Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft angesteckt!

Frage: Mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft angesteckt!

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Hallo Dr. Bluni, ich habe heute morgen von meinen Frauenarzt erfahren, dass ich mich in der Schwangerschaft mit Toxoplasmose angesteckt habe. Was für folgen kann es für das Kind haben? Welche Behinderungen können da durch entstehen? Wie hoch ist das Risiko dass das Kind behindert ist? Das Baby ist ein absolutes Wunschkind und nun überlegen wir aber, ob wir das Kind wirklich bekommen sollen. Ich habe so eine Angst, dass das Kind behindert ist, wenn ich es austrage. Mein FA meinte zwar, dass das Risiko ziemlich gering ist, dass das Kind behindert ist, wenn man es rechtzeitig mit der Behandlung bei der Mutter anfängt! Stimmt das? Ich weiß es sind sehr viele Fragen, aber ich habe bei meinen FA leider keine richtigen Antworten bekommen! Viele Grüße und danke im voraus! Katrin


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Katrin, 1.zunächst sollten Sie den Befund mit Ihrem behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin genau erörtern. Dabei ist zu fragen, was genau bestimmt wurde und aus welchem Laborbefund sich der Nachweis einer frischen Infektion ergibt, denn eine solch frische Infektion ist ein seltenes Ereignis. 2.Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto wahrscheinlicher wird eine Infektion des Kindes, aber desto weniger gefährlich sind ihre Folgen. Bei festgestellter Toxoplasmose-Infektion kann eine antibiotische Therapie durchgeführt werden, die Erfolgsrate ist sehr hoch. Die Erreger der Toxoplasmose setzen sich zunächst im Mutterkuchen fest. Von da aus können das Gehirn und die Netzhaut des Auges befallen. Diese Organe können schwerste Schäden erleiden. In der Frühschwangerschaft ist es unwahrscheinlich, dass sich das ungeborene Kind ansteckt; im Fall der Infektion wären aber Schäden zu befürchten. Toxoplasmen können die Plazenta erst nach der 13. SSW passieren. Frühe Infektionen mit kindlichen Schäden sind bekannt geworden, enden aber meistens als Abort. Ein sofortiger Behandlungsbeginn bei Bekanntwerden der Infektion ist deshalb angebracht. Oft treten die Schäden allerdings nach einer längeren Latenzzeit auf, da Infekti-onsherde in der Plazenta und in den Eihäuten erst nach einiger Zeit den Einbruch der Erreger in den fetalen Kreislauf bewirken (bis 3 Wochen), so dass die später begonnene Therapie das Risiko für das Kind noch zu senken vermag. Zur möglichen Therapie gibt es verschiedene Antibiotika, wobei die Kombinationstherapie die größere Erfolgsrate (ca. 70 %) hat. In Deutschland hat sich eine 4wöchige Behandlungsdauer durchgesetzt. Möglich ist auch eine Therapie über die gesamte Schwangerschaft mit Wechsel zwischen jeweils 4wöchiger Therapiedauer und einem therapiefreien Intervall von 4 Wochen. Eine ausführliche Ultraschalluntersuchung durch einen für die erweiterte Ultraschalluntersuchung entsprechend ausgebildeten Frauenarzt ist im weiteren Verlauf der Schwangerschaft erforderlich, um eine Schädigung des Kindes auszuschließen. Zudem kann nach der 20. Schwangerschaftswoche eine Fruchtwasseruntersuchung Aufschluß darüber geben, ob die Toxoplasmen das Kind überhaupt erreicht haben und das kindliche Immunsystem darauf reagieren mußte. VB


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Hallo, über Wahrscheinlichkeiten kann ich Dir leider nichts sagen, allerdings ist einer Bekannten von mir das Gleiche passiert. Sie hat in der Schwangerschaft Tabletten (Antibiotika) einnehmen müssen. Heute geht das Kind zur Schule (ist gerade aufs Gymnasium gekommen) und ist putzmunter. Ich glaube, wenn man behandelt, ist die Wahrscheinlichkeit von Schädigungen recht gering. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf das Ungeborene erst in der Spätschwangerschaft hoch, und da sind dann keine großen Schädigungen mehr zu erwarten. In der Frühschwangerschaft ist die Plazenta dafür nach meinem Wissensstand eher undurchlässig.


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