Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Was soll ich tun?

Frage: Was soll ich tun?

Lishei

Beitrag melden

Hallo, Mein Sohn ist 8 Wochen alt und wird voll gestillt. Wir stillen mit Stillhütchen und es klappt auch immer mal das ich während dem stillen das Hütchen wegnehmen kann. Sobald er jedoch die Brust loslässt "findet" er die Brustwarze nicht mehr. So weit so gut. Mein Problem ist seid knapp 2 Wochen ein anderes... Ich lege ihn zum Stillen an und er trinkt dann auch 3-4 Minuten, dann rumpelt es in seinem Bauch ein paar Mal und dann geht gar nix mehr. Er schreit, stößt sich von der Brust, deckt an und ab, wirft den Kopf nach hinten. Meist schläft er dann vor lauter Erschöpfung ein und wacht ca 30 Minuten später wieder vor hunger auf. Dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los. Ich habe gestern aus lauter Verzweiflung meine Hebamme kontaktiert. Seid gestern geht das Geschrei schon los wenn ich ihn nur anlegen möchte. Sie meinte er habe ganz klar hunger und ich sollte zufüttern. Das widerstrebt mir, ich habe das Gefühl das es nicht richtig ist und weiß absolut nicht was ich machen soll. Nachts klappt es mit dem Stillen übrigens einwandfrei. Ich habe auch Angst keine Milch mehr oder zu wenig zu haben, deshalb pumpe ich zusätzlich noch ab, wenn er kaum getrunken hat bekommt er eine Flasche Mumi Vielen Dank im Voraus Lisa


Beitrag melden

Liebe Lisa, von hier aus ist es schwer zu sagen, was genau los ist. Möglicherweise kommt er mit dem Wechsel von Brust zu Flasche nicht klar und hat das, was man gemeinhin eine Saugverwirrung nennt. Dabei wird das Baby ungeduldig an der Brust, weil es von der Flasche einen sofortigen und gleichmäßigen Milchfluss gewöhnt ist. Und/oder es dockt nicht korrekt an, weil es an der Brust dazu eine andere Technik braucht als an der Flasche. Es wäre gut, nicht die Flasche zu verwenden, wenn er wirklich zugefüttert werden muss, sondern ein Becherchen oder einen Löffel. Am wichtigsten erscheint mir, dass du mal schaust, ob es eine Stillberaterin in deiner Gegend gibt, mit der du z.B. auch telefonieren kannst. Sie kann dir Schritt für Schritt erklären, worauf es ankommt, damit dein Kleiner an der Brust auch tagsüber so geduldig ist wie nachts. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). Du kannst dann versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die wir aus dem Umgang mit einem Stillstreik kennen, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen! Ich hoffe, das beruhigt dich und hilft schon mal weiter, bis du jemanden in der Nähe findest. Dass du einen zu starken Milchspendereflex hast kann nicht sein, oder? Dass er sich also am Zuviel verschluckt und darum Probleme hat mit dem Trinken? Das Abpumpen erlaubt übrigens keinen Rückschluss auf die tatsächlich verfügbare Milchmenge. Dein Baby kann viel mehr aus der Brust bekommen als du beim Pumpen! Ob dein Baby genug Milch bekommt, erkennst du an folgenden Zeichen: o mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass "nass" ist, kannst Du sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). o in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) o eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 130 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (bei Krankheit und mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme, und die Gewichtszunahme erfolgt meist nicht linear sondern in Schüben!), o eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, o Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs o ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Solange diese Kriterien erfüllt sind, brauchst du dich nicht zu sorgen, dann bekommt dein Kleines auf jeden Fall genug Milch von dir!! Lieben Gruß, Kristina


Lishei

Beitrag melden

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe eher das Gefühl das ich einen zur zeit eher schlechten Milchfluss/Spendereflex habe. Habe eine nur Stillberaterin hier in der Nähe kontaktiert in der Hoffnung das sie uns helfen kann.


Beitrag melden

Ich drück euch die Daumen!! Sonst melde dich bitte wieder. Lieben Gruß, Kristina


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.