Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Dandy-Walker-Variante

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Die Dandy-Walker-Fehlbildung besteht in einer angeborenen fehlenden Verbindung zwischen 4. Ventrikel und Zisterna magna, die normalerweise durch 3 Löcher (Foramina Magendii et Luschkae) gebildet wird. Dadurch kann der Liquor nicht in die Zisterna magna ablaufen. Es bildet sich ein Hydrozephalus und der sogenannte Wurmanteil des Kleinhirns wird in das untere Schädelloch gepreßt. Es ist somit eine Variante des Arnold-Chiari Syndroms, worunter man ein Tiefertreten des Kleinhirnwurms in das Schädelloch aus verschiedenen Gründen versteht. Mit Hirnblutung hat das nichts zu tun, es sei denn, man bezeichnet das Verstopfen der oben genannten Löcher durch eine Hirnblutung als Dandy-Walker-Fehlbildung.
Wichtig ist - unabhängig von der akademischen Defintion - dass man bei Auftreten eines Hydrozephalus diesen operativ entlasten muß, weil im Kleinhinrwurmbereich und dem anliegenden oberen Halsmark wichtige Zentren der Atem- und Kreislaufregulation leigen und nicht durch Druck beschädigt werden dürfen.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 10.10.2005

 
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