Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Bis zu 4-5 Stunden stillen

Frage: Bis zu 4-5 Stunden stillen

andi7

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Guten Morgen , Ich bin fertig mit den Nerven, mein Baby will jeden Tag abends durchgehend 4 Stunden oder länger stillen, löse ich ihn ab schreit er, so geht es durchgehend. Ich bin fix und fertig, er macht das schon seit einer Woche. Ich kenne das von keinem meiner Kinder. Ich weiß nicht ob ich aufgrund dem noch weiter stillen will ich hab noch drei weitere Kinder also am Tag nicht an Schlaf zu denken. Ich versteh das nicht hört das auf? Liebe Grüße


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Liebe Andi7, du hast nicht geschrieben, wie alt dein Baby ist. Fast alle machen diese Phasen durch und stimulieren durch das fast ununterbrochene Stillen die vermehrte Milchbildung. Meist machen sie genau dann auch einen Entwicklungsschub. Hast du ein Tragetuch, wo du ihn hineinsetzen könntest, so dass er stillen kann und du dennoch die Hände frei hast für die Geschwister? Viele Mütter halten das für hilfreich... Flasche geben ist eine zweischneidige Angelegenheit. Kann schon sein, dass ein Baby dann länger schläft, weil es einfach platt ist von der Menge an Milch, gleichzeitig wird die Milchbildung bei der Mutter dann nicht erhöht und es beginnt ein Teufelskreis. Wenn er aber mit dem Wechsel gut klar kommt, ist es natürlich dein gutes Recht, dir dadurch ein bisschen Erholung zukommen zu lassen. Nur ist die Flasche eben oft der Anfang vom Ende. Hast du mal nach einer Stillberaterin in der Nähe geschaut? Sie könnte dir auch telefonisch weiterhelfen, und dich punktgenau unterstützen... Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Lieben Gruß, Kristina


andi7

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Nachdem das selbe heute wieder war, hab ich ihm eine Flasche gegeben damit hat er nun 4 Stunden geschlafen. Am Tag aber macht er das nicht. Was bedeutet Das?


andi7

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Danke, er ist am Donnerstag 5 Wochen alt. Ich gebe ihm erst eine Flasche nach 4 Stunden Dauerstillen. Weil er sonst alle 10 min weint.


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Liebe andi7, es wäre wirklich gut, wenn euch mal jemand, der sich mit dem Stillen wirklich gut auskennt, beim Stillen beobachtet. Vielleicht ist mit der Trinktechnik etwas noch nicht so, wie es optimal wäre? Hast du es mal mit der Brustkompression probiert, wenn er so lange stillen will? Sie hat den Vorteil, dass in gleicher Trinkzeit mehr Milch in Babys Bauch landet :-) Ich hänge dir die Beschreibung unten an. Lieben Gruß, Kristina Brustkompression "Der Zweck der Brustkompression ist den Muttermilchfluss zum Baby weiter zu erhalten, auch wenn das Baby selber nicht mehr so produktiv trinkt ("weit geöffneter Mund Pause dann Schliessen des Mundes"). Auf diese Weise wird das Baby länger weiter trinken. Die Brustkompression simuliert einen Milchspendereflex ("Letdown reflex") und oft stimuliert sie sogar tatsächlich das Auftreten eines natürlichen Milchspendereflexes. Diese Technik kann bei schlechter Gewichtszunahme eines Babys hilfreich sein. Die Brustkompression setzt den Milchfluss fort, wenn das Baby nicht mehr richtig von der Brust trinkt, sondern nur noch daran nuckelt, und bewirkt beim Baby folgendes: 1. Es bekommt mehr Muttermilch. 2. Es bekommt mehr fettreiche Milch (Hintermilch). Die Brustkompression Wie funktioniert sie? 1. Halten Sie das Baby mit einem Arm/einer Hand. 2. Halten Sie die Brust mit der anderen Hand, den Daumen auf der einen Seite der Brust (am einfachsten ist es, wenn der Daumen auf der oberen Seite der Brust positioniert ist), die anderen Finger auf der anderen, unteren Seite (C Griff). Alle Finger sollten ziemlich weit weg von der Brustwarze sein. 3. Schauen Sie wie das Baby trinkt (zu Ihrem Verständnis können Sie folgenden Video anschauen unter: www.thebirthden.com/Newman.html). Machen Sie sich keinen Stress, sie brauchen nicht jeden Schluck zu erwischen. Das Baby bekommt eine nahrhafte Menge Muttermilch, wenn es mit der Technik "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes" trinkt. 4. Wenn das Baby nur noch an der Brust nuckelt und nicht mehr richtig mit der oben beschriebenen Technik trinkt, dann ist es Zeit, die Brustkompression einzusetzen. Rollen Sie nicht ihre Finger über die Brust zum Kind, sondern drücken sie nur. Aber nicht so sehr, dass es schmerzt und versuchen Sie, die Form des Brustwarzenhofes nicht zu verändern. Mit der Kompression sollte das Baby wieder anfangen effektiv zu saugen und schlucken, d.h. mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Benutzen Sie die Brustkompression nur dann, wenn das Kind nuckelt, nicht aber wenn es richtig trinkt! 5. Belassen Sie den Druck so lange, bis das Baby auch mit der Kompression nicht mehr richtig trinkt, dann lösen sie den Druck. Oft hört das Baby ganz auf zu saugen wenn der Druck wegfällt, aber es wird bald wieder damit anfangen, nämlich sobald die Milch wieder fließt. Falls das Baby nicht aufhört zu nuckeln warten Sie einen kurze Zeit, bevor Sie wieder mit der Brustkompression beginnen. 6. Die Gründe, wieso Sie den Druck lösen sollen sind einerseits, dass Sie Ihre Hand etwas ausruhen können und anderseits, damit die Muttermilch wieder zum Kind fließen kann. Das Baby wird, falls es aufgehört hat zu saugen als Sie die Kompression gelöst haben, nun wieder damit beginnen, wenn es die Milch wieder schmeckt. 7. Wenn das Baby wieder zu saugen beginnt kann es sein, dass es effektiv trinkt mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Falls dies nicht der Fall ist, d.h. das Kind nur nuckelt, benutzen Sie wieder die Brustkompression wie oben erklärt. 8. Fahren Sie so an der ersten Brust fort bis das Baby auch trotz der Kompression nicht mehr trinkt. Sie sollten dem Baby erlauben, noch eine kurze Weile länger an dieser Seite zu bleiben, da Sie manchmal einen erneuten "Let down" Reflex (Milchspendereflex) bekommen können. Das Baby würde dann von selber wieder zu trinken beginnen. Falls es jedoch nicht mehr trinkt, erlauben Sie ihm sich selbst von der Brust zu lösen oder nehmen sie es von der Brust. 9. Falls das Baby mehr möchte, offerieren Sie ihm die andere Seite und wiederholen den Prozess." (Quelle: Handout Nr. 15. Breast Compression. Revised Januar 2005 Verfasst von Dr. Jack Newman, MD, FRCPC. ©2005; www.BreastfeedingOnLine.com; Übersetzung von: Anke Käppeli Tinnes, IBCLC in Ausbildung, Zollikerberg, April 2006)


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