Asalia82
Hallo, ich habe eine Frage und zwar geht es um folgendes Problem. Mein Kind ist gerade 3 Monate alt geworden. Seit seiner Geburt, also seit dem ersten Tag im KH schläft er sehr schlecht, d.h. nie länger als 1-3 Stunden am Stück, auch nachts. Bis vor einigen Tagen habe ich ihn auch entsprechend gestillt, also alle 1-3 Stunden, auch nachts. Ob er Hunger oder Durst hatte, weiß ich nicht, jedenfalls, wurde er häufig unruhig und ich habe ihn dann immer angelegt - anders ließ er sich kaum beruhigen. Schnuller nimmt er nicht bzw. sehr ungern. Nun hat sich das Trinkverhalten seit etwa einer Woche auf einmal geändert und er kommt nur noch alle 2-4 Stunden, was ich ganz angenehm finde. Während er früher immer an einer Seite gute 10 Min. getrunken hat und es ihm reichte, ist er jetzt mit einer Seite schon nach max. 5 Min. fertig und ich muss ihn an der anderen Seite noch anlegen, damit er auf seine 10 Min. gut. Soweit so gut. Vor kurzem habe ich das Schlaf-Problem mit unserer Kinderärztin besprochen. Als Grund für seine vielen kurzen Schlafphasen - wie gesagt er schläft immer so 1 Stunde, vielleicht auch mal 1,5-2 am Stück, dann wird er aus irgendeinem Grund wach - sieht sie den Hunger. Sie meint, er würde nicht genug Milch bekommen und ich soll ihn zufüttern, also eine Flasche nach jeder Stillmahlzeit geben. Mein Kind verweigert jede Flasche, egal mit welchem Sauger. Ich habe mehrmals versucht, alles vergebens: Er verschluckt sich nur und kriegt nichts runter. Ich persönlich habe nicht den Eindruck, dass er nicht genug trinkt. Sonst wäre er doch nur noch unruhig oder können sich Babys an den Hunger gewöhnen und ihn quasi nicht merken? Er ist sehr lebhaft, normal entwickelt, Gewicht und Größe im normalen Bereich. Genug nasse Windeln hat er auch. So und jetzt die Fragen: 1) Wie kann es sein, dass das Kind, das evtl. nicht genug zu Essen/Trinken bekommt, dadurch angeblich nicht gut schlafen kann, ansonsten sehr fit und zufrieden wirkt? 2) Hat das Schlafverhalten überhaupt mit dem Stillen zu tun? 3) Woran erkenne ich, ob die Milch ausreicht? Das mit der Anzahl der Windeln, Gewicht etc. kenne ich schon: Das ist bei uns wie gesagt alles im normalen Bereich, die Ärztin weiß es und macht trotzdem den Hunger für den schlechten Schlaf verantwortlich. 4) Wie kann ich ihn an die Flasche gewöhnen? Was mich etwas irritiert ist, dass er im Gegensatz zu früher seit einigen Tagen nicht mehr beim Stillen einschläft. Auch nachts fällt es ihm schwer, beim Stillen einzuschlafen. Sonst habe ich ihn nämlich im Liegen gestillt, damit ich nicht jede Stunde aufstehen und mir etwas anderes einfallen lassen muss. Ich hoffe, Sie können mir helfen. Vielen Dank!
Kristina Wrede
Liebe Asalia82, du schreibst, dass alle Anzeichen für genügend Milch erfüllt sind? Dann ist es vermutlich nicht der physische Hunger, der deinen Kleinen unruhig hält. Ich persönlich glaube nicht, dass die Flasche euch weiter hilft. Dein Sohn braucht eben die andere Art der Nahrung, die er beim Stillen findet, und die ihn psychisch nährt. Sein Verhalten ist gar nicht untypisch für das Alter, darum hilft es vermutlich am meisten, wenn du es so akzeptierst, wie es ist. Sein Bedürfnisse brauchen Befriedigung, alles andere verschiebt sie nur, stillt sie aber nicht (!). Und sie ändern sich immer wieder und - ehrlich!- am schnellsten, wenn wir sie nicht unterdrücken sondern adäquat befriedigen. Versuche doch mal, ob du das Drumherum so anpassen kannst, dass die Belastung für dich geringer wird. Das könnte so aussehen, dass du ihn zu dir ins Bett holst, dass du dich auch tagsüber hinlegst, wenn er schläft. Dass du dich nachts mit ihm auf eine Matraze auf den Boden legst, so dass du wieder eindösen kannst, auch wenn er nicht schlafen mag (ohne Angst zu haben, dass er aus dem Bett purzeln könnte). Ich könnte mir vorstellen, dass auch dir der Besuch einer Stillgruppe gut tun könnte. Denn dort findest du Mütter mit ganz ähnlichen Fragen und Sorgen, und eine kompetente Ansprechpartnerin! Es tut unendlich gut, sich mit "seinesgleichen" austauschen zu können. Außen herum gibt es ja nicht viele, die genug Stillerfahrung haben, um wirklich kompetent beraten zu können. Vielleicht magst du ja mal schauen, ob es eine Stillberaterin und -gruppe in eurer Gegend gibt? Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). Ich hoffe, das hilft dir weiter! Lieben Gruß, Kristina