Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

metronidazol

Frage: metronidazol

Mitglied inaktiv

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ich habe von meiner frauenärztin zäpfchen bekommen, in denen mitronidazol enthalten ist. auf dem beipackzettel steht: während der stillperiode ist milch abzupumpen und zu entsorgen, weil dieser wirkstoff in die milch übergeht. frage: ich stille mein kind (11monate) noch ca. 2-5mal, kann da etwas passieren? ich habe das meiner fr.ärztin auch gesagt, sie verschrieb aber eben diese zäpfchen. ich mache mir nun gedanken, ob ich aufhören muß, mit stillen? vielen dank für deine bemühungen - gruß katrin


Biggi Welter

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? Liebe Katrin, für Metronidazol gilt in der Stillzeit keine absolute Kontraindikation, es wird lediglich eine strenge Indikationsstellung verlangt. Ich zitiere dir jetzt aus „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Spielmann, Steinhoff, Schaefer, Bunjes, 5. Auflage, 1998: „Nitroimidazolantibiotika Erfahrungen. In der Neugeborenenperiode ist die Halbwertszeit von Metronidazol (z.B. Clont, Arilin) verlängert, bei Frühgeborenen auf 35 bis 74 Stunden. Im Durchschnitt 12 %, im Höchstfall sogar 16 % einer gewichtsbezogenen Kinderdosis würde ein Säugling erhalten, wenn man die wirksamen Metaboliten in der Milch miteinbezieht. Im Plasma gestillter Kinder ließen sich Metronidazol und sein Metabolit, Hydroxymetronidazol mit jeweils 2 µg/ml nachweisen. Toxische Symptome wurden nicht beobachtet (Bennett, 1988). ... Für experimentell beobachtete mutagene und karzinogene Effekte von Metronidazol gibt es beim Menschen bisher keine Anhaltspunkte. Empfehlung. Bei Trichomoniasis sollte Metronidazol gegenüber den anderen Nitroimidazolen bevorzugt werden. Der mehrtägigen vaginalen Applikation (Anmerkung: Verabreichung als Scheidenzäpfchen) ist eine orale Einmaldosis von 2 g vorzuziehen. Die Dosis wird am besten abends nach der letzten Stillmahlzeit eingenommen. Anschließend sollten 24 Stunden Stillpause aufgrund des genannten potentiellen Risikos eingehalten werden. Dies gilt selbstverständlich auch für die intravenöse Anwendung." In der amerikanischen Literatur „Medications and Mothers‘ Milk" Thomas Hale, Ph.D. 1999, wird bei Metronidazol angegeben, dass in zahlreichen Studien keine Nebenwirkungen beim Kind festgestellt werden konnten und die Amerikanische Akademie der Kinderärzte (AAP) stuft Metronidazol in die Gruppe „Medikamente, deren Auswirkungen auf den gestillten Säugling unbekannt sind, die aber bedenklich sein könnten". Sprich am besten nochmals mit deiner Ärztin darüber. Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi


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