Mitglied inaktiv
Hallo, ich bin momentan in der 36. Woche schwanger. In der 33. Woche wurde eine Gestationsdiabetes festgestellt, die ich durch Diät sehr gut im Griff habe. Die Blutzuckerwerte vor dem Essen liegen zwischen 70 und 80, die Werte nach dem Essen zwischen 110 und 120. Ansonsten gibt es bei mir und dem Baby keine Unregelmäßigkeiten. Halten Sie es auch, wie mein Arzt, für notwendig, den bei Diabetikern üblichen Wehenbelastungstest in der 38. Woche zu machen und am Termin die Geburt einzuleiten? Ich bin eigentlich gegen solche chemichen Eingriffe in den Körper und möchte eine natürliche Entbindung haben. Meine Hebamme meint, es sei nicht nötig. Wem soll ich glauben?
liebe Sandra, 1.die Mutterschaftsvorsorge bei Diabetikerinnen ist während der ganzen Schwangerschaft intensiver als bei stoffwechselgesunden Frauen. Die Zusammenarbeit mit einem Perinatalzentrum, das in der Betreuung diabetischer Schwangerer Erfahrung hat, ist zumindest geboten. Das zunächst vierwöchentliche Intervall von US-Untersuchungen sollte in der Spätschwangerschaft durch zweiwöchige Intervalle ersetzt werden. Hier sollte neben dem Gewicht des Kindes auch die Fruchtwassermenge beurteilt werden. Ab der 28. SSW wird eine intensivierte fetale Zustandsdiagnostik mit Kontrolle der fetalen Bewegungen, einem CTG (Cardiotokogramm) und eine Doppler-Untersuchung empfohlen. Die Häufigkeit sollte individuelle festgelegt werden. Das CTG sollte ab der 32.-33. SSW 2x/Woche und ab der 35. SSW 3x/Woche durchgeführt werden. Bei problemlosem Verlauf ist eine vaginale Entbindung am Termin anzustreben. Ein Austragen über den Termin hinaus sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Die letzten Empfehlungen stammen von der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Schwangerschaft bei der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Ein Wehenbelastungstest wird hier nicht generell vorgesehen, zumal der Doppler schon deutlich früher Hinweise über die Versorgungslage des Kindes gibt. Im Einzelfall kann ein solcher Wehenbelastungstest in Absprache mit der Entbindungsklinik gegen Ende der Schwangerschaft geboten sein. 2. Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, haben im Verlauf der folgenden 10 Jahre ein bis zu 30%iges Risiko, einen Diabetes zu entwickeln. Deshalb sollten die Betroffenen mit ihrem Diabetologen vor Ort über ihr Risiko und die sinnvollsten Kontrollen sprechen. Regelmäßige Nachkontrollen sind hier also extrem wichtig. Von einigen Fachvertretern wird deshalb für diese Frauen gefordert, jährlich einen oralen Glucosetoleranztest zu wiederholen. 3. Auf den Internetseiten der Deutschen Diabetes-Klinik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf http://www.diabetes.uni-duesseldorf.de/download/DDFI_Broschuere_Schwangerschaft.pdf können Sie dazu eine sehr informative Broschüre für Betroffene downloaden. VB
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