Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen möglich ?

Frage: Stillen möglich ?

Janina0176

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Hallo , ich habe am Montag entbunden ( per Kaiserschnitt ) und habe meine Tochter kurz nach der Geburt angelegt . Sie ging sofort gut an die Brust. Habe sie dann die ersten beiden Tagen circa alle 2,5-4 Std angelegt , so wie sie sich gemeldet hat . Mittwoch. Meine Hebamme hat mir geraten alle 3 Std je 7 min pro Brust zu stillen . Das reicht meiner Tochter natürlich nicht und sie wird zwischendurch unruhig und hat Hunger . Habe dann länger gestillt (20 min je Seite) , danach das Msl ein Stillhütchen genutzt und plötzlich hat es sehr sehr stark geblutet. Ich habe gestern den ganzen Tag abgepumpt ( erst 65 ml , dann 60, dann 50 , dann 45)....alle 3 Std . Die Milch wird irgendwie weniger und ich musste auch immer 20-35 ml Primergen Aptamil zufüttern damit sie satt wird . Ansonsten war sie nach 15 min nach der Flasche mit MM noch unruhig und hat gesucht /hatte Hunger. Haben Sie einen Tipp für mich wie ich weitermachen kann ? Ich möchte gerne stillen ( habe noch einen 2 jährigen Sohn zuhause und ich glaube das Pumpen und zufüttern wäre zuhause kaum realisierbar wenn ich alleine mit den beiden bin . Noch bin ich in der Klinik . Ich fühle mich hier nicht so gut beraten . Das stillen hat bei meinem ersten Sohn auch nicht gut geklappt , ich habe zudem sehr empfindliche Brustwarzen , hatte in der Schwangerschaft schon schorf darauf und als Jugendliche Neurodermitis an den Brustwarzen . Aktuell benutze ich die Multi MAM Kompressen oder mache Muttermilch darauf . Ich bin total verunsichert und brauche einen Rat. Soll ich versuchen anzulegen ? Öfter anlegen ? Noch sind die Brustwarzen sehr empfindlich . Ist es normal dass die Milchmenge durch Pumpen weniger wird ? Ich hatte in Erinnerung dass sie dadurch steigt ? Liebe Grüße Janina


Biggi Welter

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Liebe Janina, ganz kurz kann man die wichtigsten Punkte für den Grundstein einer erfolgreichen Stillbeziehung auf die folgenden Schlagworte zusammenfassen: Bald stillen oft stillen uneingeschränkt stillen keine Flüssigkeit oder andere Nahrung dazugeben außer bei medizinisch begründeten Fällen. Das Baby sollte so bald wie möglich nach der Geburt zum ersten Mal angelegt werden und dann jederzeit und ohne zeitliche Einschränkung an die Brust dürfen, wenn es das will. Bei eher schläfrigen Kindern oder Babys mit verstärkter Neugeborenengelbsucht muss die Mutter unter Umständen den Takt angeben und dafür sorgen, dass das Kind mindestens acht bis zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden an der Brust trinkt. Tee, Glukoselösung oder Wasser sind überflüssig und vor allem bei einer eventuell verstärkten Neugeborenengelbsucht sogar kontraproduktiv. Das Bilirubin (der gelbe Farbstoff, der für die Gelbfärbung der Haut bei der Neugeborenengelbsucht verantwortlich ist) wird nur zu zwei Prozent über den Urin ausgeschieden, der Rest wird durch den Darm ausgeschieden. Daher ist es unsinnig, die Gelbsucht „ausschwemmen" zu wollen. Wichtig ist, dass der Darm mit Nahrung versorgt wird und die Verdauung angeregt wird, das Mekonium möglichst rasch ausgeschieden wird. Das Kolostrum, die wichtige erste Milch wirkt abführend und begünstigt damit die Ausscheidung des Bilirubins. Der Organismus eines Neugeborenen ist auf viele, kleine Mahlzeiten eingestellt. Sein Magen hat etwa die Größe eines Teebeutels. Kleine Mengen an Muttermilch sind also absolut richtig und in Ordnung. Wichtig ist, dass Ihr Baby ab dem zweiten, dritten Tag mindestens drei bis vier Darmentleerungen hat und ausreichend Urin ausscheidet. Eine Gewichtsabnahme von etwa sieben Prozent des Geburtsgewichtes innerhalb der ersten Tage ist normal, bis zehn Prozent sind bei einem ansonsten gesunden Kind tolerierbar. Spätestens mit drei Wochen sollte Ihr Baby sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben. Wunde Brustwarzen entstehen in über 80 % der Fälle durch falsches Anlegen oder Ansaugen. Es ist extrem wichtig, korrekt anzulegen, nicht nur um wunde Brustwarzen zu vermeiden, sondern auch, damit die Brust gut stimuliert und richtig entleert wird und so die Milchbildung gut in Gang kommt bzw. aufrecht erhalten wird. Falls Sie noch keinen Kontakt zu einer Stillberaterin haben, sollten Sie sich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die Sie beim Stillen sehen kann und so feststellen kann, ob das Baby korrekt an der Brust saugt oder vielleicht ein Saugproblem vorliegt, das behandelt werden müsste. Sie kann Ihnen Tipps zum Anlegen geben und auch für die wunden Brustwarzen. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi Welter


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