Mitglied inaktiv
Mein Sohn ist 15 Wochewn und wird bisher voll gestillt. Nun muß ich aus gesundheitlichen Gründen abstillen, was für mich aber kein Problem ist weil ich auch nicht länger als 5 Monate stillen wollte. Das Problem ist das mein Kleiner die Flaschennahrung verweigert. Ich habe bisher Milumil 1 und Aptamil 1 ausprobiert. Mit der Flasche hat er sonst keine Probleme, er hat schon öfters abgepumpte Milch aus der Flasche getrunken. Das haben wir gestern dann testweise auch mal probiert, die Flasche mit abgepumpter Milch nimmt er auch nicht mehr. Was kann ich machen? Langsam drängt die Zeit und ich muß ihn in 4 Wochen abgestillt haben.
? Liebe Katja, es ist traurig, dass Sie jetzt abstillen müssen, vor allem da es nur extrem wenige Situationen gibt, in denen die Mutter tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen abstillen muss und leider auch heute noch von manchen Ärzten vorschnell und nicht selten überflüssigerweise zum Abstillen geraten wird, obwohl es stillverträgliche Alternativen gäbe. Deshalb wäre es auch sinnvoll, wenn Sie nochmals mit Ihrem Arzt sprechen (oder eventuell eine zweite Meinung einholen), ob das Abstillen tatsächlich so schnell erfolgen muss. Für Sie und Ihr Kind wäre es deutliche einfacher und besser, wenn sie beide nicht unter Termindruck stehen. Ihr Sohn spürt ganz sicher, dass da „etwas im Busch ist" und zusammen mit dem Druck, den auch Sie auf sich lasten haben, kann dies zur vehementen Verweigerung der Flasche führen. Babys haben für solche Situationen sehr feine Antennen. Für ein gestilltes Kind ist die Flasche fast immer ein Fremdkörper und auch Ihr Sohn muss erst (bzw. wieder) lernen, wie er an der Flasche trinken muss. Dazu brauchen Sie und Ihr Kind Geduld. Die Techniken beim Trinken der Brust bzw. der Flasche unterscheiden sich völlig voneinander. Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt „Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: • die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist • das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln • den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut • den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen • verschiedene Saugerformen und Lochgrössen ausprobieren • verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen • versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern • geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Ganz wichtig ist viel Geduld. Mit Druck erreichen Sie kaum etwas und erzeugen auch noch eine Abwehrhaltung beim Kind. Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Gesundheit. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Vielen Dank für diese umfassende Antwort! Ich habe es heute schon mal mit dem Löffel probiert, das hat gut geklappt. Ich wohne in Düsseldorf. Weißt Du zufällig hier ein Stillberaterin oder Stikllgruppe? Vielleicht kann ich da auch noch Unterstützung bekommen!
? Liebe Katja, bitte wende dich an Frau Ute Rath (Tel.: 02162-102142), sie kann dir genauer sagen, wo Du die nächstgelegene LLL-Stillberaterin findest. LLLiebe Grüße Biggi
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