Fitzi123
Guten Morgen! Ich muss wegen einer bakteriellen Infektion ab Dienstag Metronidazol 4 x 250 mg über 10 Tage nehmen. Laut Embryotox geht das AB in die Muttermilch über, eine Stillpause sei jedoch nicht erforderlich. Ich frage mich nun, ob es nicht dennoch sinnvoller wäre, in der Zeit Pre zu geben, zu pumpen und danach erst weiter zu stillen, damit mein Kind nicht dieses AB bekommt. Dazu stellen sich mir noch folgende Fragen: 1. Wie oft am Tag müsste ich pumpen um den Milchfluss aufrecht zu erhalten? Tatsächlich reagiert meine Brust auf die Pumpe nicht mehr so gut - meist kommt beim Pumpen deutlich weniger als die tatsächlich Trinkmenge 2. Wir wahrscheinlich ist es, dass mein Kind danach die Brust verweigert (er ist jetzt 6 Monate alt, korrigiert 4,5 und wegen einer Trinkschwäche von Anfang an gewöhnt, Brust und Flasche zu nehmen) 3. Sollte ich zumächst sämtliche Vorräte eingefrorener Milch aufbrauchen (ca 3 Tage) oder die Muttermilch über die 10 Tage AB-Gabe + 2 Tage Abbau strecken? Vielen Dank!
Liebe Fitzi123, leider wird Medikamentenrisiko häufig überbewertet und die Konsequenzen, die ein plötzliches Abstillen für das Kind mit sich bringen, werden häufig unterschätzt. Tatsächlich kommt es selten zu Symptomen einer gesundheitsschädigenden Wirkung von Medikamenten über die Muttermilch. Die Risikoinformationen in Beipackzetteln und Einschätzungen in Arzneibüchern sind irreführend und geben keine Hilfestellung bei der Wahl einer adäquaten Therapie. Für die meisten Erkrankungen stehen Medikamente zur Verfügung, die mit dem Stillen zu vereinbaren sind. Bei therapeutischen Empfehlungen oder der individuellen Beurteilung des Medikamentenrisikos während der Stillperiode sollten definitiv Handbücher zu diesen speziellen Thema (z.B. „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" von Schaefer und Spielmann) oder eine Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie wie zum Beispiel das Institut für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie in Berlin hinzugezogen werden. Sollte der Arzt sich nicht sicher sein, kann und sollte er sich bei der Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie in Berlin Tel.: 030 450-525700 erkundigen. Das Team um Dr. Ch. Schaefer hat dort einen speziellen Beratungsdienst für Ärzte zu Medikamentenfragen und Fragen zu Diagnoseverfahren in Schwangerschaft und Stillzeit eingerichtet. Ansonsten ist es auch für deine Brust besser, wenn Du nicht so plötzlich abstillst. Schau mal: http://www.embryotox.de/cefuroxim.html http://www.embryotox.de/metronidazol.html Aus dem Buch „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit“ (7. Auflage 2006), das von Dr Schaefer, dem Leiter der Embyotox, herausgegeben wird, zitiere ich dir zum Thema auch noch: Antibiotika allgemein Bei vielen Antibiotika erhält ein gestilltes Kind unter Behandlung der Mutter weniger als 1 % der auf das Körpergewicht bezogenen therapeutischen Dosis. Damit werden allenfalls minimale, in keinem Fall Bakterien hemmende Konzentrationen im Säuglingsplasma erreicht. In der Literatur werden immer wieder folgende Risiken diskutiert: Beeinflussung der Darmflora (ggf. „dünnere" Stuhlkonsistenz, selten Durchfall), Beeinflussung bakteriologischer Untersuchungen, die im Fall einer Erkrankung des Säuglings erforderlich werden könnten, Entwicklung resistenter Keime, Sensibilisierung. Als klinisch relevant oder gar therapiebedürftig haben sich alle diese Nebenwirkungen bisher nicht erwiesen. Am ehesten ist mit einer vorübergehenden Auswirkung auf die Stuhlkonsistenz zu rechnen (Ito 1993). Ich würde also gar nicht den Stress mit Pumpen beginnen und die Gefahr eines unfreiwilligen Abstillens vermeiden, denn leider kann es schon passieren, dass dein Kind die Brust nach zehn Tagen verweigert. Ziegenmilch, Stutenmilch oder andere Tiermilchen sind ebenso wie Kuhmilch artfremde Milchen. Da sie jedoch seltener in unserer Gesellschaft verwendet werden als Kuhmilch, sind weniger Allergien bekannt. Dennoch bergen diese Milchen das gleiche Allergierisiko wie unverarbeitete Kuhmilch. Stutenmilch und Ziegenmilch sind ebenso