ebruey
wie kann ich meinem Sohn angewöhnen, nicht auf dem Arm zu schlafen? Ich bin mittlerweile am verzweifeln deshalb musste ich sie um Rat bitten! Mein Sohn ist jetzt 20 Wochen und von Anfang an gab es Probleme. Er hat abends Anpassungsschwierigkeiten gehabt. Das heißt es gab immer von 19-20 ca. Schreianfälle! Bereits die ersten Wochen musste ich hart dafür kämpfen das das stillen geklappt hat! Nach der 2. Woche fing es an das ich ihn gar Nicht mehr ablegen konnte. Das heißt sowohl tagsüber als auch nachts schläft er hauptsächlich auf mir. Mittags vllt mal in der trage oder im kW... nachts kann ich ihn manchmal neben mich legen wenn er tief schläft... Bin total am Ende, alle versuche sind bis jetzt gescheitert oder haben die Sache verschlimmert! Wenn ich ihm die Brust vorher raus ziehe und den Schnuller reinpacke, sind die Tage danach umso heftiger und er möchte nur noch an die Brust! Er schläft also von Anfang an bei mir im Bett, die schreianfalle sind zwar weg, jedoch ist er bis er einschläft total unruhig und will Dauer gestillt werden. Mein Mann kann ihn hin und wieder durch einen Spaziergang oder wenn er total müde ist durch tragen zum einschlafen bringen. Jedoch nur zu 20% Zu der Zeit der schreianfall hat er sich zu 60% nur durch die Brust beruhigen lassen. Bin total erschöpft und die Nächte werden immer länger da er jetzt Entwicklungsbedingt alle zwei Stunden aufsteht. Was kann ich noch versuchen im ihn tagsüber abzulegen? Pucken etc. klappt nicht! Schnuller nimmt er nur bedingt... seit 2 Wochen mit der beikost angefangen, mag er noch nicht so. Meine Hebamme hatte mir immer Geraten genauso weiter zu machen, jedoch hat sie beim letzten Mal nicht verstanden das er sich nicht ablegen lässt, und mit einfach nur pucken und den Schnuller empfohlen. Das hatte ich aber schon alles durch! Ich hab das Gefühl das es dann immer noch extremer wird, da er sich abgeschoben fühlt? Bin über jeden rat dankbar, mein Umfeld und Familie hat auch kein Verständnis mehr, ich soll ihn schreien lassen heißt es. Achso und das tragetuch mochte er nicht. Was mache ich falsch und was richtig? Lg ebruey
Kristina Wrede
Liebe ebruey, leider ist es nicht automatisch so, dass er anders schlafen wird, wenn du ihn nicht mehr stillen würdest. Hast du kompetente Unterstützung an deiner Seite? Eine Stillberaterin....? Es GIBT Kinder, die brauchen extrem viel Mama. Heute spricht man von High Need Babys. Sehr gut beschrieben sind High Need Babys in dem Buch „Das 24 Stunden Baby" von Dr. William Sears und Dr. Sears gibt auch Anregungen und Erklärungen, was Eltern tun können, um zu einem einfacheren Alltag mit ihren Kindern zu kommen. Leider ist es vergriffen, bzw. nur sehr teuer gebraucht zu bekommen, doch viele LLL-Stillgruppen haben es in ihrer Leihbibliothek, es lohnt sich also mal, nach einer Gruppe in deiner Nähe zu schauen, z.B. unter http://wwwlalecheliga.de Deine Lösung besteht nicht darin, ihn abzulegen, sondern ihm die für ihn nötige Körpernähe zu geben, ohne dass es für dich eine Belastung ist. Das geht am besten mit einem Tragetuch oder einer GUTEN Tragehilfe, z.B. Manduca, Ergo Carrier usw. Also einer, die sowohl deinen Rücken entlastet als auch die Hüfte deines Babys optimal unterstützt. Leider sind die häufigsten Babytragen nicht geeignet... Auch Tragehilfen kann man oft in Stillgruppen leihen... :-) Wenn du das Grundbedürfnis deines Babys nähren kannst, so wie du seinen Körper mit deiner Milch nährst, dann wird es ruhiger werden. Es ist eine Frage der Reife... Der Schnuller wird nichts bringen, und das Pucken scheint auch nicht zu genügen. Darum: Tragen Tragen Tragen. Menschenbabys sind Traglinge, die den Kontakt zur Mutter brauchen. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass sie alleine sind und auch nicht, dass sie alleine schlafen. Das widerspricht dem Bild vom süß in der Wiege schlummernden Baby, das fast alle Frauen (zumindest beim ersten Baby) haben. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn dein Kind nicht alleine schlafen will und ständigen Körperkontakt sucht. Wichtig ist auch, dass Du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby. • Nimm ALLE Hilfe an, die Du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob Du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während Du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... • Vielleicht findest Du auch einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest Du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. • Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber Du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. • Achte darauf, dass Du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menüs kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst Du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. Überlege dir auch einmal zu einem Stillgruppentreffen zu gehen und tausch dich dort mit den anderen Müttern aus. Vielleicht hast Du sogar das Glück so wie ich vor Jahren, dass Du dort Mütter oder eine Stillberaterin kennen lernst, die bereits ältere Kinder haben und Du kannst miterleben, dass es sich lohnt noch etwas durchzuhalten. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. Lieben Gruß, Kristina