Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Ich stille gerade ab

Frage: Ich stille gerade ab

Mitglied inaktiv

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Hallo liebe Biggi ! Seit etwa vier Wochen stille ich langsam ab. Marcel ist begeistert. Bis vor vier Tagen habe ich ihm nach dem Mittagsgläschen (Karotten-Kartoffeln Fleich )noch die Brust angeboten , jetzt gebe ich ihm Wasser zu trinken . Ist das so in Ordnung ?? Oder soll ich ihm doch die Brust geben, so lange er sie nimmt ?? Und eine Frage zum Fleich ,welches sollte man denn nehmen ? Die Auswahl ist sehr groß ,nur ob ein Baby so viel Abwechslung auch nötig ?? Marcel ißt zu Mittag in etwa 3/4 von 190 g Glas , ist das genug (er ist fünfeinhalb Monate und noch vor zwei Wochen wog er 7100 g ) Ich möchte ihm nich mehr als nötig geben. Ich glaube, es gibt viele Kinder, die essen, weil es ihnen ohne Ende gegeben wird. Das möchte ich aber verhindern . Ich würde auch gerne das Obst als Nachtisch vom Abend mit einem Brei ersetzen .Was nehme ich da am besten ?? Kann ich schon normale Milch zum Zubereiten nehmen? Und wie ist das mit Öl, sollte ich ihm zu allen mahlzeiten Öl dazu geben , auch zu Gläschen Mahlzeit ?? Ich weiß das sind wieder jede Menge Fragen , aber es hat sich gesammelt in der lezten Zeit . Ich bin Dir für die Antworten sehr dankbar. Danke und noch ein schönes Wochenende Gruß Ingrid


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Ingrid, es ist überhaupt nicht schlecht, wenn Marcel nach dem Brei noch gestillt wird. Er ist gerade erst fünf Monate alt und damit noch am Beginn der „Beikostkarriere“ und in dieser Zeit sollte der Begriff „BEI-Kost“ wörtlich verstanden werden. Beikost ist etwas, was die Muttermilch ergänzt und nicht ersetzt. Es ist deshalb normal und richtig in Verbindung mit der Beikost zu stillen, nicht zuletzt deshalb, weil auf diese Weise bestimmte Bestandteile der Beikost vom Kind besser verwertet werden können. So lange ein Baby zusätzlich zur Beikost weiterhin nach Bedarf gestillt wird, genügt Muttermilch zur Flüssigkeitsaufnahme. Wird nicht mehr nach Bedarf gestillt, braucht das Kind zusätzliche Flüssigkeit, am besten Wasser. Am einfachsten ist es, dem Kind parallel zur Beikosteinführung auch den Becher mit Wasser anzubieten, es wird dann allmählich lernen, wozu der Becher da ist und auch wie es darauf trinkt. Mit zunehmendem Alter wird es auch mehr trinken. Im ersten Lebensjahr braucht ein Baby noch keine reichhaltige Speisekarte mit viel Abwechslung, weniger ist hier mehr. Ob ein Baby Fleisch braucht oder nicht, hängt davon ab, wie es ernährt wird. Fleisch wird wegen seines hohen Eisen- und Proteingehaltes gegeben. Es kann jedoch durch andere Nahrungsmittel ersetzt werden, vorausgesetzt das Baby wird weiterhin gestillt. Während der Schwangerschaft legt das Kind Eisenreserven an. Bei reif geborenen Kindern reichen diese Reserven sechs bis neun Monate. Das wenige Eisen aus der Muttermilch wird optimal ausgenutzt, so dass die Reserven des Kindes teilweise geschont werden. Du möchtest Marcel abends Brei geben, vielleicht solltest Du dir damit noch etwas Zeit lassen. Der Organismus eines Babys ist in den ersten sechs Monaten auf eine Ernährung mit Muttermilch ausgerichtet. Eine Einführung von Beikost vor diesem Zeitpunkt (wobei man sich natürlich nicht um ein paar Tage hin oder her streiten darf) kann zu einer Überlastung der Nieren (erhöhte Molenlast) und des Verdauungssystems führen. Je früher die Einführung anderer Nahrung beginnt, um so höher ist das Risiko. Gerade in den ersten Wochen und Monaten, ist der Darm noch sehr unreif und die Darmschleimhaut ist durchlässig. Artfremdes Eiweiß kann vor allem in den ersten Monaten die noch nicht ausgereifte Darmschleimhaut passieren und so in den Blutkreislauf gelangen. Der Körper sieht dieses Eiweiß als Fremdstoff an und kann eine allergische Reaktion auslösen. Nach sechs Monaten ist der Darm erheblich reifer und die Gefahr geringer. Vielleicht lässt Du Marcel jetzt seine Mittagsmahlzeit noch eine Weile, gibst dann Obst und dann Brei. Wenn Du nicht mehr stillen möchtest, solltest Du abends eine Flasche mit Säuglingsmilch anbieten. Babys haben in der Regel ein gutes Sättigungsgefühl und hören meist von selbst auf, wenn sie satt sind. Um die gleiche Menge an Kalorien, wie sie in 100 ml Muttermilch enthalten sind, durch den Verzehr von Karotten aufzunehmen, müsste das Kind fast 400 g gekochte Karotten essen! Du brauchst also keine Angst zu haben, dass Marcel zuviel isst. Die allgemein gängige Empfehlung lautet, dass Babys bis zum ersten Geburtstag keine Kuhmilch bekommen sollen, danach kann - wenn keine Unverträglichkeit bekannt ist - pasteurisierte Milch mit einem Fettgehalt von 3,5 % angeboten werden bzw. Milchprodukte. Auch ganz geringe Mengen können bereits eine Sensibilisierung hervorrufen. Das heißt nicht, dass es bei deinem Kind zu Problemen kommen muss, denn nicht jedes Kind wird auf Kuhmilch reagieren, aber da man im Voraus nicht weiß, wie das jeweilige Kind (langfristig) reagieren wird, ist es wohl besser vorsichtig zu sein. Der Brei kann mit künstlicher Säuglingsmilch oder Muttermilch zubereitet werden. So lange das Baby allerdings noch mehrmals gestillt wird, braucht es keine andere Milch, die Muttermilch genügt, um den Milchbedarf des Kindes zu decken und die anderen Mahlzeiten können milchfrei sein. Das wertvollste Fett ist kalt gepresstes Pflanzenöl. Dennoch sollte bis etwa zum Ende des achten Monats nicht kalt gepresstes Öl verwendet werden, da empfindliche Babys auf (ansonsten wünschenswerte) Reste der Ölsaat reagieren können. Deshalb verwendet man anfangs Soja- oder Maiskeim öl, später dann kalt gepresstes Sonnenblumenöl . Den meisten Gläschen ist bereits Fett zugefügt worden, da musst Du dann keines mehr dazu geben. Ich hoffe, ich konnte deine Fragen beantworten, wenn noch etwas unklar ist, meld dich einfach. LLLiebe Grüße Biggi


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