Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wir haben angefangen zuzufüttern!

Frage: Wir haben angefangen zuzufüttern!

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Liebe Biggi, ich habe lange nichts mehr bei Dir gepostet und ich möchte mich auch nochmal für Deine vielen Tips und Ratschläge während meiner "Vollstillzeit" bedanken! Du hast mir oft geholfen. Jetzt hab ich vor 2 Wochen angefangen zuzufüttern und irgendwie habe ich seitdem nur Streß oder mache ihn mir. Angefangen habe ich mit Karotten was auch ganz gut geklappt hat bis auf die Verdauungsumstellung, dann Karotte mit Kartoffel. Allerdings ist es so das Luka zwar einige Löffel ißt, dann aber das weinen anfängt und sich weiterhin an der Brust satttrinkt. Was ja auch verständlich ist, er muß sich ja erst an die neue Kost gewöhnen. Es ist aber auch total schwer den richtig Zeitpunkt für das Gemüse zu finden. Er darf nicht zu hungrig sein, sonst hab ich gar keine Chance. Seit dem zufüttern hab ich das Gefühl, daß Luka gar nicht mehr richtig satt wird an der Brust. Neuerdings trinkt er sogar beide Seiten (war sonst nie der Fall) und scheint immer noch hungrig zu sein oder weint nach einer halben Stunde wieder! Ich hab wirklich ein bißchen Angst das durch das zufüttern meine Milch weniger wird, obwohl ich ihn weiterhin anlege. Vorhin hat Luka wirklich schön und schon eine gute Portion gegessen, danach lasse ich ihn Wasser trinken und trotzdem wollte er nach einer halben Stunde wieder an die Brust? Seit ich ihm Wasser gebe und das ja schnell aus dem Trinkbecher kommt, geht es ihm an der Brust zu langsam, dann da muß er sich ja anstrengen! Soll ich das wieder aufhören? Ich weis echt nicht wie ich so eine Stillmahlzeit ersetzten soll? Oder steht das "Stillen nach Bedarf" weiterhin an erster Stelle auf wenn es manchmal stündlich ist? Ich hätte nie gedacht das jetzt alles so kompliziert wird. Aber leider kann ich ja nicht ewig stillen. Wie praktisch und unkompliziert war das. Ich würde gerne mal Deine Meinung dazu hören, bestimmt geht´s mir dann wieder besser. Liebe Grüße Heike


Biggi Welter

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? Liebe Heike, deinen Seufzer kenne ich nur zu gut, aber so kompliziert wie es aussieht ist es dann auch wieder nicht. Die Einführung der Beikost sollte langsam erfolgen. Es ist am günstigsten mit einem Nahrungsmittel zu beginnen, zunächst nur eine geringe Menge anzubieten (jeweils nur mit ein paar Löffeln beginnen) und diese dann langsam zu steigern. Am Anfang sollte nur eine neue Nahrung, ein- oder zweimal am Tag gegeben werden und etwa eine Woche gewartet werden, bevor wieder etwas Neues angeboten wird. (Also nur Karotte, nur Kartoffel, nur Banane, nur geriebener Apfel usw.). Der Sinn dieser Vorgehensweise ist folgender: Falls sich eine allergische Reaktion zeigt, kann man auf diese Art leichter feststellen, was sie verursacht hat. Auch wenn das Risiko einer allergischen Reaktion nach dem ersten halben Jahr nicht mehr so groß ist, besteht die Möglichkeit dass eine Speise eine allergische Reaktion auslöst (Ausschlag, Durchfall, Erbrechen). Wurde immer nur ein neues Nahrungsmittel eingeführt, dann lässt sich leichter feststellen, welches Nahrungsmittel nicht vertragen wurde. Die betreffende Speise sollte dann aus dem Speiseplan gestrichen und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeboten werden. Bereits eingeführte Nahrungsmittel, die gut vertragen werden, können miteinander gemischt werden. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Ohnehin sollte der Begriff BEI-Kost wörtlich verstanden werden, es ist ergänzende Kost, die die Muttermilch nicht ersetzen, sondern ergänzen soll. Sollte die Muttermilch durch die Beikost ersetzt werden, würde es Anstatt-Kost heißen. Wird in Zusammenhang mit der Beikostmahlzeit gestillt, kann das Kind außerdem einige Nährstoffe aus der Beikost besser aufnehmen und verwerten. Es ist auch vollkommen normal, dass Luca kurz nach einer (großen) Portion Beikost wieder an die Brust will und die Empfehlung, nach Bedarf zu stillen gilt für die gesamte Stillzeit, gleich wie alt das Kind ist. Wie so oft, gilt auch hier „Geduld haben". Biete deinem Kind die Beikost immer wieder an, aber lass es selbst entscheiden, wann und wie viel es essen mag. LLLiebe Grüße Biggi


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