Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Wann prägen sich Gewohnheiten?

Frage: Wann prägen sich Gewohnheiten?

CB85

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Hallo liebe Stillexperten, danke für die tolle Forumsarbeit! Es gibt ja so viel Quatsch im Internet (nicht, dass ich das alles gelesen hätte ;) ) da ist dieses Expertenforum ein sehr guter Gegenpol! Zu meiner Frage: Meine Kleine ist 6 Monate und trinkt nachts mehr als am Tag. Tagsüber stille ich sie dreimal nach direkt nach ihren Tagesschläfchen. Das hat sich so ergeben, weil es da besser klappt, außerdem liegt sie bei zweien sowieso auf mir. Sie ist sonst tags sehr leicht abzulenken oder schreit sogar manchmal. Dazu noch ca. 3 Mal ohne dass sie vorher geschlafen hat. Sie schläft nachts leider sehr schlecht und wacht oft schon im anderthalb Stunden Takt auf. Manchmal sind es sogar über einige Stunden nur 20 Minuten Phasen, mit Glück haben wir auch mal rund 2,5 Stunden dabei. Ich versuche sie immer zuerst so zu beruhigen und wenn das nichts hilft lege ich sie sofort an. Ist alles sehr zehrend. In letzter Zeit lässt sie sich mit "in den Arm nehmen" fast gar nicht mehr beruhigen. Ich habe langsam das Gefühl, dass sie nur aus Gewohnheit an die Brust will, denn richtig trinken zum satt werden ist es nicht immer. Vielleicht riecht sie auch die Milch, wenn ich sie im dünnen Schlafanzug an mich kuschle. Eine Freundin wollte nachts nicht mehr so viel stillen und fing dann an, ihren Sohn herum zu tragen (warum auch immer). Jetzt ist er 14 Monate, trinkt nachts nur noch einmal, will aber immer noch oft getragen werden. Was ich damit sagen/fragen will ist, wann sich solche Gewohnheiten denn prägen und was ich tun könnte, dass sie nicht jedes Mal aufwachen mit Brust bekommen verknüpft. Ich stille sie natürlich immer wenn nötig und lasse sie nicht schreien, aber ich werde vom stillen richtig wach, wohingegen ankuscheln oder Wange streicheln ja nur eine kleine Bewegung im Halbschlaf ist. Eine zweite kurze Frage: Ich habe leider gerade eine hartnäckige Verhärtung, die trotz eurer Tipps nicht weggeht. Ihr schreibt, man soll nach 48 Stunden zum Arzt. Was macht der Arzt bzw. worauf soll ich achten? Ich frage mich nämlich, ob ich so schnell einen Termin bekomme oder etwas dazu sagen sollte. Es ist übrigens immer die gleiche Seite, obwohl sie keine Lieblingsseite hat und es bilden sich immer im gleichen Milchgang fast 1 mm große kristalline Körnchen, wenn ich Milchstau habe. Lecithin nehme ich schon ein, Ernährung sollte auch passen. Vielen herzlichen Dank!


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Liebe CB85, danke für dein Lob!!! La Leche Liga sammelt seit nunmehr über 60 Jahren fundiertes Stillwissen und wertvolle Erfahrungen stillender Mütter. Wir sind unabhängig in jeder Hinsicht, darum können wir uns auf die Hilfe von Mutter zu Mutter konzentrieren. Und freuen uns natürlich "wie ein Schnitzel", wenn's auch klappt :-) Deine Frage kann ich jedoch leider nicht klar beantworten :-( Klar kann auch nächtliches Stillen nur eine liebe Angewohnheit sein, allerdings schreibst du selbst, dass deine Maus sich nachts holt, was tagsüber vor lauter Ablenkung vielleicht zu wenig ist. Eine schon etwas ältere, jedoch nicht minder aktuelle Studie von Jelliffe und Jelliffe zeigte, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Also noch eine relevante Menge. Auch das Bedürfnis nach Nähe und Körperkontakt allein ist Teil des Entwicklungsprozesses und sollte gestillt werden, wenn möglich. Denn nur dann wird es sich von allein ausschleichen. Übrigens ist es gar nichts unnatürliches, dass ein 14 Monate alter Säugling viel getragen werden möchte - eben auch dann noch besteht der überlebensnotwenige Bedarf an Körperkontakt, vor allem nachts!! Das ist doch genau der Grund, warum die meisten Babys nicht von 8 bis 8 sanft lächelnd durchschlafen... und sich hunderte Autoren goldene Nasen verdienen an Büchern, die eine Veränderung versprechen. Meist, wie bei deiner Freundin, kommt es im besten Fall zu einer Verschiebung des Bedürfnisses. Verschwinden tut es nicht durch Druck, nur durch Befriedigung. Allerdings geht es auch um dich, und wenn es nicht mehr geht, dann MUSST du eine Stillpause in der Nacht einführen. Vielleicht kann ein paar Tage lang der Papa neben ihr schlafen und sie liebevoll ablenken/beruhigen/ihr beistehen, während du für einen Zeitraum X (z.B. 3 Stunden) in einem anderen Zimmer schläfst, damit du wieder etwas Erholung bekommst?? Lieben Gruß, Kristina


CB85

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Hallo Kristina, doch, ich finde die Frage ist sogar sehr gut beantwortet! Vor allem mit der Bedürfnisverschiebung! Kann man auch gut entgegen halten, wenn es mal wieder um die alte Baby-Verwöhn-Leier geht ;) Auch, dass du schreibst, dass man als Mama auch mal Zeit für sich braucht, nimmt vielleicht einigen das unnötige schlechte Gewissen. Wir probieren es mal aus, mit der Papabetreuung. Für die Mitleser habe ich auch noch einen Tipp von Mutter zu Mutter: Samstags darf ich, wenn es zeitlich passt, länger schlafen. Heißt für meine Tochter Frühstück im Bett, danach macht sie der Papa fertig und trägt sie meist im Tragetuch mit sich herum. Ich streck mich dann immer nochmal 1,5-2 Stunden im Bett aus, dass dann ganz allein mir gehört, bevor ich auch aufstehe :) Teil 2 ist zwar untergegangen, aber die Verhärtung war dann doch wieder von alleine bzw. mit Babymithilfe verschwunden. Viele Grüße Claudia


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