Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Vitamine im Obstgläschen

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Frisches Obst ist ja sicher immer besser, aber Gläschen sind halt doch praktisch und Mausi isst sie gern. Wie sieht es denn mit dem Vitamingehalt in Gläschen aus, ist das noch vertretbar gegenüber frischem oder selbstgedünstetem Obst?

Ich gebe schon zwischendurch Frisches - allerdings ist Mausi so manches auch zu sauer. Sie hat heute bei Aprikose-Pfirsich das Gesichtchen verzogen , ebenso kürzlich bei Erdbeer-Aprikose. Aprikose solo ging sogar mal .. Gläschen werden immer genommen.

von Mondfee85 am 09.06.2021, 21:56 Uhr

 

Antwort auf:

Vitamine im Obstgläschen

Hallo Mondfee85
es wäre ein wenig einsetig, wenn man die Lebensmittelgruppe "Obst" nur auf die Funktion der Vitaminzufuhr beschränken würde. Beim Essen und insbesondere beim Essen lernen, liegt der Sinn nicht nur darin Nährstoffe aufzunehmen. Es geht auch darum unsere Esskultur zu pflegen. Denn Essen ist noch so viel mehr als nur den Hunger zu stillen und Nährstoffe und Energie zuzuführen. Beschränke dich darum nicht nur einzig auf den Aspekt der Vitaminzufuhr, wenn es darum geht deiner Tochter die Freuden des Obstessens zu zeigen.
Essen ist insgesamt ein Erlebnis für dein KInd. Mit dem Geschmack erlebt es die ganze Umwelt.
Geschmack, so heißt es, sei ein "spektakuläres" Sinnesereignis. Geschmack ist vielschichtig erlebbar. Mit den Geschmacksknospen alleine kannst du Geschmack nicht in der Weise erleben, wie dir ein Geschmackserlebnis möglich ist, wenn viele Sinneseindrücke zusammenspielen. Du kennst sicher Versuche die zeigen, dass bspw die Farbe, sprich ein Eindruck vermittels Sehsinn, duchaus auch eine große Rolle bei der Geschmackswahrnehmung spielt. Ein Erdbeerjoghurt schmeckt subjektiv viel intensiver nach Erdbeere, wenn auch die Farbe "rosa" mit ins Spiel kommt. Dein Kind muss all das noch lernen. Deine Tochter darf lernen und wahrnehmen und erleben, dass eine Aprikose auch mal sauer schmecken kann. Und trotzdem vielleicht schmeckt. Nur vielleicht nicht gleich beim ersten Versuch.
Vielleicht sind die nächsten Aprikosen süßer. Dein Kind kann so verschiedenste Geschmackserfahrungen sammeln. Kinder können damit immer feinere Nuancen kennenlernen und gewöhnen sich nicht nur an einen süßlichen Einheitsbrei aus einem Gläschen. Die Qualität im Gläschen ist immer genau gleich. Beim Selberkochen von Aprikosenmus oder beim Pürieren von Aprikosen kann es sein, dass kleinere Schalenstückchen im Mus übrig bleiben. Diese könnten ggf das Mundgefühl irritieren. Es bräuchte dann evtl ein paar Probierlöffel mehr, bis es akzeptiert würde.
Und wenn deiner Tochter bspw frische, süße (weil reife) Aprikosen schmecken, wird sie vielleicht auch weniger süße Exemplare akzeptieren.
Ein frisches Aprikosenmus kannst du mit dem Aprikosenmus aus dem Gläschen gar nicht vergleichen. Es ist aber auf jeden Fall wunderbar, wenn du so oft es gehst frische Produkte anbietest und zusätzlich auch Obstmus aus dem lGäschen gibst. Das Prinzip des "sowohl als auch", ist auch hier ganz eindeutig ganz wunderbar.
Einen Vitaminmangel musst du nicht fürchten.
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 10.06.2021

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