Frage: Stillen (Domperidon)

Liebe Biggi, ich habe einen 7 Wochen alten Sohn und dieser wird gestillt und zugefüttert mit Pre Milch. Ich habe eine Stillberatung gemacht und schlussendlich haben wir es dann auch mit Domperidon versucht und ich nehme es jetzt seit 6 Tagen und in letzter Zeit trinkt mein kleiner an der Brust (ich höre in öfters und länger schlucken als davor) & danach aber trinkt er immer nur noch ganz wenig oder kaum noch Pre jetzt bin ich unsicher geht das so schnell das sich die Milchmenge gesteigert hat? Oder ist vielleicht irgendwas anderes mit ihm los das er nicht mehr noch die Pre Milch trinkt...? Wie kann ich es den am besten herausfinden was kann ich da machen? So wirkt er zufrieden er schläft dann immer ein ich versuche es im immer wieder anzubieten manchmal trinkt er dann etwas und in der Nacht nimmt er die Flasche garnicht mehr...  Freue mich auf deine Antwort! Liebe Grüsse  Vanessa

von VanessaAtreus am 21.02.2024, 10:01



Antwort auf: Stillen (Domperidon)

Liebe Vanessa,   es kann gut sein, dass dein Baby durch die Flasche saugverwirrt ist und deshalb nicht effektiv saugen kann und den Milchspendereflex nicht mehrmals auslösen kann. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Falls du noch keinen Kontakt zu einer Stillberaterin hast, solltest du dich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die dich beim Stillen sehen kann und so feststellen kann, ob dein Baby korrekt an der Brust saugt oder vielleicht ein Saugproblem vorliegt, das behandelt werden müsste. Auch wenn du weiter fahren musst, lohnt sich ein Termin bestimmt! Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Evtl. helfen die Tipps, die sich auch bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC).     Ganz liebe Grüße Biggi

von Biggi Welter am 21.02.2024