wie Mandelmilch, Soja Milch usw. keine vollwertige Ersatznahrung und sind von der Zusammensetzung her nicht an den Bedarf eines Babys angepasst. Bei Ziegenmilch fehlt zum Beispiel die Folsäure und Stutenmilch mag von den auf dem Markt erhältlichen Tiermilchen zwar der Muttermilch am „ähnlichsten" sein, doch ein kurzer Blick in die Zusammensetzung offenbart (abgesehen von der Problematik des artfremden Eiweißes) die folgenden Unterschiede: Muttermilch enthält etwa 67 kcal pro 100 ml, Stutenmilch nur 47 kcal/100 ml, beim Fett enthält MM 3,7 g/100 ml, Stutenmilch 1,5 g/ 100 ml. Der Natriumgehalt der Muttermilch beträgt nur ein Fünftel des Natriumgehaltes der Stutenmilch (13 mg im Verhältnis zu 64 mg pro 100 ml), der Kaliumgehalt ist in der Muttermilch mehr als fünfmal so hoch wie in der Stutenmilch (47 mg/100 ml MM, 9 mg/100 ml Stutenmilch). Ähnliche Unterschiede lassen sich bei Kalzium (31 mg/100 ml MM, 110 mg/100 ml Stutenmilch), Phosphor (15 mg/100 ml MM, 54 mg/100 ml Stutenmilch) und Magnesium (4 mg MM/100 ml, 9 mg/100 ml Stutenmilch) finden. Gerade die Mineralstoffe haben einen enormen Einfluss auf die Nieren und sollten deshalb wirklich ernst genommen werden. Die Frage einer Ersatznahrung für die Muttermilch muss immer sehr differenziert betrachtet werden und in Einzelfällen sollte wirklich eine erfahrene Ernährungsberaterin hinzugezogen werden. LLLiebe Grüße Biggi
Fitzi123
Noch eine Nachfrage: Wäre eine normale Pre HA oder eine auf Ziegenmilchbasis besser (der Halbbruder meines Kindes - nicht gestillt - leidet an Neurodermitis und einigen Allergien)?
Fitzi123
Liebe Biggi! Herzlichen Dank für Deine ausführliche und hilfreiche Antwort! Ich werde meinen Arzt noch einmal bitten in Berlin anzurufen und zu erfragen, mit welcher AB-Konzentration in der Muttermilch zu rechen ist! Es würde mir schon sehr schwer fallen, das Stillen aufzugeben, nachdem ich die 1. 10 Wochen alle 3 Std gepumpt habe, weil mein Zwerg zu schwach zum Trinken war. Der Weg von der Magensonde zur Brust war hart erkämpft und ich möchte das Stillen daher jetzt, wo es so gut läuft, noch nicht aufgeben! Liebe Grüße!
Mickey3
Hallo, ich wollte dir kurz was dazu schreiben, ich war erst kürzlich in der gleichen Situation und sollte auch Metronidazol nehmen, habe ich dann auch. Ich lag noch im KH auf der Wochenstation und sie haben mir mehrfach versichert das sie mir nichts geben würden was dem Baby schadet. Ein gutes Gefühl hatte ich zwar nicht aber ich habe einfach vertraut. Mir und meinem Schatz geht es gut. Auch der Kinderarzt hatte keine Bedenken und machte mir Mut den Ärzten zu vertrauen. Ich kann dich aber sehr gut verstehen. Ich war total verzweifelt weil wir uns auch gerade er das stillen erkämpft hatten, es funktionierte einfach nicht so gut und es war mir so wichtig. Auch bei mir waren es 10 Tage, dazu kam sogar noch ein zweites Antibiotikum. Bin selber sehr skeptisch mit Antibiosen aber es ging mir wirklich richtig schlecht und sie meinten abstillen wäre keine Option nicht wegen dieser Medikamente. Ich hoffe ich kann dir etwas Mut machen zu vertrauen. lg mickey
Fitzi123
Liebe Biggi, so wie es aussieht komme ich nicht um die Antibiose herum. Ich habe am Freitag noch Dr. Paulus rät eher vom Stillen ab - wegen erbgutschädigender Wirkung des Medikaments...ebenso mein Kinderarzt... Hälst Du es für sinnvoll, dass ich nun nach und nach schon einmal eine Mahlzeit ersetze, um mein Kind langsam auf die Zeit vorzubereiten? Das Fläschchen kennt er ja gut, da ich dies für den Notfall immer beinhalten habe...nur eben nicht ausnahmslos und nicht mit Pre. Ich könnte dann in der Zeit noch pumpen, damit ich während der Medikamenteneinnahme so viel Muttermilch wie möglich geben kann (habe jetzt schon 3l Vorrat angelegt). Ist es tatsächlich notwendig, alle 3 Std zu pumpen, auch wenn mein Kind derzeit zB nachts nur 2mal trinkt? Ich will auch versuchen noch ein Rezept für weitere Hebammenstunden zu bekommen, damit ich nach den 2 Wochen im Notfall Hilfe beim Weiterstillen habe. Vielen Dank auch an Micky fürs Mutmachen!!!
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