!
Dabei verarbeiten Babys oft den Tag indem sie weinen, sie können ja sonst nichts anderes. Wie eine andere Userin geschrieben hat, sie müssen noch hier ankommen und das dauert oft etwas.
Ich würde keine Tropfen gegen die Blähungen geben, bei uns hat auch nichts geholfen außer Tragen, Tragen, Tragen! Im Nachhinein glaube ich, dass es oft vielleicht keine Blähungen waren sondern überreizung etc.
Ich weiß man hat das Gefühl hilflos zuzusehen wenn man das Kind "nur" trägt aber dem ist nicht so! Und ich trage meine immer noch viel rum mit fast einem Jahr, die Arme gewöhnen sich daran und ich kann sie mittlerweile problemlos den halben Tag tragen.
Ich glaube außerdem dass man sie nicht einfach an bestimmte Sachen gewöhnen kann zb Schlafen im stubenwagen etc. (Es sei denn man lässt das Kind weinen bis es resigniert)
Sie wird es tun wenn sie sich sicher genug fühlt, sie scheint noch Angst zu haben und sucht daher intensiv deine Nähe. Hab Geduld, das ändert sich alles noch zig Mal in den nächsten Monaten.

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Schniesenase am 20.08.2019, 20:20 Uhr

Hallo Katsore,

ich habe jetzt erst gesehen, dass Du direkt auf meine Antwort geantwortet hast.

Der Papa darf das nicht persönlich nehmen. Er kann sich darum bemühen und immer anbieten, Anwesend sein, helfen usw. Die Zeit, dass sein Baby ihn auch liebend gern bei sich hat, kommt damit von selbst. Nur nicht erwarten, nur anbieten, der Rest kommt mit Bekanntheit und Vertrauen.

Mein Mann hat meine Tochter damals schon ins Tuch gesteckt, zum Beispiel, als ich auch mal abends in Ruhe essen wollte. Dann ist er mit ihr während des Essens immer um den Tisch spaziert (wir hatten ein großes Esszimmer), und Baby war meistens zufrieden oder hat getan, was sie bei mir auch getan hätte: geschrien. Aber sie hat lernen können, dass Papa ein verlässlicher Partner ist und sie bei ihm auch sicher und gut aufgehoben ist. Das war tatsächlich gar nicht schwer.

Ihr schafft das! Nimm sie nicht sofort wieder, wenn Papa sie mal hat und sie gleich weint. Auch an Papa muss sie sich ja gewöhnen und merken, dass er auch eine sichere Bezugsperson sein wird.

Tipp von meinem Mann: Kopf leer machen, Kind halten, Kind versichern, dass es sicher und gut behütet ist und schreien lassen, bis Mama wieder parat ist. Abends machen das besonders viele Babys. Da muss es einfach mal jemand anders aushalten. ;-)

Liebe Grüße

Sileick

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Vito136 am 20.08.2019, 20:38 Uhr

Hallo - viele gute Antworten!!

Wir hatten/haben genau eine solche Situation! Man findet neben "Regulationstörung" auch etwas zu "hoher Reaktivität" im Internet - unsere (5 Monate lässt auch nur Mama zu und ich kann nach wie vor das Haus nicht allein verlassen). Mir helfen Pezziball und Tragetuch, auch draußen!

Meine Tochter hat anfangs nur auf der Brust geschlafen. Jetzt ist sie Seitenschläferin, liegt nah neben mir und ich rolle sie nachts mit mir alle 2h auf die andere Seite zum Stillen und halte den Schnuller fest (vor kurzem zum Einschlafen eingeführt, da sonst teilweise 1-2h an der Brust am Stück. Ging vorher aber auch nie. Hab es immer mal wieder probiert. Würde ich aber auch nicht zu früh anbieten.). Nach ganz viel Geduld und Bauchgefühl kann ich sie jetzt manchmal tagsüber aus dem Tuch in die Seitenlage legen in der Einschlafphase. Aber das geht noch nicht lange, dass sie nicht mehr so empfindlich auf Lageveränderungen reagiert. Und muss oft auch noch rumlaufen. Manchmal reicht aber auch mittlerweile sie auf und ab zu wiegen und wenn sie schläft kann ich mittlerweile sitzen. Das kam langsam nach und nach.

Schließe mich den anderen an: mit viel Geduld und Kraft die stärkeren Bedürfnisse erfüllen. Und nicht an sich zweifeln! Ich bin oft verzweifelt, weil ich dachte, ich kann ihr nicht helfen.

Und ich hoffe auch noch auf den riesen Rat bezüglich Schlaf :-)

Liebe Grüße von der 4h-Schlaf-pro-Nacht-Mama ;-)

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Re: Ein wenig verzweifelt

Antwort von Nuritouri am 16.09.2019, 11:55 Uhr

Wir hatten ähnliche Probleme!
Ein Traubenkernkissen kann helfen oder ein warmes Bad!
Und das Tragen hat bei uns beim Papa und Opa auch etwas gedauert. Aber mein kleiner ist dann nach etwas Murren auch eingeschlafen, nur hat es eben etwas länger gedauert (nach etwa 10-15 Minuten herumlaufen) Ich habe mich allerdings am Anfang auch immer schnell verunsichern lassen. Mit der Zeit lernt man auch gelassener damit umzugehen. Das mit dem dauernuckeln kenne ich auch, ging aber nach einigen Wochen auch von ganz allein vorbei! Wenn du jetzt dran bleibst, dann wird sie schnell merken, dass du verlässlich bist und im Nu hast du auch wieder (mehr) Zeit für dich!
Auch wenn ich dir nicht wirklich helfen kann, vllt besorgst du dir mal das Buch „ohje ich wachse“ - das hat mir sehr geholfen!
Liebe Grüße

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