Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Gewichtszunahme & ständiges Verschlucken

Biggi Welter

 Biggi Welter
Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

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Frage: Gewichtszunahme & ständiges Verschlucken

anna.maus

Liebe Biggi, Ich habe 2 Themen, die mich beschäftigen und denk ich auch irgendwie zusammengehören. 1) Mein Sohn - 13W - nimmt zu, aber zu wenig. Beim Abwiegen gestern hat mich meine Hebamme darauf aufmerksam gemacht und gefragt, ob der Kinderarzt uns darauf angesprochen hat (hat er nicht). Ich soll in 2 Wochen wieder zur Abwaage kommen und ab jetzt immer beide Brüste geben (was ich nicht immer mache,  weil ich denke ich einen zu starken Milchspendereflex habe). Abgesehen von der zu geringen Zunahme geht es meinem Sohn super. Er ist ein zufriedenes, fröhliches Kind, kann den Kopf schon gut heben und kurz halten... die Windel ist regelmäßig gut gefüllt. Ich stille voll und möchte es auch weiterhin so schaffen. 2) Er verschluckt sich sehr häufig beim Trinken. Oft muss ich ihn bei einer Stillmahlzeit mind. 3mal Bäuerchen machen lassen. Manchmal kann er aber nicht aufstoßen und brüllt dadurch die Brust an, wenn ich ihn wieder anzulegen versuche, weil es ihn so drückt. Da bleibt mir dann nichts anderes übrig, als die Stillmahlzeit zu beenden und ihn in den Schlaf zu schaukeln, damit der Druck nachlässt und er nach dem Schlafen wieder trinken kann, weil es dann meistens besser ist.  Dadurch gebe ich ihm lieber eine Zeit lange nur eine Brust, damit er ohne Verschlucken trinken kann. Ich mache mir jetzt große Sorgen, wenn er weiterhin zu wenig zunimmt. Ich bin für jeden Rat dankbar. Lg


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Liebe anna.maus, wurde das Baby denn auf der gleichen Waage gewogen? Die Messunterschiede sind oft ganz enorm und oft machen sich Mütter ganz umsonst Sorgen. Schau dir das Baby an, hier einmal die Kriterien für ein gut gedeihendes Baby:   o mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass "nass" ist, kann frau sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.).   o in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal)   o eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 150 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht o eine gute Hautfarbe und eine feste Haut,   o Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs o ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen.   Wenn dein Baby all diese Punkte erfüllt, dann dürfte alles in Ordnung sein, ansonsten besteht tatsächlich Handlungsbedarf.   Sind die Windeln denn immer nass, der Urin hell und klar? Am besten besprichst du mit einer Stillberaterin in deiner Nähe, wie du vorgehen kannst. Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Oberste Regelbei zu geringer Zunahme: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb solltest du dein Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung ("schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst du zu wenig. Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Ruhe dich oft aus und entspanne dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus.   Vielleicht kannst du ja ein paar "Stilltage" einlegen, das heißt du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby und das Stillen.     Ich würde dir zusätzlich noch empfehlen, deinem Baby eine Kalorienbombe aus Muttermilchsahne zu geben, das gibt den Kleinen meist einen wirklich guten Zunahme- und Entwicklungskick. Schau, dass du Milch ausstreichst oder abpumpst, die du in 10 ml Spritzen aufziehst und dann kopfüber in ein Glas stellst (also mit der Spitze nach unten). Lass aber ein bisschen Luft, denn die Schwerkraft wird den Kolben vielleicht etwas weiter in die Spritze drücken... Oben auf der Milch wird sich eine Fettschicht absetzen, der Muttermilchrahm. Nach ca. 2 Stunden kannst du den wässrigen unteren Teil der Milch ausdrücken und deinem Kind die verbleibende Sahne in den Mund träufeln. Statt mit leeren Spritzen kannst du natürlich auch mit einer Tasse arbeiten, in die du die gewonnene Muttermilch gibst. Oben wird sich der fetthaltige Rahm absetzen, du kannst ihn mit einem Löffel abschöpfen und deinem Baby geben.   Probiere es mal aus! Liebe Grüße Biggi


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