Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Partussisten

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Frage:

Hallo Ihr Lieben!

Ich habe eine kleine Tochter sie ist zwar zum Glück nicht zu früh geboren (39. SSw) allerdings hatte ich ab der 26. Woche vorzeitige Wehen und habe den Wehenhemmer Partussisten bekommen. Jetzt ist meine Frage ob vielleicht auch jemand dieses Medikament genommen hat und irgendwelche Nachwirkungen bekannt sind. Meine Tochter ist soweit ganz gesund allerdings ist sie ziemlich hibbelig das heißt sie kann keine Sekunde mal still sitzen oder sich über längere Zeit mal mit etwas beschäftigen. Kann es sein das es etwas mit dem Medikament zu tun hat? Ich habe es immerhin über viele Wochen genommen.

Wäre Dankbar für jede Hilfe

Tanja

von Tanja 22 am 15.11.2001, 22:15 Uhr

 

Antwort auf:

Partussisten

Die Frage ist aus Mangel an soliden Langzeitdaten schwer zu beantworten, d.h. weder positiv noch negativ. Nur ein paar Fakten:

1. Fenoterol (als Partusisten zur Wehenhemmung, als Berotec zur Asthmabehandlung) führt ohne Zweifel akut zur Wehenhemmung, aber:

2. Die Frühgeborenenrate wurde durch die seinerzeitige Einführung des Fenoterols nicht eindeutig gesenkt.

3. Fenoterol hat ohne Zweifel zumindestens subjektive belastende Nebenwirkungen für die Mutter und den Fetus (z.B. Herzrasen)

4. Gravierende akute oder chronische Nebenwirkungen beim Neugeborenen konnten bislang dahingegen nicht gesichert werden.

Der derzeitige vernünftige Standpunkt ist, daß Fenoterol in bestimmten ausgewählten Situationen (z.B. Verzögerung der Geburt um 48 h, um die Lungenreifeinduktion durchzuführen) sicher sehr empfehlenswert ist, während die Dauergabe (z.B. auch als Tabletten) unterschiedlich bewertet wird.

Studien zu Langzeitnebenwirkungen sind auch deshalb schwierig, weil Fenoterol naturgemäß überwiegend bei Schwangerschaften eingesetzt wird, bei denen schon aus anderen Gründen mit späteren Komplikationen zu rechnen ist, sodaß Komplikation wegen Fenoterol und Komplikation trotz Fenoterol schwer zu trennen sind.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 16.11.2001

Antwort auf:

Partussisten

Liebe Tanja,

ich habe das Medikament 9 Wochen lang recht hochdosiert bekommen. Es hieß, es schade dem Kind nicht, aber ich bin davon nicht so recht überzeugt, bei dem Herzrasen von Mami + Baby...
Anne ist nun 10 Wochen alt (geboren in SSW 37+0) und seit ihrer 7. Woche in den Wachphasen oft ziemlich unruhig, möchte am liebsten ausschließlich im Tragetuch sein (was ich ihr auch meistens gewähre) Allerdings denke ich nicht, dass man diese Unruhe schon jetzt auf das Partusisten zurückführen sollte, das muss man sicher besser langfristig beobachten.
Bin auch interessiert an Prof. Jorchs Antwort.

Liebe Grüße

von Jo + Anne *04.09.01

von Jo am 15.11.2001

Antwort auf:

Partussisten

Ich habe mir sagen lassen, es gibt Studien, die den Zusammenhang zu Hyperaktivität nachgewiesen haben. Aber frag mich nicht wo das steht, Fakt scheint es zu sein, wenn auch gerne verschwiegen !!!

Lena

von Lena am 16.11.2001

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Partussisten

hallo ich bin Claudia,
ich bin 14 Jahre alt und ein Opfer der Ärzte. Meine Mama hat auch viel zu hoch und zu lange Partusisten genommen. Ich habe eine Spastik. Meine Geschwister, bei denen sie kein Partusisten genommen hat, sind alle gesund aber dadurch alle zu früh. Prof. Salling in Berlin Neuköln hat eine Studie zu Partusisten gemacht, ich habe als Baby auch nur geschrien und war dauernd wach. geht doch mal in eine Apotheke und lasst Euch die ABDA Informationen ausdrucken, die es zu diesem Wirkstoff Fenoterolhydrobromid gibt. Es gibt verschiedenene Medikamente die diesen Wirkstoff enthalten. Das beantwortet Euch auch einen Teil Euerer Fragen.
Alles Gute Claudia

von Claudia am 16.11.2001

Antwort auf:

Partussisten

Hallo!
Ich habe gerade die Beiträge zu Nebenwirkungen von Partusisten gelesen und fand das sehr interessant. Ich habe dieses Medikament auch seit der 26.SSW bekommen und unser Sohn kam in der 33.SSW zur Welt. Auch er ist sehr unruhig, schreit viel und schläft wenig. Falls es wirklich von dem Medikament kommen sollte (Hyperaktivität) finde ich es nicht in Ordnung, darüber nicht aufgeklärt worden zu sein. Es würde mich sehr interessieren, wieviele Kinder noch davon betroffen sind.
Liebe Grüße
Sandra

von Sandra am 16.11.2001

Antwort auf:

Partussisten

Hallo!

Erstmal finde ich es super das so viele mir geantwortet haben! Ich dachte schon ich wäre alleine damit. Also meine Tochter ist ja nun schon dreieinhalb Jahre alt deswegen kann ich es auch nicht verstehen das es keine genaueren Studien über dieses Zeug gibt. Wenn es doch schon 14 jährige gibt die Opfer von diesem Medikament sind?? Ich weiß selber das meine Mutter damals bei meiner jetzt 18 jährigen schwester und wenn mich nicht alles täuscht auch bei mir dieses Medikament bekommen hat zwar nur jeweils für ca eine Woche nach der Celage (Ring bzw. Faden um den Gebärmuttermund geschlossen zu halten)aber das heißt doch das es dieses schon gut 20 Jahre gibt oder?? Und keine genauen Untersuchungen ?? Ich verstehe die Welt nicht mehr. Auf alle Fälle werde ich sehen das ich in dieser ss kein Partusisten brauche! Gibt es vielleicht andere Möglichkeiten außer Magnesium zu nehmen um Wehen zu hemmen?

Nochmal vielen Dank und ich wünsche euch allen trotz allem weiter viel Glück! Besonderst Dir liebe Claudia

PS: Der Arzt im Kh hat bei meiner Kleinen das Medikament runtersetzen müßen da sie wohl selbst für sein Empfinden zu viel Herzrasen bekommen hat. Und trozt meiner Fragerei und Stichelei wurde mir versichert das nicht passieren kann!!! Ich bin dann nach einer Woche nach Hause gegangen und habe dann die Tabletten bekommen (sind aber viel niedriger dosiert als die Tokulüse) vielleicht ist auch nur deshalb alles so "glimpflich" ausgegangen.

von Tanja 22 nochmal am 16.11.2001

Antwort auf:

Partussisten

Hallo Jo,

9 Wochen klingt lang, wie war der Status des Muttermundes bei Dir und welche Menge hast Du bekommen?

Gruß

Steffen

von Steffen am 18.11.2001

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