Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen und OP/ Wehenhemmer

Frage: Stillen und OP/ Wehenhemmer

Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi, vor einiger zeit habe ich bereits einmal angefragt, wegen der Mitnahme eines "großen Stillkindes" ins KKH. Nun eine erneute Frage zu fast diesem Thema. Ich werde um einen operativen Eingriff in den nächsten Wochen nicht herum kommen. Es muss eine Cerclage gelegt werden. Aus meiner letzten SS weiß ich, dass bei diesem Eingriff für eine gewisse Zeit eine Infusion mit Wehen hemmenden Mitteln notwendig ist. Zumindest während des Eingriffs und wohl etwa einen Tag lang hinterher. Mein Sohn, drei Jahre, stillt sich noch ausgesprochen häufig und intensiv. Durch die SS ist die Milch etwas zurück gegangen, daher wohl auch "intensiver". Ist das Medikament, welches zur prophylaktischen Wehenhemmung verabreicht wird, schädlich für meinen Sohn? Oder wird es ausreichen, wenn ich die Stillzeiten "nach Gefühl" einschränke. Das funktioniert eigentlich absolut reibungslos. Sobald ich ihn bitte, nicht so stark zu saugen, weil ich mich unwohl fühle, kommt er dem Wunsch sofort nach und nuckelt nur noch. Ist die Menge, die er dabei aufnimmt trotzdem in irgendeiner Form schädlich für ihn? Oder können wir das so beibehalten? Welchen Einfluss hat die notwendige Vollnarkose auf meine Milch? Hältst du es für sinnvoll, das Thema Stillen meines Sohnes überhaupt extra anzuschneiden? Oder muss die Narkose ohnehin "stillfreundlich" angelegt sein, da ich ja schwanger bin? Vielen Dank, Sandra


Biggi Welter

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? Liebe Sandra, zunächst einmal plädiere ich immer für Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber von Ärzten und daher solltest Du in deiner Lage nicht verschweigen, dass dein „Großer" gestillt wird. Das Problem wird auch nicht die Narkose sein (fast alle heute üblichen Narkosemittel sind so, dass gestillt werden kann, sobald die Frau wieder wach ist und das Kind selbst halten kann) und obwohl ich nirgends etwas über die Auswirkungen von wehenhemmenden Mitteln auf ein Stillkind gefunden habe, wohl auch weniger der Wehenhemmer. Die Schwierigkeit sehe ich in deiner offensichtlich problematisch verlaufenden Schwangerschaft. Das Saugen deines Kindes an der Brust kann zur Auslösung von Wehen führen und damit die Frühgeburtsbestrebungen verstärken. Es gibt wahrscheinlich deshalb auch keine Daten über die Auswirkungen von Wehenhemmern auf das gestillte Kind, weil in dieser Situation zum Abstillen geraten wird. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es sein kann, einem dreijährigen Stillkind in dieser zu erklären, dass es jetzt nicht mehr an die Brust dürfen soll, doch das Risiko, dass durch das Weiterstillen Wehen ausgelöst werden können ist vorhanden und eine vorangegangene Frühgeburt kann ein Grund zum Abstillen in einer erneuten Schwangerschaft sein. Deinen Worten entnehme ich, dass in deiner letzten Schwangerschaft bereits ein Frühgeburtsrisiko bestand, deshalb solltest Du dir wirklich überlegen, ob Du jetzt weiter stillen willst. Ich wünsche dir und deinen Kindern (im Bauch und draußen) alles Gute. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Ob die prophylaktische Wehenhemmung Deinem Dreijährigen schadet kann ich Dir nicht sagen. Was aber mit Sicherheit bei Frühgeburtsbestrebungen kontraindiziert ist sind Manipulationen an den Brustwarzen, und Stillen ist nichts Anderes. Sosehr ich für Langzeitstillen oder auch Tandemstillen bin kann ich Dir nur dringend zum Abstillen raten. Bei einem Dreijährigen ist das sicherlich nicht leicht, aber im Interesse des neuen Babys solltest Du Dir das gründlich überlegen!


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