Frage im Expertenforum Aufklärung zu Samenspende und Eizellspende an Julia König:

Wie Samenspender bezeichnen?

Frage: Wie Samenspender bezeichnen?

Pinguina1

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Liebe Frau König,  Ich bin SoloMama und mein Kind ist gut 1 Jahr alt. Erwachsenen sage ich offen, dass mein Kind "ein Wunschkind aus Samenspende" ist. Aber für mein Kind und auch andere Kinder (zum Beispiel im Kindergarten) suche ich noch nach einer passenden Bezeichnung für den Spender. "Spender", "Samenspender" oder auch "Wunscherfüller" (hab ich in einem Buch entdeckt) finde ich für Kinder ziemlich sperrig. "Vater" oder "Papa" empfinde ich auch nicht passend. Aber mir fällt auch nichts besseres ein... Haben Sie noch Inspiration? Oder bleibe ich am besten bei "Samenspender", weil das am treffendsten ist?  Vielen Dank 


Julia König

Julia König

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Liebe Pinguina1, danke dir für deine offene Frage – und wie schön, wie selbstverständlich du jetzt schon mit der Entstehungsgeschichte deines Kindes umgehst. Du sprichst etwas an, das viele SoloMamas beschäftigt: Für Erwachsene ist „Samenspender“ ein korrekter Begriff, für kleine Kinder aber oft sehr technisch und sperrig. Gleichzeitig fühlen sich „Papa“ oder „Vater“ für viele nicht passend an, weil sie eine Rolle beschreiben, die es im Alltag so nicht gibt und beim Kind falsche Hoffnungen wecken können. Ich arbeite viel mit Familien nach Samenspende und habe in meinen Büchern deshalb bewusst den Begriff „Glücksbote“ gewählt. Für jüngere Kinder passt dieses Bild meist sehr gut: Ein Bote bringt etwas Wertvolles und geht dann wieder. So kannst du liebevoll erklären, dass es einen Mann gab, der geholfen hat, dass dein Kind entstehen konnte – ohne Erwartungen an eine Vaterrolle oder spätere Beziehung zu wecken. Wenn Kinder älter werden und konkreter nachfragen, darf die Sprache dann auch mitwachsen, z. B.: „Der Mann, der uns seinen Samen gegeben hat.“ Das ist sachlich richtiger, bleibt aber emotional klar eingeordnet und schürt keine falschen Hoffnungen oder Rollenbilder. Am wichtigsten ist gar nicht der „perfekte“ Begriff, sondern dass er sich für dich stimmig anfühlt – Kinder übernehmen vor allem die Haltung, mit der darüber gesprochen wird. Falls du magst: Auf meiner Website findest du auch Kinderbücher zum Thema Samenspende und Familienvielfalt – vielleicht ist etwas Passendes für euch dabei: www.kinderwunschcoaching.eu/buecher Herzliche Grüße, Julia König


Pinguina1

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Vielen Dank für die schnelle Antwort und die Inspiration! 😊


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