Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Neugeborenes stillen- in welchen Abständen???

Frage: Neugeborenes stillen- in welchen Abständen???

Mitglied inaktiv

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Hallo Frau Welter, mein Kleiner ist nun fast 2 Wochen alt. Er ist eine richtige Schlafmütze. Nachts schläft er seine 6-7 Stunden. Er würde sicher länger schlafen, wenn ich ihn nicht wecken würde. Tagsüber ist er bei einem 3-5 Stundenryhtmus. Aber ich wecke ihn oft, selten wird er von alleine wach. Wie ist das mit der Milch schaden diese unregelmäßigen Abstände? Ich habe Angst was falsch zu machen. Soll ich ihn schlafen lassen und lieber abpumpen oder soll ich ihn lieber weiter wecken?? Meine Brüste sind Nachts immer sehr voll. Heute war es so, dass er auch mal unruhig war und da hing er nur an meiner Brust, nur habe ich schon keine richtige Milch mehr gehabt, oder bekommt er dann doch noch genug? Ich komme mir etwas hilflos vor. Danke für ihre Antwort. Ihre Kiddy


Biggi Welter

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? Liebe Kiddy, unregelmäßige Stillabstände sind normal und schaden in der Regel weder dem Kind noch der Milch. Das Beste ist, die Uhr überhaupt zu vergessen und das Baby immer dann anzulegen, wenn es nach der Brust verlangt und es solange trinken zu lassen, wie es selbst möchte. Dieses „Stillen nach Bedarf" wird von allen Stillexperten einhellig empfohlen und hat sich eindeutig bewährt. Stillen nach der Uhr kann in manchen Fällen funktionieren, doch es kann genau so gut auch zu einem Rückgang der Milchmenge und allen daraus resultierenden Stillproblemen führen. Wenn die Kinder reif genug sind, werden sie auch einen einigermaßen gleichmäßigen „Rhythmus" finden, allerdings bleibt der noch lange Zeit störanfällig. So kleine Babys wollen durchschnittlich zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden an die Brust. Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. Dabei ist es nun nicht unbedingt immer so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys und vor allem am späten Nachmittag und abend kommt es verstärkt zu solchen Cluster-Phasen. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Eine Ausnahme von der Regel, dass das Baby bestimmt wann und wie lange es an der Brust trinkt, gibt es nur bei schlecht gedeihenden Babys, hier kann es vorkommen, dass das Baby von der Mutter zum Stillen geweckt und zu häufigerem Stillen animiert werden muss. Solange das Baby jedoch gut gedeiht, darf die kleine Schlafmütze auch weiterschlafen. Eine andere Sache ist dabei allerdings Ihre Brust. Wenn Ihr Baby so lange schläft und Ihre Brust dann übervoll wird, dann ist es durchaus legitim, den kleinen Mann zu wecken, damit er trinkt. Sollte er nicht trinken wollen, können Sie gerade so viel Milch vorsichtig ausstreichen oder abpumpen, bis Sie sich wieder wohl fühlen. Aber nicht mehr Milch als unbedingt notwendig ausstreichen, da sonst die Brust zu weiterer Milchbildung angeregt wird und in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eingegriffen würde. Um festzustellen, ob Ihr Baby gut gedeiht, brauchen Sie es nur in Hinblick auf die folgenden Anzeichen zu beobachten: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, können Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme), • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Wenn die oben genannten Punkte alle erfüllt sind, dann gedeiht Ihr Baby gut und das Stillverhalten ist seine persönliche Eigenheit. Ich hoffe, das war jetzt nicht zuviel Text auf einmal. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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