Claudia2912
Hallo, erstmal, vielen Dank,für die super antworten, die ich bisher immer bekommen habe. Das war sehr hilfreich und hat mir viel Kraft gegeben. Nun zu meiner Frage. Ich habe einen 15 Monate alten Sohn und ich möchte gerne wieder schwanger werden. Ich stille ihn, morgens, mittags, abends und nachts. Er schläft mit im Familienbett. Sollte ich ihn, dann an sein eigenes Bett gewöhnen? Was ich, aber gar nicht möchte. In meinen Augen, wäre das zu viel auf einmal. Oder wäre es für ihn besser , und nur für mich nicht? Er wacht jede Nacht 5-10 mal auf, seit 15 Monaten. Seit Do.entziehe ich ihm den Vormittagsschlaf, aber er ist so kaputt , dass ich mich frage, ob das richtig war?! Da ich viele Probleme mit meiner Gesundheit habe, dadurch auch einige Krankheiten schon chronisch sind, wollte ich jetzt abstillen, um meinen Körper zu entgiften, bevor ich wieder schwanger werde. Ist es ratsam abzustillen? Und wenn ja, wie mache ich das am besten, sanft? Da ich in der letzten Schwangerschaft Morbus Basedow bekommen habe und meine Antikörper immer noch leicht erhöht sind, frage ich mich, ob es wieder schlechter werden könnte? Denn davor wurde eigentlich Hashimoto diagnostiziert. Vielen Dank im voraus für die Antwort. Liebe Grüße Claudia
Liebe Claudia, das Stillen schadet deinem Körper sicher nicht, die Schwangerschaft kann die Schilddrüsenwerte allerdings verändern. Niemand kann vorhersagen, wie schnell Du nun ob mit oder ohne Abstillen wieder schwanger werden kannst. Sogar ohne Periodenblutung kann es zu einem Eisprung kommen und es gibt viele Frauen, die in der Stillzeit gleich beim ersten Eisprung, dem keine Blutung vorangegangen war, wieder schwanger geworden sind. Stillen hat eine empfängnisverhütende Wirkung und tatsächlich kann auch bei einem älteren Stillkind die Empfängnis erschwert und die Einnistung der Eizelle behindert sein. Aber eben „kann" und nicht „muss". Es gibt da übrigens eine interessante Theorie auch über die Reife des Kindes in Bezug auf Geschwister: so lange ein Kind noch so häufig an der Brust der Mutter trinkt, dass dadurch die Fruchtbarkeit der Mutter eingeschränkt wird, so lange ist es auch noch nicht reif genug, die Mutter mit einem weiteren Geschwisterkind zu teilen. Manche Menschen halten dies vielleicht weit hergeholt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass da viel Wahres dran ist. Die Entscheidung, ob Du zugunsten einer erneuten Schwangerschaft bzw. um die Wahrscheinlichkeit einer neuen Schwangerschaft eventuell zu erhöhen, abstillen oder einfach der Natur ihren Lauf lassen und abwarten willst, kannst nur Du alleine treffen. Es gibt in jedem Fall unzählige Mütter, die in der Stillzeit schwanger wurden, weiter gestillt haben und anschließend (ohne Schaden für Mutter, neues Baby und älteres Stillkind) auch noch nach der Geburt tandemgestillt haben. Ich kann jedoch gut verstehen, dass Du deine biologische Uhr ticken hörst und gerne aktiv etwas tun möchtest, aber ein Patentrezept gibt es hier nicht. Ist das Entgiftungsprogramm sehr wichtig für dich? Wenn ja, gebe ich dir noch einige Abstilltipps. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum Einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Erfahrungsgemäß fällt es den Kleinen am Schwersten, die Abendstillzeit aufzugeben. Da hilft es, wenn du ein schönes, kuscheliges Ritual einführst, das ohne Stillen abläuft. Zunächst z.B. im Wohnzimmer noch ein bisschen stillen, dann im Schlafzimmer das Zubettgeh-RItual machen funktioniert ganz gut. VIelleicht helfen die auch die Tipps aus den Büchern von Elizabeth Pantley? Wichtig ist, dass dein Kleiner spürt, dass Du ihm zwar die Brust entziehst, nicht aber deine Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen. Deshalb würde ich deinen Kleinen auch noch nicht ausquartieren in der Nacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir ein wenig weiter. LLLiebe Grüße Biggi