Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Herpes und Entbindung ?

Frage: Herpes und Entbindung ?

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Hallo Dr. Bluni, ich bin 37 Jahre alt und jetzt in der 34 SSW. Bisher verlief die Schwangerschaft komplikationslos. Seit ca.9 Jahren leide ich an einem genitalen Herpes, der bisher höchstens 2-3/Jahr ausbricht und eigendlich wenig Beschwerden macht. In der Schwangerschaft ist er jetzt jedoch bisher 6-7 mal aufgetreten. Ich weiß, daß eine vaginale Entbindung, sollte der Herpes zu der Zeit ausgebrochen sein, wegen der Ansteckungsgefahr des Babys nicht versucht wird, sondern direkt ein Kaiserschnitt durchgeführt wird. Meine Frauenärztin hat versucht mich zu beruhigen, sie meinte, daß der Herpes bestimmt nicht mehr ausbrechen wird, wenn ich nicht mehr arbeite und somit keinen Streß mehr ausgesetzt bin. Seit Ende Juli arbeite ich jedoch nicht mehr und jetzt ist der Herpes schon wieder 2x kurz hintereinander ausgebrochen. Kann man den nichts unternehmen, damit der Herpes um den Entbindungstermin herum nicht ausbricht? Ich fände es nämlich sehr schade, wenn von vorneherein ein Kaiserschnitt gemacht werden muß. Auf der anderen Seite weiß ich wie gefährlich eine Herpesentzündung für ein Neugeborenes sein kann und ich würde nichts in dieser Hinsicht riskieren wollen. Vielen Dank Gruß veroni


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Veroni, Was die Bedeutung von Herpes-simplex Viren angeht und die Frage, ob man hier bei Nachweis in jedem Fall einen Kaiserschnitt machen muss, ist folgendes zu sagen: In der Regel sind die Symptome bei Herpes genitales juckende und manchmal brennende kleine Bläschen. Bei einer Erstinfektion können die Symptome so ausgeprägt sein, dass sie mit Schmerzen, großflächigen, bläschenförmigen Veränderungen und Anschwellen der Leistenlymphknoten einhergehen. Die eigentliche Diagnose (primäre Infektion oder wiederholtes Auftreten=so genanntes Rezidiv) wird hier aber am besten durch den Frauenarzt oder Frauenärztin gestellt. Der Herpes genitales (im Bereich der Scheide und Schamlippen) ist dann von Bedeutung, wenn es eine Primärinfektion um den Entbindungstermin herum ist, da dies eine große Bedrohung für das Neugeborene darstellt. Von einem Rezidiv (früher abgelaufene Herpesinfektion wieder aufgeflammt) geht keine so große Gefahr aus. In beiden Fällen sollte die Patientin nach Ende der Embryonalphase (nach den ersten 12 Wochen) oral therapiert werden, wobei die hier üblichen Medikamente in der Dosierung unbedenklich sind. Eine Partnerbehandlung ist nicht zwingend vorgesehen. Herr Professor Eiko Petersen aus Freiburg schreibt hierzu: "Bei der Anwendung von Aciclovir in der Schwangerschaft muss man streng unterscheiden zwischen dem Einsatz in der empfindlichen Embryonalphase der ersten zwölf Schwangerschaftswochen und in der Spätschwangerschaft und während der Geburt, wo es darum geht den für die Mutter mit einem höheren Risiko behafteteten Kaiserschnitt zu vermeiden. Grundsätzlich sollte man in den ersten zwölf Gestationswochen möglichst keine Medikamente geben, da hier immer ein gewisses Restrisiko besteht. Aciclovir als orale Form (nicht die Salbe beim Lippenherpes) sollte deshalb aus in der Frühschwangerschaft aus Gründen der Vorsicht nach Möglichkeit nicht verordnet werden." VB


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