Mitglied inaktiv
Hallo, meine Tochter ist 18 Wo. alt und ich stille sie voll. Wir hatten bisher schon einige Tiefen (Schreibaby, Bauchkrämpfe, KISS) haben es aber immer wieder hinbekommen bzw. sind in Behandlung. Jetzt bin ich mit meinem Latein schön langsam am Ende. Sie ist eigentlich ein Wonneproppen aber die letzten Wochen hat sie fast gar nichts zugenommen. Laut KA ist sie gesund u. die Gewichtskurve passt, schön langsam komm ich allerdings an meine Grenzen. Meine Tochter hat seit Wochen Schmerzen beim Zahnen - vorher hat sie pünktlich alle 2 h tags u. Nachts getrunken aber die letzten Wochen waren eine Katastrophe. Momentan trinkt sie regelmäßig alle 2 Stunden in der Nacht und um 8 noch normal, dann hält sie es 3 h aus. Danach beginnt der "Kampf": Sie weint, weil hunger - trinkt ein paar Schluck und fängt bitterlich hysterisch zu weinen an, will nicht mehr trinken u. verweigert die Brust u. steckt sich die Faust in den Mund. Ich hab schon alles versucht - Globuli, Osanith, Virburcol, Dentinox (obwohl ich sehr gegen dieses Mittel bin), kalter Waschlappen zum kauen, Zahnmassage mit dem Finger usw. wirklich alles. Mein KA meinte, ich solle ihr Mexalen geben - was ich aber nicht tun werde :-(. Das mit dem Brustverweigern geht dann den ganzen Tag so weiter - sie quengelt - hat Hunger - trinkt aber nur kurz und bekommt dann einen Schreikrampf. Kommt danach aber immer früher (jede Stunde) - weil sie ja nicht viel getrunken hat u. nur die dünne Milch erwischt hat. Ich habe probiert Milch abzupumpen u. mit der Flasche zu geben, damit sie nicht so stark ziehen muss - aber sie verweigert die Flasche. Wenn sie so schlecht trinkt, merk ich, dass bei mir die Milch weg geht. Öfter anlegen funktiniert nicht - weil sie laut schreiend verweigert u. hysterisch wird. Wenn sie Stuhlgang hat (hatte erst 11 Tage nicht, dann wieder ziemlich Durchfall) dann ist der ziemlich wässrig. Bitte was soll ich tun ich bin mit den Nerven am Ende. Sie nimmt seit ca. 3 Wochen nicht zu (Geburtsgewicht 2.900g jetzt 6.400g). Zwischendurch ist sie aber wieder quietschfidel .... ich weiß nicht mehr weiter.
Liebe lia1978, ein Gewichtsverlust oder Gewichtsstillstand ist immer ein Alarmzeichen. Es muss nicht gleich etwas Bedrohliches sein, doch bei einem so kleinen Baby sollte in JEDEM Fall festgestellt werden, warum es nicht zugenommen hat. In Absprache mit dem Kinderarzt und in Zusammenarbeit mit einer Stillberaterin vor Ort, wäre es der erste Schritt, festzustellen, wodurch die geringe Gewichtszunahme verursacht wurde und ob es notwendig ist sofort zusätzliche Nahrung zu geben und dabei gleichzeitig daran zu arbeiten die Milchmenge der Mutter zu erhöhen oder ob zunächst noch abgewartet werden kann mit der zusätzlichen Nahrung und die Mutter mit geeigneten Maßnahmen ihre Milchproduktion ankurbeln kann. Aus der Distanz kann ich dir jetzt keines Falls sagen, was in deinem Fall erfolgen sollte. Am besten setzt Du dich mit einer Stillberaterin in deiner Nähe in Verbindung und sprichst nochmals mit dem Kinderarzt (oder holst die Meinung eines zweiten Kinderarztes ein), ob es möglich ist, zunächst zu versuchen, das Kind durch ausschließliches Stillen weiter zu ernähren oder ob sofort Handlungsbedarf also die zusätzliche Gabe von künstlicher Säuglingsnahrung besteht. Außerdem solltest Du nachsehen lassen, ob dein Kind vielleicht Schmerzen beim Trinken hat. Ist es notwendig zusätzliche Säuglingsnahrung zu geben, dann sollte diese Nahrung möglichst nicht mit der Flasche, sondern mit einer alternativen Fütterungsmethode nach dem Anlegen gegeben werden (z.B. Becher). Bekommt dein Baby einen Schnuller? Dann könnte es sein, dass dein Baby saugverwirrt ist. Gleichzeitig sollte durch die im folgenden beschriebenen Maßnahmen versucht werden, die Milchmenge der Mutter zu erhöhen und das Kind zu häufigerem Trinken an der Brust anzuregen. Die Maßnahmen zur Steigerung der Milchmenge gelten auch dann, wenn keine Zusatznahrung erforderlich ist. Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb solltest Du dein Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Um das Interesse deines Babys an der Brust wach zu halten, kannst Du es mit Wechselstillen versuchen. Dabei legst Du dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst Du es sanft von der Brust (vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und lässt es aufstoßen, streichelst seine Fußsohlen oder massierst es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Du es wieder etwas ermuntert hast. Dieses „Wecken und Wechseln“ wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, wie bereits erwähnt tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden Eventuell ist es sinnvoll zusätzlich zu pumpen. Wenn gepumpt wird, dann sollte eine möglichst effektive Pumpe verwendet werden, am besten eine vollautomatische, elektrische Kolbenpumpe mit Doppelpumpset. Zu wenig Milch ist eine medizinische Indikation für die Verordnung der Pumpe durch den Arzt (auf der Verordnung muss „mit Zubehör“ stehen, sonst musst Du das Zubehör selbst zahlen). Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung („schwemmt aus“) und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst Du zu wenig. Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Ruhe dich oft aus und entspanne dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus. Vielleicht kannst Du ja ein paar „Stilltage“ einlegen, das heißt Du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby und das Stillen. Wenn möglich, sollte dein Kind keinen Schnuller und auch keine Flaschensauger bekommen, denn diese können dazu führen (bzw. schon dazu geführt haben), dass dein Baby nicht mehr weiß, wie es richtig an der Brust trinken soll. Die eventuell notwendige Zusatznahrung sollte mit einer alternativen Fütterungsmethode gegeben werden. Außerdem solltest Du Kontakt zu einer Stillberaterin vor Ort aufnehmen, die dich und dein Kind beim Stillen beobachten kann. Es ist wichtig, dass Du korrekt anlegst und dass dein Kind korrekt saugt. Es kann auch sein, dass dein Baby nicht richtig saugt oder eine Saugschwäche hat, was korrigiert werden müsste. Das kann ich nicht beurteilen, denn ich kann dich nicht sehen. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi
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