Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Christian Karle:

Polyhydramnion

Frage: Polyhydramnion

lespoir

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Guten Abend Herr Dr. Karle, ich bin gerade mit unserem 2. Kind in der 28. SSW. In der 1. Schwangerschaft gab es keinerlei Auffälligkeiten außer in SSW 39 ein vorzeitiger Blasensprung mit Steißlage, RTW und dann sekundäre Sectio wegen Geburtsstillstand. Beim 2. Kind lief bisher auch alles gut, seit einigen Wochen habe ich jedoch bei jeder Urinkontrolle Keton im Urin. Ein Nüchternzuckerblutwert hat 93 ergeben. Daraufhin wurde der Zuckertest vorgezogen, der aber in Ordnung war (nüchtern: 74,8, nach 1h: 168, nach 2h: 138). Heute im Ultraschall wurde etwas zu viel Fruchtwasser festgestellt: SDP 8,4 und an einer anderen Stelle sogar 10. Mein Bauch fühlt sich unglaublich prall an im Vergleich zur 1. Schwangerschaft und sobald ich mal eine Stunde stehe (in der Küche oder so), wird er hart und ich habe Druck nach unten. Ansonsten keinerlei Auffälligkeiten im Ultraschall. Die Kleine ist etwa 35cm lang und wiegt etwa 1100g. Alle Werte sind in der Norm und etwa auf der 50. Perzentile, alle Organe ok, im Magen war heute auch Fruchtwasser zu erkennen, sie schluckt und ich spüre sie täglich sehr aktiv. Auch der NIPT-Test war in der 13. SSW komplett unauffällig, die Nackenfalte mit 0,9mm unauffällig, das II. Screening war auch unauffällig. Blutdruck, vaginale Untersuchung sind immer ok, ich bin nicht übergewichtig, habe keine Vorerkrankungen, MM ist geschlossen. Meine Frauenärztin möchte jetzt diese Woche wegen des leicht erhöhten SDP und des einmal auffälligen Nüchternzuckerwert noch einmal den Nüchternzuckerwert messen, ansonsten aber einfach den nächsten Termin in 4 Wochen abwarten. Ich hätte dazu ein paar Fragen an Sie: 1) Würden Sie das genauso machen? Oder würden Sie diagnostisch anders vorgehen und lieber mehr abklären? Den Zuckertest wiederholen? Zum Pränataldiagnostiker? Infektionen abklären? Der letzte Antikörper-Suchtest, Toxoplasmose, Parvov.B19IgG alle negativ (SSW 26). Etwas ganz anderes untersuchen oder beachten? 2) Woher können Ketone im Urin kommen? Meine Frauenärztin meinte, es könnte kommen, wenn man zuvor nicht genug gegessen hat und der Körper auf Fettreserven zugreift. Heute hatte ich aber zuvor ausreichend gegessen und es ist jedes Mal dasselbe Ergebnis. Ist Keton im Urin denn schädlich fürs Baby? 3) Am Tag vor dem Zuckertest habe ich ein längere Zoobesichtigung (4-5 Stunden) mit der Familie gemacht und war danach auch wirklich platt. Ich gehe sonst zwar auch regelmäßig spazieren, aber nicht mehr als 45-60 Min. und auch nicht täglich. Leider habe ich erst im Nachhinein erfahren, dass übermäßige Bewegung evtl. das Testergebnis verfälschen kann. Halten Sie es für realistisch, dass der Test deshalb besser ausfiel, als der erste Nüchternzuckerblutwert von 93? 4) Kann ich selbst irgendetwas dazu beitragen, dass die Fruchtwassermenge nicht noch mehr steigt? Kann sie auch wieder abnehmen? Entschuldigen Sie meine vielen Fragen. Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung. Toll, dass es dieses Forum gibt! Deine Schwangerschaftswoche: 28


Dr. med. Christian Karle

Dr. med. Christian Karle

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Guten Morgen,  Die bisher durchgeführte Diagnostik klingt sehr vollständig und umfangreich und da alle Befunde ok zu sein scheinen, würde ich auch nicht weiter übertrieben Diagnostik veranlassen.   Ketone im Urin haben normalerweise etwas mit der Ernährung zu tun und können in der Schwangerschaft mal häufiger vorkommen.  Ein direkter Schaden für das Kind ist hier nicht zu erwarten.  Achten Sie weiterhin auf ihr Gewicht und die Ernährung und machen Sie sich bitte keine Sorgen.  Eine sonographische Verlaufskontrolle der  Fruchtwassermenge ist sinnvoll und erstmal ausreichend. Eine Wiederholung der Infektionsparameter (TORCH) können Sie mit Ihrer Frauenärztin besprechen.  Alles Gute wünscht Ihnen Dr Christian Karle 


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