Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Ernährung noch altersgerecht?

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo! Ich wollte mal kurz nachfragen ob meine Ernährung so wie sie ist ausreichend ist.

Bei uns sieht es wie folgt aus:

7:00 230 ML PRE

9:00 Brot mit Butter oder Frischkäse

12:00 Gemüsebrei mit kartoffel (1x die Woche mit Fleisch)

15:00 Getreide Obst brei

18:00 Getreide Milch brei

19:00 230 ML PRE

Nachts kommt er 1x

Ich lese in den anderen Foren oft dass inzwischen noch Obst und Gemüse gereicht wird. Seit unser Sohn mit 10 Monaten fast an einer Melone erstickt ist hab ich das nicht mehr probiert. Er bekommt am Tag noch 2-3 Hirse Stangen die er recht gut isst und 1x die Woche eine halbe Brezel mit der ich mich langsam an das feste Essen gewöhne. Er hat 4 zähne. 2x hat er schon eine halbe wiener ohne Haut bekommen.

Haben Sie Tipps was ich verbessern könnte?

von Mariiposax3 am 21.07.2021, 16:07 Uhr

 

Antwort auf:

Ernährung noch altersgerecht?

Hallo Mariiposax3
wie alt ist dein Kind denn jetzt? Oder habe ich die Angabe irgendwo übersehen?
Grüße

von Birgit Neumann am 22.07.2021

Antwort auf:

Ernährung noch altersgerecht?

Nein, ich war nur zu doof es dazu zu schreiben.

Er wird am 12.08 ein Jahr alt also jetzt 11 Monate

von Mariiposax3 am 22.07.2021

Antwort auf:

Ernährung noch altersgerecht?

Hallo Mariiposax3
wenn dein Baby soweit zufrieden ist, dann ist das schon ganz prima. Verglichen mit den üblichen Empfehlungen, ist dein geschilderter Plan aber doch noch mehr oder weniger ausbaufähig. Wenn du nur 1 x die Woche Fleisch gibst, ist es sinvvoll die anderen Mittagsbreie zu erweitern und darauf zu achten, dass du Gemüsekombinationen und mehr Vielfalt anbietest, die Breie ggf mit Haferflocken ergänzst. Durch zusätzliche Familienkost, welche du ausnahmsweise auch püriert geben kannst, lässt sich Vielfalt schnell erreichen. Brezel und Wienerchen sind hier ein Anfang. Sie zählen zur Familienkost. Nur leider zählen diese Speisen, da auch stark salzhaltig, nicht zu den Top-Lebensmitteln für erste Familienkosterfahrungen. Dass es deinem Kind viel Freude bereitet hat zu essen, das ist auf jeden Fall ganz toll. Denn es zeigt dir, dass er mit festeren Speisen umgehen kann und auch will.
Natürlich ist der Schreckmoment mit der Melone noch für dich präsent. Dein Kind hat dies vermutlich schon wieder vergessen. Was die Sache mit dem Verschlucken betrifft, kannst du hier einmal nachlesen:(* am Ende der Seite)
Wenn du trotz allem ängstlich bist, kannst du festere Speisen anbieten, welche du zuvor so bearbeitet hast, dass sie im Mundraum nahezu zerfallen.
Bspp:
Kartoffelwolken:
160g gekochte (Salz-)Kartoffeln
30 ml Öl
2 Eier
100g Schmand (oder saure Sahne/Creme Fraiche)
80g Mehl
1 Msp Backpulver
aus den Zutaten einen Teig (mit dem Handrührgerät) mixen.
Den Teig in kleinen Klecksen auf ein Backblech (Backpapier/Backmatte) geben uund bei 180° ca 20 min bis sie gar sind, backen.

Herzoginkartoffeln
750g geschälte Kartoffeln in Salzwasser kochen. Wasser abschütten, Kartoffeln stampfen, zu Kartoffelbrei. Etwas auskühlen lassen.
mit
1 Ei, 1 Eigelb, Salz, 1 EL Butter vermengen, Hauch Muskat nach Belieben.
Alles gut vermischen und mit dem Spritzbeutel Rosetten auf eine Backblech spritzen.
Wenn das zu mühselig ist, also für die Alltagsküche, kann man den Teig auch mit Hilfe von zwei TL als Nocken auf ein Backblech setzen.
Die Dinger werden noch mit einer Eigelb/Milch-Mischung bepinselt und ca 15 min im Ofen bei 190° gebacken. Auch Sahne reicht zum Bepinseln aus. Sie werden dann nur nicht so schön leuchtend gelb.

