Mitglied inaktiv
Meine Tochter ist jetzt 6 Wochen alt, vor einer Woche habe ich auf Anraten meiner Hebamme das letzte Mal Milch abgepumpt. Nach blutigen Brustwarzen und zweimaliger Behandlung meiner Tochter wegen Gelbsucht hatte ich nach dem ganzen Stress nur noch wenig Milch, wunde Brustwarzen. Auch wurde mir angeraten die Milch besser abzupumpen, da ich so besser sehen könnte, wieviel meine Tochter trinkt (sie hatte viel Gewicht verloren wegen der Gelbsucht). Ich sollte aller 2 h abpumpen, um die Milchproduktion wieder anzuregen. Nachdem dies nicht gelang, riet mir die Hebamme wegen des hohen Zeitaufwandes und der doch zu geringen Menge, besser wieder "abzustillen". Ich fand dies für mich persönlich sehr schlimm, weil ich unbedingt stillen wollte. Nun ist das letzte Abpumpen 1 Woche her, seit 2 Tagen läuft allerdings etwas Milch aus meiner Brust, ohne das sich diese jedoch prall gefüllt anfühlt. Könnte ich durch erneutes Anlegen meiner Tochter die Milchproduktion eventuell noch einmal in Gang bringen?
Liebe pflaume79, man kann eine Faustregel aufstellen, dass ungefähr eine Woche pro Monat, der nicht mehr gestillt wurde, plus eine zusätzliche Woche gerechnet werden muss, um wieder eine ausreichende Milchmenge zu bilden. Allerdings gibt es keine Garantien. Das grundlegende Vorgehen bei einer Relaktation und auch der induzierten Laktation besteht darin, das Baby dazu zu bringen so oft wie möglich an der Brust zu saugen. Dadurch werden die Brüste (wieder) zur Milchbildung angeregt. Ein ähnlicher Effekt lässt sich auch mit einer guten Milchpumpe erreichen. Häufig ist auch zusätzliches Pumpen neben dem Anlegen des Kindes sinnvoll, um die Milchproduktion zu steigern. In manchen Fällen wird die Relaktation bzw. induzierte Laktation zusätzlich mit Medikamenten unterstützt. In den Ländern der dritten Welt, wird meist ohne Medikamente vorgegangen und die Ergebnisse sind dennoch fast immer besser als bei uns. Gut beschrieben wird der Vorgang der Relaktation in dem Buch `Stillen eines Adoptivkindes und RelaktationA von Elizabeth Hormann (ISBN 3 932022 02 5), das im Buchhandel oder bei La Leche Liga Deutschland und bei jeder LLL Stillberaterin erhältlich ist. Allerdings verlangt eine Relaktation sehr viel Durchhaltevermögen und möglichst die Unterstützung einer darin erfahrenen Stillberaterin. Eine wesentliche Rolle spielt auch das Kind, das die Brust (wieder) annehmen muss. Am besten wenden Sie sich einmal an eine Kollegin vor Ort und besprechen Ihre Situation in aller Ruhe mit ihr. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, Biggi