Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Selbstbedienung

Frage: Selbstbedienung

Franzo

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Hallöchen! Meine 14 Monate alte Tochter wird hauptsächlich noch gestillt. Da sie gerade in die Kinderkrippe gekommen ist, ist sie Nachmittags besonders verkuschelt und sehr oft und lange an der Brust. Dabei bedient sie sich im Prinzip fast selbst (klettert auf das Sofa und zieht mir das Oberteil hoch). Allerdings zu Hause und nur sehr selten Mal wenn wir unterwegs sind. Das macht sie auch nachts (Familienbett), so dass ich manchmal erst gar nicht richtig wach werde. Damit habe ich eigentlich auch gar kein Problem. Nur frage ich mich langsam, ob ich sie mit diesem "Selbstbedienungsverhalten" nicht doch verziehe. Denn ich höre von anderen Müttern immer wieder Sachen wie: "nicht ohne meine ausdrückliche Erlaubnis" oder auch "erst wenn der Wecker klingelt" usw. Sollte ich also lieber langsam "Regeln" für das Stillen einführen damit ich meine Tochter nicht verziehe oder ist die Selbstbedienung in Ordnung? Mich stört es wie gesagt eigentlich nicht... P.S. Ich habe mir in diesem Forum als stille Mitleserin bereits häufig Rat und Unterstützung holen können, deshalb Danke für tolle Arbeit!


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Franzo, Deine Maus ist gerade erst in die Krippe gekommen und braucht wahrscheinlich viel Rückhalt und Nähe. Sicherlich kannst Du Deinem Baby beibringen, dass es Dich erst fragt, aber ich persönlich würde da jetzt noch lange keinen Stress machen. Du verziehst Dein Baby doch nicht, wenn es jederzeit an die Brust darf. Stillen ist viel, viel mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es ist Trost, Geborgenheit, sicherer Hafen und ein Weg zur Ruhe zu kommen, wenn die Wellen des Alltags so hoch geschlagen sind, dass das Kind keinen Weg mehr weiß, um mit sich selbst und der Umgebung ins Reine zu kommen. Leider verstehen manche Menschen (vor allem diejenigen, die selbst nicht oder nur sehr kurz gestillt haben) nicht, dass Stillen all das, was ich oben beschrieben habe und noch viel mehr bedeutet. Sie erkennen nicht, dass ein entsetztes, wütendes oder verletztes Kind an der Brust wieder den Weg zu sich selbst zurück findet und dabei auch noch sein Gesicht wahren kann. Es wird von der Mutter nicht bloßgestellt, sondern angenommen und kann sich in der sicheren Geborgenheit des Stillens wieder erholen und beruhigen. Ganz wichtig: das Stillen bietet in dem Alter der ersten Ablösung wichtige emotionale Hilfe. Dein Kind kann immer wieder den "Heimathafen" ansteuern, wenn etwas beängstigend ist. Dein Kind braucht wahrscheinlich einfach eine Extraportion „Mama“ und ich würde nicht zu viel reininterpretieren. LLLiebe Grüße, Biggi


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