Grießschnitten:
200ml Wasser oder Pflanzendrink (ggf Kuhmilch)
35-40g (+/-) g Grieß
1 EL Öl oder Butter unterrühren
Grieß in der Milch gut aufkochen, rühren, rühren, rühren :-)
Die Masse auf einen Teller streichen, stehen lassen, d.h. den Grieß kurz quellen lassen. Danach kannst du entweder hübsche Motive ausstechen oder den sehr festen Brei in Stücke schneiden. Dazu etwas flüssige Butter und ggf Gemüsestückchen dazu geben.
schneide Stäbchen

Kartoffel-Hirse-Bratling
50g Hirse in 200 ml Gemüsebrühe in ca 15 min weich kochen.
400g Salzkartoffeln kochen.
Das Wasser von den gekochten Kartoffeln abgießen.
Die Kartoffeln stampfen. Die gekochte Hirse dazugeben. Würzen mit Salz, Paprika und einem Hauch Curry.
ca 6 EL Haferflocken darunter mischen und alles gut vermischen, bis ein fester Teig entsteht. Den Teig ca 1/2 h quellen lassen.
Danach die Bratlinge (flach) formen und in Semmelbröseln wälzen. Je nach Gefallen und Festigkeit des Teiges kann man auch Semmelbrösel in den Teig geben.
Die geformten Bratlinge in ausreichend Öl von beiden Seiten leicht angaren und hellbraun leicht anbraten.

Bananenküchlein:
1/2 Banane mit der Gabel zerdrücken, 1 Ei verquirlen. Mischen, in heissem Öl in einer Pfanne ca 4-5 kleine Pfannküchlein backen. as geht besonders gut in einer beschichteten Pfanne mit etwas Kokosöl.

Apfel-Banane-Haferkekse:
1/2 Banane zerdrücken, 2 Stücke Apfel geschält, fein reiben,
1 TL Rapsöl
1 TL Kokosmehl
alles vermischen
30g Haferflocken zufügen
Zimt zugeben,
alles vermischen
und Kleckse auf ein Backblech geben, flach drücken
die Masse hat eine klebrige Konsistenz und lässt sich mit Hilfe von Löffeln auf einem Backblech platzieren.
backen bei 180- 200 ° C vorgeheizt , ca 15 min, bis außen knusprig. Ggf länger backen.

Für die Vollständigkeit noch dieses:
!!!
Achtung: niemals(!!!) harte Lebensmittel wie rohe Apfel/Möhrenstücke, trockene ungekochte Nudeln, Gummibärchen, Nüsse, Kerne, Saaten etc etc geben.
!!

und wenn du wieder Vertrauen in die Fähigkeiten deines Baby hast, kannst du das Angebot erweitern.

Biete ein angemessene Zubereitung der Speisen, welche dein Kind selbständig greifen und essen kann und im Mund leicht zu zerdrücken sind.

Pre-Milch kannst du nach Bedarf anbieten. Etwa 400-500 ml Säuglingsmilch sind in diesem Ater altersentsprechend. Momentan deckt dein Sohn seinen täglichen Energiebedarf noch vermehrt durch Milch. Du kannst das Speisenangebot also deutlich erweitern.
Üblicherweise zeigen Babys ab etwa dem 10. Lm die Bereitschaft zu kauen. Sie zeigen auch, dass sie nicht mehr oder zumindest seltener gefüttert werden wollen und stattdessen sich selbständig füttern möchten.
Die Breiphase, sofern ein Baby zuvor Brei gegessen hat, wird allmählich ergänzt oder sogar ganz abgelöst durch das sog. self-feeding.
MIt der Zeit werdet auch ihr eure Gewohnheiten verändern und euer Sohn wird sich immer mehr anpassen, weniger Breie essen. Um die Übergänge fließend zu gestalten, kannst du beginnen dein Baby jetzt immer häufiger geeignete Speisen in kleinen Mengen mit essen, einfach schmecken zu lassen.
sieh auch einmal noch hier:
https://www.rund-ums-baby.de/experten/kochen-fuer-kinder/Keinen-Brei-mehr-Phase-oder-endgueltig_50163.htm
HIer findest du noch mehr Anregungen für sanfte Übergänge
Also dann
Grüße
Birgit Neumann


*
Das versehentliche Verschlucken oder Würgen ist ein Schreckmoment für Eltern und Baby. Das Verschlucken kommt aber durchaus vor. Bei Baby--geeigneten Speisen (keine Nüsse und Co) gilt es als nicht wirklich gefährlich, doch zu Vorsicht wird immer, auch beim Breiessen und später im Kleinkinderalter natürlich trotzdem immer geraten. Sicherheit geht klar vor!
Das Verschlucken passiert, wenn die Nahrung versehentlich in den Rachen rutscht. Das kann passieren, bspw bei nicht angemessener Sitzhaltung, bei Müdigkeit oder Ablenkung, und weil das Kauen (Kaubewegungen machen) und Zerdrücken der Nahrung und das Schlucken noch besser gelernt (koordiniert) werden muss. Wenn Nahrung versehentlich in den Rachenraum rutscht, wird ein Hust- und Würgereiz ausgelöst, um die Nahrung wieder hochzuwürgen, um anschliessend am besten von dir (Mama, Papa, andere) aus dem Mund geholt zu werden. Wenn das Hochwürgen nicht ganz reibungslos funktioniert, musst du natürlich sofort eingreifen....
Damit dies möglichst nicht passiert, sollte dein Kind beim Essen sicher, fest und aufrecht sitzen - entweder im Hochstuhl mit einem Trttbrett für die Füße oder auf deinem Schoß. Dein Kind muss stabil sitzen und beide beide Hände frei bewegen können ohne hin und her zu rutschen. Dein Kind muss sich Stücke immer selbständig in den Mund befördern. Vermeide es, deinem Essanfänger Stücke in den Mund zu geben.

von Birgit Neumann am 23.07.2021

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